Über den Stand

Kleine, wenig anstrengende, aber sehr abwechslungsreiche Wanderung: Moore, winzige Seen, Suonen, im Frühsommer eine üppige Flora und dazu ein tolles Panorama. (Autor: Eugen E. Hüsler)
1 km
200 m
2.00 h
Da ist es nur praktisch, dass sich diese »Gipfeltour« um eine Schleife erweitern lässt, die an zwei idyllischen Seen vorbeiführt und mit einer alten, im Boden versenkten Suone zur Moosalp zurückleitet. Die »Augstborderi«, ursprünglich etwa 20 Kilometer lang, fasst ihr Wasser am Emdbach; bereits um 1400 regelte eine Schrift die Verteilung des kostbaren Nasses zwischen den Gemeinden Embd, Törbel und Zeneggen. In den Jahren 1947–1949 wurde sie fast komplett in Röhren verlegt. Ein Biotop Ihren Schliff, buchstäblich, erhielt die Moosalpregion durch eiszeitliche Gletscher, die hier eine typische Rundhöckerlandschaft formten. Zwischen den abgerundeten Gneisfelsen bildeten sich schließlich kleine Moore mit einer typischen Flora und Fauna. Arven und Lärchen bilden einen lichten Waldbestand; Wiesenflecken werden im Sommer als Weide genutzt, auch für Eringerkühe. Die erfreuen sich in Törbel großer Beliebtheit, und so verwundert es nicht, dass zum Alpaufzug im Juni auf der Moosalp auch Kuhkämpfe stattfinden. Und da gewinnt meistens eine Terbjier Dame ... Das Dorf Törbel (1497 m), das südöstlich unterhalb der Moosalp liegt und einen sehenswerten Dorfkern aufweist, kann mit einer botanischen Rarität aufwarten. Hier blüht die sogenannte Südliche Tulpe, eine Verwandte der Weinbergtulpe (Tulipa sylvestris); sie hat in der Schweiz nur im Wallis ganz wenige Standorte. Ein umstrittenes Projekt Auf einigen Widerstand, vor allem vonseiten der Naturschützer, stößt das Projekt einer modernen Kapelle auf der Moosalp. Mario Botta, der berühmte Tessiner Stararchitekt, entwarf einen originellen Bau mit dreieckigem Grundriss. Ob gebaut werden darf, müssen nun die Gerichte entscheiden. Möglich, dass sich die Alp der Augstbordregion vor allem – wie Tamaro und Magno im Ticino – zu einem Wallfahrtsort für Architektur- Interessierte (und nicht für Gläubige) entwickelt. Auf den Stand Die kleine Runde startet beim großen Stall auf der Moosalp (2048 m). Man folgt der breiten Trasse, unter deren Oberfläche sich die »Augstborderi« verbirgt, knapp einen Kilometer weit nach Osten, biegt dann in den links abgehenden Weg ein. Er führt leicht steigend in eine teilweise sumpfige Almmulde und dann steiler bergan zu dem baumfreien Grasrücken des Stand (2119 m) mit großer Rundschau. Blickfang im Norden ist die gewaltige Felspyramide des Bietschhorns (3934 m), die das Rhonetal um dreieinhalb Kilometer überragt. Panoramatafeln erläutern die Aussicht, und da entdeckt man dann Bergnamen wie Aletschhorn (4193 m), Finsteraarhorn (4274 m), Galenstock (3586 m), Monte Leone (3553 m), Weissmies (4017 m), Dom (4545 m), Breithorn (4164 m), Weisshorn (4505 m). Kleiner Berg ganz groß! Tümpel und Moore Markierungen leiten nordseitig bergab zu dem von Wollgras und Schilf gesäumten, winzigen Bonigersee. Wahlweise links oder rechts um das seichte Gewässer herum, dann westlich vom Goldbiel (2125 m) hinunter zur nächsten Idylle: ein zweiter, von Wald umschlossener See (2047 m). Auf der Breitmatte (1988 m) stößt man wieder auf die »Augstborderi «. Dem Sandsträßchen folgend geht’s – jetzt gegen den Wasserlauf – abschließend zurück zur Moosalp (2048 m; 2 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour1 km
Höhenunterschied200 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortBürchen (1283 m) bzw. Törbel (1497 m)
AusgangspunktMoosalp (2048 m); Parkplatz bzw. Bushalt
EndpunktMoosalp (2048 m); Parkplatz bzw. Bushalt
TourencharakterDem unscheinbaren Rücken sieht man nun wirklich nicht an, was für ein fantastisches Belvedere er ist. Erst ein Blick auf die Landkarte macht es deutlich, zeigt die bevorzugte Lage des Stand: das Oberwallis auf einen Blick, vom Furkapass bis zur Sprachgrenze hinter Leuk. Und diese Riesenschau genießt man bereits nach gut halbstündigem Aufstieg!
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 274 T
MarkierungenGelbe Markierungen und Wegzeiger
VerkehrsanbindungÜber die Wasserscheide auf der Moosalp führt eine teilweise recht schmale und kurvenreiche Straße: Visp – Bürchen – Moosalp – Törbel – Stalden.
GastronomieAuf der Moosalp
Tipps
Eine urige Wirtschaft Beliebte Einkehr auf der Moosalp ist das gleichnamige Restaurant, das schon durch sein originelles Äußeres auffällt. Wer das Haus betritt, muss zwischen Gaststube, Wintergarten oder Mischabel Lounge entscheiden; noch schwieriger wird’s dann beim Blick auf die Speisekarte: Darf es eine Älplerspezialität sein oder Gitrochnots üs dum Spycher (Getrocknetes aus dem Speicher), vielleicht ein Raclette oder etwas aus der Schwiizer Chuchi? Lassen Sie sich überraschen! Restaurant Moosalp, Tel. 027/952 14 95, www.moosalp.ch
Informationen
Tourist-Info Bürchen-Unterbäch Tourismus, CH-3935 Bürchen, Tel. 027/934 17 16, E-Mail: info@buerchen.ch, www.buerchen-unterbäch.ch