Über den Zucco Pertuso zur Rosalbahütte

Anspruchsvolle Gratroute, durchgehend gelb markiert, mit einigen leichten Kletterstellen (I–II), aber ohne Sicherungen. Bei Nässe nicht ratsam! (Autor: Eugen E. Hüsler)
Ausgangspunkt der Tour ist Rongio (397 m), ein kleiner Flecken über dem Eingang in die Valle Meria. Man folgt kurz dem nördlichen, dann dem südlichen Rosalba-Hüttenzustieg, Markierungen 13 und 12, bis links das Steiglein zum Monte Malavello (1113 m) abzweigt, Bezeichnung 13B. Im Mischwald gewinnt die dünne Pfadspur erst gemächlich, dann stärker an Höhe. Über einen Wiesenhang peilt sie schließlich steil die Bocchetta di Portorella (1080 m; 2 Std.) an.
In der kleinen Senke startet die »Gratwanderung«, durchgehend mit gelben Punkten markiert. Die leiten verlässlich durch das verwirrende Layrinth von Zacken, Felstürmchen und Rinnen aufwärts, über Schrofenhänge und Wiesenflecken. Gehgelände wechselt ab mit kurzen, leichten Kletterpassagen (I–II); eine ruppig rutschige Steilrinne entlässt einen schließlich ziemlich geschafft auf einen Grasbuckel (ca. 1440 m): Ende der Schwierigkeiten, aber noch keineswegs das Ende der Überschreitung.
Immerhin, der Zucco Portorella (1505 m), erstes Gipfelchen in dem langen Kamm, ist schon recht nahe. Dahinter leitet der Weg kurz abwärts, dann um einen Gratrücken herum und schließlich steil über einen Wiesenhang hinauf zum Zucco Pertuso (1674 m). Von der Kuppe bietet sich eine kontrastreiche Rundschau. Packend vor allem der Blick auf die zerklüfteten Felsflanken der Grignetta (Grigna Meridionale, 2177 m). Am Fuß der Cresta Segantini steht das Rifugio Rosalba (1720 m; 4:45 Std.): noch gut ein Kilometer anregendes Auf und Ab am Grat entlang. Für den Abstieg nimmt man den südseitig verlaufenden Weg, der freie Sicht auf den Comer See bietet. Von der Hütte geht es zunächst steil und steinig hinunter in den Canalone del Pertuso, dann über einen licht bewaldeten Hang weiter bergab zu den Häusern von Colonghei (964 m; 6 Std.). Nun auf einem breiteren Pfad quer durch die Südflanke des Zucco Portorella, immer wieder mit Ausblicken auf den See. Die Felskuppe des Zucco della Rocca (964 m) bleibt links; an der Weggabelung (672 m; Tafel) oberhalb von Lombrino hält man sich rechts. Das mit 12 bezeichnete Weglein leitet über Wiesen und durch Kastanienhaine zurück nach Rongio (7:45 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied1750 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktRongio (397 m), Weiler in hübscher Lage über der Mündung der Valle di Meria
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterEigentlich ist das Rifugio Rosalba ja vor allem Stützpunkt für Kletterer, die am Westgrat der Grignetta, dem vielgezackten Segantini-Kamm, Routen en masse und in fast allen Schwierigkeitsgraden finden. Ein ganz klein wenig als »arrampicatore« darf sich auch fühlen, wer von der Bocchetta di Portorella über den Grat zum Zucco Pertuso (1674 m) aufsteigt: eine dünne Spur zwar, aber ohne Sicherungen, die sich über den felsdurchsetzten Kamm schlängelt. Da muss man dann immer mal wieder zupacken, sich durch Rinnen hocharbeiten, kleine Steilstufen überklettern. Die Route gilt als Geheimtipp; Massenandrang ist hier – im Gegensatz zu den klassischen Grigne-Anstiegen – kaum zu befürchten, auch nicht an Wochenenden.
Immerhin liegen stattliche 1400 Steigungsmeter zwischen dem Ausgangspunkt oberhalb von Mandello del Lario (214 m) und der kleinen Rosalbahütte – aber auch ein paar erlebnisreiche Stunden. Grandios der Landschaftsrahmen, auf der einen Seite die verästelte, felsumrahmte Valle Meria mit dem wuchtigen Grignone (2409 m) und dem Dolomitturm des Sasso Cavallo (1920 m), in der Tiefe die glitzernde Wasserfläche des Lario, über dem sich die kahlen, nur wenig profilierten Höhenzüge des Triangolo erheben. Und wenn der Nordföhn vom Alpenhauptkamm herabpfeift, Smog und Dunst in die Poebene hinausbläst, reicht die Fernsicht nach Westen bis zu den Walliser Alpen, vielleicht sogar bis zum Monviso (3841 m) in den Cottischen Alpen.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass 1:50000, Blatt 91 »Lago di Como – Lago di Lugano«
MarkierungenRot-weiß bzw. gelb markierte Wege, Tafeln an den Verzweigungen
VerkehrsanbindungVon Mandello del Lario gute Straße, 3 km; Busverbindung
GastronomieRifugio Rosalba (1720 m), bewirtschaftet Mitte Juni bis Mitte September, außerhalb dieser Zeit an Wochenenden und Feiertagen; Tel. 0341/202454
Tipps
Der »Sentiero Cecilia«. Ist man erst einmal beim Rifugio Rosalba angekommen, lockt natürlich der Gipfel der Grignetta (Grigna Meridionale, 2177 m). Der schönste Aufstieg, markiert und an einigen Stellen gesichert, ist der »Sentiero Cecilia«. Er mündet unter dem Gipfel in den über die Cresta Cermenati verlaufenden Normalweg. Ab Rifugio Rosalba gut 2 Std., Abstiegsmöglichkeit über das Rifugio Elisa (1515 m) in die Valle Meria. Nächtigung in einer der beiden Hütten.
Unterkunft
Rifugio Rosalba
Tourismusbüro
Pro Locco, Via Manzoni 57, I-23826 Mandello del Lario; Tel. +39/0341/732912, prolocomand@libero.it, www.prolocomandello.it

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Region:
Italien
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