Über die »Burg«

Eine abwechslungsreiche Runde für trittsichere und schwindelfreie Bergwanderer. Granit, Geröll, eine atemberaubend trassierte Suone und eine üppige Sommerflora prägen die Wanderung ins felsige Vorgelände des Fieschergletschers. Wer die Suone im Steilfels der Burg begehen will, sollte das auf keinen Fall ohne Klettersteigset (Selbstsicherung) tun. Schwindelfreiheit ist absolut unerlässlich! (Autor: Eugen E. Hüsler)
Für Spannung sorgt schon der Verlauf des Anstiegs zur Burghütte (wie geht’s jetzt weiter?), der mitten in eine wilde Granitlandschaft führt. Auf der Suone, die wenig unterhalb der Hütte vorbeiläuft, ist dann schon manches Wandererherz in die Hose gerutscht: gut 100 Meter kompakter Steilfels unterhalb des gut zwei Schuh breiten Pfades! Doch keine Angst, der Weiterweg weicht in weniger gefährliches Gelände aus, er verläuft über den felsigen Rücken und ist an ein paar Stellen sogar mit Seilen gesichert. Zur Burghütte Die Wanderung führt von dem kleinen Parkplatz (1178 m) zunächst ins Tal des Glingulwassers, das zweimal gequert wird. Noch vor den Häusern von Unnerbärg (1313 m) verlässt man das Asphaltband nach links und folgt dem Weg, der im Wald kräftig ansteigt, einen Felsriegel umgeht und dann auf einen Grashang mündet. Kleine Wiesenflecken und Waldparanspr. zellen begleiten auch den weiteren Aufstieg bis Titter (1620 m; 1.15 Std.). Hier endet eine Seilbahn, die im Zusammenhang mit der Fassung des Wysswassers errichtet wurde. Ein breiter Bauweg führt flach zur Betonsperre im Vorfeld des Fieschergletschers. Man verlässt ihn nach etwa 300 Meter und steigt weiter an gegen die »Burg«. Dabei bietet sich ein erster Blick auf die vom Geröll bedeckte Zunge des Fieschergletschers; links führt eine Spur (Hinweis) über Felsen zum Südgipfel des Felsrückens mit schöner Rundsicht. Nur mehr einen Katzensprung ist es dann bis zur Burghütte (1751 m), mit Zwischenabstieg (Leiter) in eine felsige Mulde (2 Std.). Über den Burgrücken ins Fieschertal Wenig unterhalb der Hütte schneidet die auf der Stockalp gefasste Suone den felsigen Hang. Man folgt ihr nur kurz, steigt dann mithilfe eines langen Drahtseils links über eine kompakte Plattenschräge an. Farbtupfer leiten weiter über den breiten Felsrücken in die Senke hinter der »Burg«, wo man wieder auf die Suone stößt. Mit ihr quert man hinüber zur Stockalp (1864 m). Hier gabelt sich der Weg: Rechts geht’s hinauf zur Gletscherstube Märjelen, links im Zickzack über einen felsigen Hang hinunter in das Tälchen des Glingulwassers und zur Einmündung eines markierten Direktabstiegs von der Burghütte (Tafel). Weiter talabwärts stößt man auf ein Alpsträßchen. Mit ihm wandert man hinab und zurück zum Ausgangspunkt der spannenden Runde (4 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour1 km
Höhenunterschied720 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortFieschertal (1108 m)
AusgangspunktKleiner Wanderparkplatz (1178 m) oberhalb von Fieschertal
EndpunktKleiner Wanderparkplatz (1178 m) oberhalb von Fieschertal
TourencharakterDen riesigen Eisstrom des Aletschgletschers bekommt man auf dieser Tour nicht zu Gesicht, und der Fieschergletscher, der in den letzten Jahrzehnten stark geschwunden ist, mag mit seinem Geröllpanzer für manche eine Enttäuschung sein. Dafür entschädigt die Wanderung über dem Fieschertal mit anderen, nicht weniger starken Eindrücken.
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 264 T
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegzeiger
VerkehrsanbindungZufahrt von Fiesch (1049 m), 4 km. Postbus bis Fieschertal
GastronomieBurghütte (1751 m), bewirtschaftet Anfang Juni–Mitte Okt., Tel. 027/971 40 27, www.burghuette.ch
Tipps
Alte Mauern – junge Küche Ernen, das gegenüber von Fiesch an der linken Talseite des Goms liegt, gilt als schönstes Walliser Dorf. Wer einen kleinen Spaziergang durch den Ort unternimmt, kann sich leicht davon überzeugen: ländliche Architektur aus vier Jahrhunderten. Überragt wird der Flecken von der Kirche St. Georg, einem spätgotischen Bau, 1510–1518 von dem bekannten Walliser Baumeister Ulrich Ruffiner errichtet. Mittelpunkt der Siedlung ist der Dorfplatz, von den Einheimischen Hengert genannt. Hier steht ein Denkmal für den berühmtesten Oberwalliser (neben Pirmin Zurbriggen), den Fürstbischof Matthäus Schiner. Und auf der Nordseite des Platzes enden viele Besichtigungstouren, im Restaurant St. Georg, bei schönem Wetter vorzugsweise auf der Terrasse. Drinnen im Haus schwingt Klaus Leuenberger den Kochlöffel, und was er auf den Tisch zaubert – in der urigen Beiz oder in der Drachenstube –, ist so echt walliserisch wie fantasievoll. Haben Sie schon einmal Fuchs gegessen oder die alpenländische Variante der Pizza, mit einem Kastanienteig als Grundlage, oder Lammleber? Probieren Sie’s aus, es lohnt sich! Restaurant St. Georg, CH-3995 Ernen, Tel. 027/971 11 28, www.stgeorgernen. ch. Die Rösslibeiz ist Mittwoch bis Sonntag geöffnet, die Drachenstube Freitag und Samstag ab 18 Uhr, Sonntag 12–16 Uhr.
Informationen
Tourist-Info Eggishorn Tourismus, CH-3984 Fiesch, Tel. 027/979 60 70, Fax 970 60 71, E-Mail: info@fiesch.ch, www.fiesch.ch