Über den Tüllinger Hügel zur Burg Rötteln

Aussichtsreich zu einer der größten Schwarzwaldburgen. Wald- und Höhenwanderung mit herrlichen Ausblicken auf bequemen Wegen. (Autor: Chris Bergmann)
10 km
200 m
2.00 h

Hoch über dem Wiesental

Von der Ottilienkirche führt der Westweg zurück zum Waldparkplatz Obertüllingen, an dem sich ein Grillplatz bei mehrhundertjährigen Linden befindet, weshalb der Platz auch »Lindenplatz« genannt wird. Von den Linden führt der Westweg aussichtsreich in sachtem Anstieg über den Bergkamm. Über Lörrach und Haagen im Wiesental schweift der Blick hinauf zum Ziel, der Burgruine Rötteln, und zu den Schwarzwaldbergen. Nach Queren des Haltinger Wegs überquert der Westweg die unsichtbare Grenze zwischen Lörrach und Weil und erreicht bald darauf die Daurhütte, eine aussichtsreich gelegene Schutzhütte mit Grillstelle, hier kann man gut picknicken. Mit herrlichen Weitblicken geht es weiter, beim Luisenhof wechselt der Westweg zurück auf Lörracher Stadtgebiet, und nun wird es vorübergehend wegen der nahen Autobahn laut. Beim Friedhof am Ortseingang von Tumringen unterquert der Westweg die Autobahn und führt am Parkplatz vorbei hinauf zur Burg Rötteln.
Burg Rötteln.

Die auf einem Bergsporn hoch über dem Wiesental gelegene Burg Rötteln (422 m) ist eine der größten Burgruinen im Schwarzwald und das Wahrzeichen von Lörrach. Das weithin sichtbare »Röttler Schloss« war die mittelalterliche Keimzelle und über Jahrhunderte hinweg die Residenz des Markgräflerlands. Ein kleines Museum informiert über die Geschichte, die »Burgschenke Rötteln« lädt zur Einkehr ein, seit 1968 ist das alte Gemäuer alljährlich im Sommer Schauplatz der Röttler Burgfestspiele. Der stauferzeitliche Bergfried, der Grüne Turm, bietet ein einmaliges Panorama auf das Wiesental mit Lörrach, Riehen und Basel, über den Tüllinger Berg und den Dinkelberg hinweg zum Jura und bei Fernsicht bis zu den Alpen. – Ab 1103 war die Burg Sitz der Herren von Rötteln, die als Schirmvögte der rechtsrheinischen Besitzungen des Basler Klosters St. Alban umfangreichen Besitz im südwestlichen Schwarzwald zwischen Kandertal und Dinkelberg erwarben. Durch Erbvertrag fielen 1316 die Burg und 24 zugehörige Orte an die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg, die ihre Residenz von der Sausenburg nach Burg Rötteln verlegten und sie zu einer prachtvollen Höhenburg ausbauen ließen. 1444 übertrug Johann von Freiburg, der letzte Graf von Freiburg, die Herrschaft Badenweiler seinen Neffen Rudolf und Hugo von Hachberg-Sausenberg. Dieser Vertrag gilt als »Geburtsurkunde« des Markgräflerlands, das aus den nun vereinigten Herrschaften Rötteln, Sausenberg und Badenweiler unter der Herrschaft der Markgrafen von Hachberg-Sausenberg bestand. Nach dem Tod des letzten Markgrafen von Hachberg-Sausenberg fielen die Herrschaften Rötteln, Sausenberg und Badenweiler 1503 an Markgraf Christoph I. von Baden.

Durch den Landschaftspark Grütt

Von Burg Rötteln führt die Markierung »gelbe Raute« abwärts Richtung Lörrach, der schmale Weg schlängelt sich unter der Autobahnausfahrt hindurch, erreicht die Wiese, überquert sie auf der Stegbrücke und taucht ein in den Landschaftspark im Grütt. Der Landschaftspark ist die größte Grünanlage Lörrachs und ein viel besuchtes Erholungs- und Freizeitgebiet mit zahlreichen unterschiedlichen Einrichtungen vom Rosencafé am Grüttsee und einem Naturlehrpfad bis hin zum Regio Freizeit- und Messezentrum, verschiedenen Sportanlagen und einem Campingplatz. Herz der vom Grüttbach durchflossenen Anlage, die anlässlich der Landesgartenschau 1983 entstand, ist der Grüttsee mit dem Rosencafé und mit Blick auf die Burgruine Rötteln. Der Grüttbach entspringt am nördlichen Ende des Landschaftsparks. Eine Großplastik weist dort als »Hüter des Wassers« auf die Schutzwürdigkeit des Wassers und damit des Lebens hin. Der S-Bahnhof Haagen befindet sich im Nordteil beim Messegelände.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied200 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortLörrach (294 m), Kreisstadt im unteren Wiesental an der Grenze zur Schweiz.
AusgangspunktOttilienkirche in Lörrach-Obertüllingen.
EndpunktS-Bahnhof Haagen in Lörrach.
TourencharakterVom aussichtsreichen Tüllinger Hügel hoch über Basel führt diese Höhenwanderung zur Burgruine Rötteln, eine der imposantesten Burganlagen des Schwarzwalds, und in den Landschaftspark Im Grütt im Wiesental. Obertüllingen, das »Dorf auf der Höhe« über dem Wiesen- und dem Rheintal, ist das südlichste Dorf des Schwarzwalds. Vom Parkplatz, von dem sich eine herrliche Aussicht auf Basel bietet, lohnt der 1-Minuten-Abstecher (rote Westweg-Raute) abwärts zur Ottilienkirche, wo man autofrei die fantastische Aussicht auf Lörrach im Wiesental und auf die Basler Bucht am Rheinknie genießen kann, dahinter erheben sich die Berge des Jura, bei klarer Sicht grüßen die Zinnen der Schweizer Alpen, während der Blick westwärts über Weil am Rhein und die Oberrheinebene hinweg bis zu den Vogesen schweift. Der Ortsname Tüllingen soll auf keltisch »Tullagh« = schöner Hügel zurückgehen. In der Kirche zeigt ein Fresko die drei Jungfrauen Chrischona, Ottilia und Margaretha, die im »Chrischona-Bettli« im nahen Wyhlen gelobten, auf drei Hügeln an der Stelle alter Heiligtümer christliche Kirchen zu bauen. Chrischona baute ihr Kirchlein auf dem Dinkelberg (Sankt Chrischona, im Blick der Funkturm), Ottilia errichtete ihre Kirche auf dem Tüllinger Hügel, Margarethes Kirchlein steht jenseits des Rheins in Basel.
Beste Jahreszeit
KartentippWanderkarte 1 - 35000 Wiesental oder Freizeitkarte 1:50000 Blatt 508 Lörrach/Naturpark Südschwarzwald, Blatt 3 (Landesvermessungsamt Baden-Württemberg).
VerkehrsanbindungS-Bahn-Linie S6 bis Lörrach (WiesentalS-Bahn), dann Bus nach Obertüllingen. Mit dem Auto A 98, Ausfahrt Lörrach, dann auf der B 317 Richtung Basel; an einer Ampelanlage rechts hinauf nach Obertüllingen (ausgeschildert).
GastronomieBurg Rötteln.
Tourismusbüro
Touristinformation Lörrach, Burghof, Herrenstraße 5, 79539 Lörrach, Tel. 07621/9408913, www.loerrach.de

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