Über der Brescianer Riviera

Unschwierige Rundwanderung; wenig Schatten. Badegelegenheiten in der Valle delle Cartiere; allerdings warnen Tafeln vor möglichen Flutwellen des Valvestino-Stausees! (Autor: Helmut Dumler)
7 km
405 m
2.00 h
Im Tal spielte die Papierindustrie seit 1381 eine enorme wirtschaftliche Rolle; 1811 arbeiteten z.B. insgesamt 41 Fabriken und Anfang 1900 rund 1000 Menschen. Das Produkt, erkenntlich am geschützen Ochsenkopf-Wasserzeichen, fand Abnahme in ganz Oberitalien und sogar beim türkischen Sultan.
Ungefähr 5 Min. sind es vom Wanderparkplatz zu den restaurierten Häusern von Maine Inferiore mit dem 2002 eröffneten Museo della carte (Papiermuseum, Öffnungszeiten erfragen unter Tel. 0365/641050 bzw. 80071 7771) im ehemaligen Pförtnerhaus der letzten, 1960 stillgelegten Papierfabrik. Weiterhin zunächst ortografisch links des Baches. Das Fahrsträßchen ist identisch mit dem Sentiero agrituristico im Parco alta Garda di Bresciano. In den Hangflächen schlummern graue Ruinen. Wenig später überschreitet man den Fiume Toscolano (Steinstufen hinab zum Bachlauf) und passiert das Tor von zwei Gebäuden, dem Sitz der Unione Pescatore del Garda. Es geht mäßig bergan. Den Talhintergrund erfüllt der Körper des Monte Castello di Gaiano. Abermals wechselt man die Ufer, hier pber eine tiefe Klamm zu einem Rastplatz. Wenig später, kurz nach zwei Gebäuden - 1/2 Std. vom Parkplatz -, prägen wir uns die markierte breite Abzweigung (spitzwinkelig rechts, Sentiero Montagnoli) für den möglichen Rückweg über Gaino ein!
Am Talfahrweg folgen links unterhalb die 2003/04 von der Universität Padua konservierten Mauerreste eine Papiermühle des 16. Jhs. . Mit der nächsten Brücke erreichen wir einen geräumigen, schattigen Rastplatz (Brunnen). Hinter Bäumen versteckt sich das aus dem 17. Jh. stammende, 1996 erneuerte Papiermacherkirchlein. Hier trennen uns noch 10 Min. von der seit 2004 zugänglichen Toskolamoklamm (ab Parkplatz ca. 40 Min), in welche man beliebig weit eindringt, die Ufer wechselnd gesichert vom Geländer und Handläufen vorbei an einem Wehr des Baches.
Rückweg: Entweder im Tal direkt zum Parkplatz oder links abzweigend - wie erwähnt-, getreu der Markierung Nr. 19. Knapp 10 Min. dauert die Steigung zu einem zementierten Weg. Links, beim Marienbildstock an der Gabelung erneut links. Nach 200m rechts in das winkelige Örtchen Gaino (274 m), zur Bar Arci. Jetzt folgen wir links der Via Folino-Cabiana. Bis Folino (280 m) sind es noch 5 Min. Vor dem Briefkasten (Rastbank) rechts ab, rot bezeichnet. Sobald der See erscheint, an einer Wegeteilung, wenden wir uns rechts und gehen ohne Farbzeichen weiter. An der Kreuzung bei den ersten Häusern von Pulciano (200 m), knapp 1/4 Std. von Gaino, schwenkt man links in die Via dell Èra ein. Kurz bergan, auf der Kuppe rechtshaltend und mit der Straße abwärts, bis zur Gelateria Castellari. Gegenüber des Eisgeschäftes geht es in die Via Genova, mit der wir den Abstieg fortsetzen, nach dem Marienbildstock zunächst auf schmalem Weg, dann über Stufen. Man erreicht Toscolano und folgt dem Weg zur Piazza Caduti. (Von Gaiano 40 Min.).
Rechts schlendert man durch die Via Trento in 10 Min. zurück zum Toscolanobach. Vor dem Bach rechts und entsprechend der Parkplatzzufahrt in nochmals 10 Min. durch die Valle delle Cartiere zum Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied405 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktToscolano-Maderno, Ortsteil Toscolano (78m); parkscheibenfreie Parkplätze nördlich der Brücke ortseinwärts.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterGabriele di Pietro aus Treviso bei Venedig gründete 1479, begünstigt durch die Papierfabriken der Valle delle Cartiere, in Toscolano die erste Buchdruckerei der Lombardei. Und die Werkstatt der Gebrüder Paganini druckte 1487 jene lateinische Bibel, die Martin Luther 1521 für seine Übersetzung auf der Wartburg verwendete. Auch die Flugschriften des Reformators wurden auf Toscolanopapier gedruckt. Heute ist das Tal eines der wichtigsten Monumente des industriellen Kulturerbes Italiens.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt 1:50000, Blatt 20.
MarkierungenWegweiser; Farbzeichen rot-weiß und rot.
VerkehrsanbindungStaatsstraße 45 zwischen Desenzano (28km, nächster Bahnhof) und Riva (37km). Busse; Haltestelle für die Wanderung ist »Toscolano Ponte«. In Maderno der Schiffsanleger und die Autofähre (nach Torri del Benaco am Ostufer).
GastronomieIn Toscolano zentral an der Piazza San Marco: Al Cantinone. Unterwegs in Gaiano und Pulciano.
Tipps
Aus der Vorgeschichte. Früheste Spuren der Besiedelung in Toscolano, abgesehen von einer Pfahlbausiedlung, weisen in römische Epochen. Laut einer Sage sollen Gallier (um 400v.Chr. in Oberitalien eingefallen) bzw. ein keltischer Stamm unter Führung des Sehers Acus hier Fuß gefasst und die neue Heimat »Benacus« getauft haben. Der See hieß bis in die langobardische Epoche »lacus benacus«.
Unterkunft
Im Ortsteil Maderno: U.a. Hotel Bel Soggiorno**, Tel. 0365/641301; Milano***, Tel. 0365/540595. Camping: Im Gemeindegebiet 7 Plätze; günstig gelegen: Promontorio***, Tel. 0365/643055.
Tourismusbüro
Ufficio informazioni, Lungolago Zanardelli 18, I-25080 Toscolano-Maderno, Tel. und Fax 0365/641330, E-Mail: iat.toscolanomaderno@bresciaholiday.com, Internet: www.bresciaholiday.com
Region:
Italien
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