Über die Haidachstellwand

Interessante Halbtagestour, die absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit fordert. (Im Zweifelsfall besser über den Krahnsattel auf- und absteigen.) (Autor: Horst Höfler, Gerlinde M. Witt)
6 km
350 m
3.00 h
Von der Rofanseilbahn-Bergstation in Nordrichtung gehen, dann aber nicht dem Steig in Richtung Rofanspitze und Hochiß folgen, sondern an der Wegverzweigung rechts ab. Gleich darauf führt der Weg nach Maurach rechts hinunter. Wir aber folgen dem Steig in Ostrichtung zur Gassenalm. Jetzt südwestlich auf die Hochstellwand zu und mit Serpentinen in den Sattel (»Hochstand«) zwischen dieser und der Haidachstellwand. In Nordrichtung an deren Felsen heran und über eine kurze, gesicherte Wandstufe auf einen Rücken. Man folgt ihm zu einer weiteren kleinen Felsstufe und erreicht über sie die Gipfelfläche. Abstieg - Der Weg führt nördlich nahe dem Gipfelplateau-Ostrand in sanftem Gefälle abwärts. Auf dem darauf folgenden, breiten, grasigen und schrofendurchsetzten Band windet sich der jetzt schmale Steig zum Krahnsattel (2002 m) hinunter. Von dort in Nordwestrichtung direkt auf die markante Roßkopf-Südwand zu, bis man auf den von der Grubascharte bzw. von der Rofanspitze herüberführenden AV-Weg Nr. 401 trifft (siehe Tour 35). Auf ihm südwestlich über die Gruba und die Grubastieg hinunter zur Erfurter Hütte und zur Seilbahn-Bergstation zurück.

Dauer - Rofanseilbahn-Bergstation – Haidachstellwand 2 Std.; Haidachstellwand – Rofanseilbahn-Bergstation 1.15 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied350 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSiehe Tour 35.
TourencharakterVon der Rofan-Hochfläche, etwa vom Weg Erfurter Hütte – Grubastieg, schaut die Haidachstellwand eigenartig aus. Mit etwas Fantasie könnte man in ihr die Form einer langgestreckten, riesigen Katze erkennen, die vor einer Maus liegt - der südlich benachbarten Hochstellwand. Die Renommierseite der Haidachstellwand ist ihre knapp 300 Meter hohe Südostwand. Sie beeindruckt aus dem Inntal. Am einfachsten lässt sich dieser etwas abseits vom großen »Getriebe« stehende Berg über Grubastieg und Krahnsattel erreichen. Wer hingegen trittsicher und schwindelfrei ist, steigt über die an einer Passage mit Aufstiegshilfen gesicherte Südwestabdachung an und über den Krahnsattel ab. So ergibt sich eine nette und landschaftlich reizvolle, kleine Überschreitung. Die mit einem Stahlseil und mit ein paar Eisenklammern »gangbar« gemachte Felsstelle ist bei Trockenheit wirklich keine Hexerei. Der gegen das Inntal hin aufragende Gipfel bietet schöne Ausblicke auf die Zentralalpen und unmittelbar östlich ragt mächtig das Vordere Sonnwendjoch auf. Wir rasten und erfreuen uns der schwarzen gefiederten Freunde, der Dohlen, die ihre Flugkunststücke vorführen. In die Luft geworfene Brotstückchen fangen sie aus dem Sturzflug. Es ist faszinierend, wie sie es verstehen, gegen den Wind »stehend« – wie im Zeitlupentempo – zu landen. Der Freund stöbert auf der Gipfelfläche herum und entdeckt plötzlich Felshaken; Standhaken für die letzte Seillänge irgendeiner südseitigen Klettertour, wie er meint. Der Abstieg hinunter zum Krahnsattel ist unschwierig, doch heißt es auf dem schmalen Steiglein trotzdem aufpassen! Rechter Hand ragt die Grubalackenspitze empor. Ein vollkommen wegloser Gipfel, der sich mit Steilgras und brüchigen Schrofen schützt. Horst, der nahezu sämtliche Rofangipfel kennt, war natürlich auch dort schon oben und erzählt von herrlichen Blumen . . . Vom Krahnsattel steigen wir nicht direkt zur Grubastieg hinunter, sondern schlendern pfeilgerade gegen die graugelbe Roßkopf-Südwand zu. Der Freund bleibt stehen und erklärt mir die Verläufe der einzelnen Kletterrouten, die dort zwischen 1908 und 1982 eröffnet worden sind. Dann schlendern wir in aller Gemütsruhe über die Grubastieg zurück. An der Erfurter Hütte rasten wir lange. Immer wieder ziehen der Achensee in der Tiefe und die schroffen Karwendelgipfel unsere Blicke an. Dort drüben ist alles ganz anders, viel ernster, urgewaltiger. Die Südseite des Rofanstocks bildet zum Karwendel einen echten Kontrast. Oberhalb lieblicher Wiesenflächen stehen hier die Gipfel herum. Allein die teils sehr schwierig zu kletternden Nordwände verleihen dem Rofan Hochgebirgsernst. (G. W.)
Beste Jahreszeit
KartentippAV-Karte Rofan, 1 - 25000.
VerkehrsanbindungVon Norden über Achenkirch, die Achenseestraße und Buchau; von der Inntalautobahn ab Ausfahrt Wiesing/Zillertal über die Kanzelkehre. Nächstgelegene Bahnstation ist Jenbach im Inntal; von dort Busverbindung nach Maurach (oder von Lenggries-Bf. dorthin).
GastronomieErfurter Hütte (siehe Tour 33).
Unterkunft
Erfurter Hütte (siehe Tour 33).

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