Über den Untersberg

Der erste Teil des Anstiegs auf den Untersberg ist relativ steil. Der Übergang über die Hochfläche erfordert bei Nebel Orientierungssinn. Der Abstieg über den Thomas-Egger-Steig zur Toni-Lenz-Hütte erfordert unbedingte Trittsicherheit und Schwindelfreiheit (gut ausgebauter Klettersteig durch Felstunnels, mit Eisengeländer). Der Abstieg über den Reitsteig setzt zumindest Trittsicherheit voraus und der Abstieg über den Dopplersteig zusätzlich Schwindelfreiheit (leichter Klettersteig). Alternativ Abfahrt mit der Untersbergbahn; von der Talstation bequem mit dem Bus nach Berchtesgaden zurück.
18 km
9.00 h
Eine Etage tiefer liegt die Toni-Lenz-Hütte des Schellenberger Eishöhlenvereins, die sich als Stützpunkt für einen Besuch der Schellenberger Eishöhle anbietet, der einzigen begehbaren Eishöhle Deutschlands. Das Stöhrhaus, unser erstes Etappenziel, garantiert Hüttenbeschaulichkeit, einen leichten Hüttengipfel sowie ein grandioses Panorama der Berchtesgadener und Chiemgauer Alpen. Das Zeppezauerhaus – auf der österreichischen Seite – kann mit Blicken auf die alte Residenzstadt Salzburg sowie ins Alpenvorland hinein aufwarten.Diese kurzweilige Überschreitung des Untersbergmassivs können wir in zwei oder drei Tagesetappen bewältigen, wobei immer zum richtigen Zeitpunkt eine Übernachtungsmöglichkeit bereitsteht. Freunde luftiger Bergsteige kommen ebenfalls auf ihre Kosten: Die Abstiege über den Doppler- oder den Thomas-Eder-Steig sorgen für etwas Nervenkitzel, überfordern den berggewohnten Wanderer aber nicht. Wem das alles nicht so behagt, wer also nicht über Schwindelfreiheit verfügt, der kann sich mit der Untersbergbahn zu Tal tragen lassen und dabei trotzdem das Gefühl, eine großartige Höhenwanderung bewältigt zu haben, mit nach Hause nehmen.Von Bischofswiesen zum Stöhrhaus Am Bahnhof in Bischofswiesen queren wir die Berchtesgadener Ache und gehen auf dem Fußweg zur Pfarrkirche; dort halten wir uns links und passieren das Rathaus. Am Ende des Platzes beginnt unser eigentlicher Wanderweg (Wegweiser »Maximilians-Reitweg«). Wir schlendern zunächst durch Wiesen auf den Bergfuß zu, treffen dort auf den Maximilians-Reitweg, halten uns auf diesem rechts und wandern am Bergfuß entlang. Bald geht es in den Wald hinein; wir queren das Zufahrtssträßchen zur Kastensteiner Alm und treffen oberhalb des Weilers Aschau auf eine Wegverzweigung. Hier halten wir uns links und folgen dem Wegweiser »Stöhrweg«. Auf einer Forststraße nun bergan und in Kehren durch Wald bis zu einer Wegkreuzung. Dort geradeaus, bis der Forst- in einen Wanderweg übergeht und dann seitlich an den Rauhen Köpfen vorbei. Bald mündet von rechts der Aufstiegsweg von Hintergern ein. Noch ein kurzes Stück durch lichten Wald, dann wandern wir auf gutem Steig unter der Almbachwand entlang auf die Untersbergwände zu. Ein serpentinenreicher Steig führt uns nun links haltend durch felsiges Gelände und durch Latschen zum sogenannten Leiterl hinauf. Dort verschnaufen wir und genießen den freien Blick nach Westen und Süden, auf die Chiemgauer Alpen und die Loferer Steinberge. Rechts haltend steigen wir weiter durch Latschen bergan, überwinden ein paar Geländestufen und erreichen das aussichtsreich gelegene Stöhrhaus.Vom Stöhrhaus zur Toni-Lenz-Hütte Vom Alpenvereinshaus auf dem breiten Wanderweg (Mark.-Nr. 417) bergan und über das wellige, mit Latschen bestandene Hochplateau in östlicher Richtung weiter. Vor uns erkennen wir bereits den Gipfel des Berchtesgadener Hochthrons, den wir mit einem kurzen Abstecher ersteigen können. Dann wandern wir unterhalb der Randerhebungen Gamsalmkopf und Rauheck auf einem schönen Höhenweg im steten Auf und Ab zur Mittagscharte. Hier zweigt rechts der Thomas-Eder-Steig ab, der uns zunächst über Eisenleitern, dann durch Felstunnels mit Guckfenstern durch den steil abbrechenden Fels zum Wandfuß leitet. Von dort auf gutem Steig (hier bald Abzweig zur Eishöhle) zur Toni-Lenz-Hütte.Von der Toni-Lenz-Hütte nach Passthurm Vom Unterkunftshaus des Schellenberger Höhlenvereins auf einem gut ausgeschilderten Wanderweg über zunächst freies Gelände, dann durch Wald talwärts. Im unteren Teil geht der Weg in eine Forstraße über, der wir hinab nach Passthurm an der B305 folgen. Von dort mit dem RVO-Bus nach Berchtesgaden und mit der Bahn nach Bischofswiesen.AbstiegsvarianteVon der Mittagsscharte zum Zeppezauerhaus Jenseits der Mittagscharte gehen wir geradeaus weiter und steigen über steile Serpentinen (mit einigen Drahtseilsicherungen) durch den felsigen Hang zum Salzburger Hochthron an, dessen höchste Erhebung wir mit einem Schlenker nach links erreichen. Oder eben seitlich am Gipfel vorbei und auf nun breiterem Weg durch eine Mulde zum Geiereck mit einem großen eisernen Kreuz (obwohl nur eine kleine Erhebung am Südabbruch des Untersbergs). Knapp unterhalb liegt die Bergstation der Untersbergbahn. Links haltend wandern wir dann über Serpentinen auf leichtem Steig in einer Viertelstunde hinab zum Zeppezauerhaus.Vom Zeppezauerhaus nach Glanegg Unser langer Abstiegsweg beginnt direkt beim Haus, wo wir zunächst dem guten Bergweg (Wegweiser »Dopplersteig«) durch Latschen talwärts folgen. Wenig unterhalb der Hütte zweigt rechts der Dopplersteig ab. Wir halten uns jedoch geradeaus und folgen dem Reitsteig (Mark.-Nr. 417) talwärts. Über die zahllosen Treppenstufen der Steinernen Stiege in vielen Serpentinen, zuletzt durch Wald, hinab zum Bergfuß und am Rositten-Wanderparkplatz vorbei nach Glanegg.GipfelabstecherBerchtesgadener Hochthron, 1972m: Der höchste Gipfel des Untersbergmassivs ist leicht zu erreichen und liegt nur wenige Minuten rechts vom Höhenweg, der das Stöhr- mit dem Zeppezauerhaus verbindet.Salzburger Hochthron, 1853m: Nachdem wir mit der Mittagscharte (1671m) den tiefsten Einschnitt des Höhenwegs hinter uns haben, können wir auf dem Weg zum Zeppezauerhaus noch den Salzburger Hochthron besteigen. Wir sehen seinen höchsten Punkt, den ein schlichtes Holzkreuz schmückt, bereits vom Höhenweg aus. Ein guter Pfad führt uns durch Latschen und wellige Einsenkungen hinauf zum Gipfel. Der Abstieg erfolgt dann in Richtung Osten, im Sinne einer kleinen Überschreitung, wo wir wieder auf den Hüttenverbindungsweg stoßen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour18 km
Dauer9.00 h
AusgangspunktBischofswiesen (615m)
EndpunktPassthurm (475m) bei Marktschellenberg bzw. Glanegg (450m)
TourencharakterAuf dem Plateau des Untersbergs befinden sich zwei reizvolle Alpenvereinshütten, die durch einen schönen Höhenweg miteinander verbunden sind.
Hinweise
Variante: Wir können unseren Anstiegsweg zum Stöhrhaus auch in Hintergern beginnen (Wanderparkplatz am Ende der öffentlichen Straße), das spart Höhenmeter. Die Rückkehr zum Ausgangspunkt erfolgt vom Bahnhof in Berchtesgaden mit dem RVO-Bus.
KartentippTopografische Karte (LVG) 1:50000, Berchtesgadener Alpen
VerkehrsanbindungAuto: Auf der Salzburger Autobahn (A8) bis Ausfahrt Bad Reichenhall, dann auf der B20 über Bad Reichenhall nach Bischofswiesen. Parkplatz am Bahnhof oder im Bereich der Kirche auf der anderen Straßenseite. Rückkehr vom Endpunkt mit Bus und Bahn. n Bahn/Bus: Mit der Bahn über Freilassing und Bad Reichenhall nach Bischofswiesen. Von dort weiter zu Fuß. Rückfahrt von Glanegg bzw. von Passthurm mit dem RVO-Bus nach Berchtesgaden-Bahnhof; von dort weiter mit der Deutschen Bahn.
GastronomieStöhrhaus (1894m), AV-Hütte, Kat. I, bewirtschaftet von Mitte Mai bis Mitte Okt., 16 Betten, 54 Lager, Tel. 08652/7233 n Restaurant »Zum Karlwirt« an der Bergstation der Untersbergbahn n Hochalm (1786m), private Unterkunftshütte, von Frühjahr bis Spätherbst bewirtschaftet, 20 Lager, Tel 0043/(0)662/628674 n Zeppezauerhaus (1664m), Kat. I, bewirtschaftet von Anfang Mai bis Ende Okt., 15 Betten, 45 Lager, Tel. 0043/(0)662/ 629862 n Toni-Lenz-Hütte (1551m), private Hütte des Schellenberger Eishöhlenvereins, bewirtschaftet von Anfang Juni bis Mitte Okt., 12 Betten, Tel. 0043/ (0)664/1341690
Tipps
Der Untersberg weist über hundert Höhlen auf, und dieser Tatsache hat er sicherlich auch seinen Ruf als sagenumwobener Berg zu verdanken. Die einzige öffentlich zugängliche Hütte ist zugleich auch Deutschlands einzige in ihrer Art: die Schellenberger Eishöhle; sie ist auf alle Fälle einen Besuch wert. Öffnungszeiten: täglich von Pfingsten bis Ende Okt., stündliche Führungen zwischen 10 und 16Uhr.
Informationen
Gehzeiten: Von Bischofswiesen zum Stöhrhaus 3.30Std., weiter zur Mittagscharte 2Std., von der Scharte zur Toni-Lenz-Hütte 1Std., von der Hütte nach Passthurm 2Std.; insgesamt 8.30Std. Variante: Von der Mittagscharte zum Zeppezauerhaus 1.30Std., weiter über den Reitsteig 2Std.; insgesamt 3.30Std.
Unterkunft
Stöhrhaus (1894m), AV-Hütte, Kat. I, bewirtschaftet von Mitte Mai bis Mitte Okt., 16 Betten, 54 Lager, Tel. 08652/7233 n Restaurant »Zum Karlwirt« an der Bergstation der Untersbergbahn n Hochalm (1786m), private Unterkunftshütte, von Frühjahr bis Spätherbst bewirtschaftet, 20 Lager, Tel 0043/(0)662/628674 n Zeppezauerhaus (1664m), Kat. I, bewirtschaftet von Anfang Mai bis Ende Okt., 15 Betten, 45 Lager, Tel. 0043/(0)662/ 629862 n Toni-Lenz-Hütte (1551m), private Hütte des Schellenberger Eishöhlenvereins, bewirtschaftet von Anfang Juni bis Mitte Okt., 12 Betten, Tel. 0043/ (0)664/1341690

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