Über den Schrammsteingrat

Rundwanderung mit faszinierenden Ausblicken; beim Aufstieg und auf dem Gratweg streckenweise über Metallleitern (Autor: Tassilo Wengel)
Von Schmilka zum Großen Schrammtor.
Wir starten in Schmilka beim großen Parkplatz an der Grenze und biegen kurz vor der Grenzstation links in die Straße ein. Dem Wegweiser »Elbleitenweg, Schrammsteine« folgend, kommen wir am Elb-Café vorbei, das mit seiner gemütlichen Gaststube und dem kleinen Kaffeegarten bestens für eine Einkehr geeignet ist. In den Sommermonaten fällt hier die reiche Bepflanzung am Haus auf, aber auch die mit Liebe gepflegten, üppig blühenden Balkonkästen. An kleinen Häusern vorbei erreichen wir eine Weggabelung. Hier halten wir uns links und gehen auf befestigter, leicht ansteigender Straße in den Wald. Unser Weg führt am Abzweig zum Wurzelweg vorbei, ebenso am Abzweig Heringsgrund, der zur Heiligen Stiege führt. Der breite Waldweg windet sich allmählich aufwärts, bis wir nach einer halben Stunde Wanderzeit schon eine gewisse Höhe erreicht haben. Ein Wegweiser macht auf einen möglichen, lohnenswerten Abstecher zur Kleinen Bastei aufmerksam, einem ruhigen Aussichtspunkt, von dem sich ein schöner Blick auf die Schrammsteinkette bietet. Von dort zurückgekehrt, gehen wir unseren Weg mit der Markierung grüner Querstrich weiter und nähern uns immer mehr den Schrammsteinen.
Vor uns erhebt sich der Rauschenstein, ein schön geformter Felsen. Hier befand sich im Mittelalter ein Beobachtungsposten zur Überwachung des Elbtales. Wir kommen an weiteren imposanten Felsmassiven der Schrammsteinkette vorbei, an deren senkrechten Wänden wir – nur durch einige Kiefern und Birken getrennt – entlanggehen.
Wir setzen unsere Wanderung dann auf dem Elbleitenweg weiter fort, bis wir zum Großen Schrammtor gelangen, einer gigantischen und eindrucksvollen Felsszenerie. Hier folgen wir dem Wegweiser zur Schrammsteinaussicht, steigen ein paar Stufen aufwärts und gehen durch das von gewaltigen Felsen gebildete Große Schrammtor.
Zur Schrammsteinaussicht.
Auf einem schönen Waldweg erreichen wir schließlich eine Wegkreuzung mit zwei Aufstiegsmöglichkeiten. Der Jägersteig ist sehr steil und führt über lange Metalltreppen nach oben. Wir wählen den Aufstieg über den Wildschützenweg, der ebenfalls über Treppen aus Metall steil aufwärts führt, aber bequemer ist. Der Weg zieht sich durch schmale Schluchten und dicht an Felsen vorbei hinauf, bis wir vor dem Wegweiser »Schrammsteinaussicht« stehen. Nach wenigen Minuten können wir auf einer Höhe von 417 Metern ü.N.N. das Panorama auf die Vorderen Schrammsteine genießen. Links außen sehen wir den Vorderen Torstein, nach rechts folgen Meurerturm, Zackenkrone, Schrammtorwächter, Schrammtor, Ostertürme, Schrammtürme, Dreifingerturm, Mittleres Schrammtor, Mittlerer Torstein, Hohes Schrammtor und Hoher Torstein. Etwas abseits steht der Falkenstein. Dieses Wahrzeichen des Schrammsteingebietes wurde 1864 von Bad Schandauer Turnern als Kletterfelsen entdeckt – und damit die moderne Bergsteigerei im Elbsandsteingebirge begründet.
Über den Schrammsteingratweg.
Von der Schrammsteinaussicht gehen wir zurück zu unserer Wegkreuzung und weiter auf dem Gratweg (Markierung blauer Querstrich). Diesem folgen wir über Metalltreppen und Leitern, gehen über in den Fels gehauene Stufen auf und ab, genießen zwischen den eindrucksvoll geformten Felstürmen die malerischen Ausblicke nach beiden Seiten und erreichen schließlich den Abstieg Jägersteig. Wer die Wanderung abkürzen möchte - Über den Jägersteig kann man schnell zum Elbleitenweg und zurück nach Schmilka gelangen. Schöner ist es allerdings, die Wanderung auf der Höhe fortzusetzen und dem herrlichen Panoramaweg zu folgen. Er windet sich anfangs noch zwischen Felsen hindurch, führt dann aber wunderschön zwischen Buschwald aus Kiefern, Birken, Lärchen dahin und bietet immer wieder fantastische Ausblicke zu Felsen und in das Hinterland.
Abstieg nach Schmilka: zwei Varianten.
Entweder wir folgen bei der Wegkreuzung Zurückesteig/Großer Winterberg der Markierung grüner Querstrich weiter und gelangen zur Breiten Kluft. Hier steigen wir auf den Elbleitenweg hinab und kommen über die Zwieselhütte nach Schmilka zurück. Oder – wer noch etwas länger auf dem Panoramaweg bleiben möchte, folgt bei der Wegkreuzung Zurückesteig/Großer Winterberg dem Zurückesteig (Markierung blauer Querstrich). Auf dieser Strecke kann man sich an den grandiosen Felsformationen beim Sandloch mit dem Großen Dom erfreuen und hat einen schönen Blick. An einer Weggabelung schwenken wir nach rechts weiter aufwärts zu einem Höhenweg unweit des Carolafelsens. Auch hier gehen wir nach rechts und genießen schöne Ausblicke. Beim Abzweig Wurzelweg wenden wir uns rechts abwärts und folgen unten angekommen nach links schwenkend nun dem Wegweiser zurück nach Schmilka.

GEHZEITEN.
Schmilka – Schrammsteine 2 Std. – Schmilka 13/4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied292 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSchmilka
EndpunktSchmilka
TourencharakterEine Tour über den Schrammsteingrat gehört zu den eindrucksvollsten Ausflügen im Elbsandsteingebirge. Die bizarre und zerklüftete Felsszenerie der Schrammsteine sowie die herrlichen Aussichten auf das Elbtal sorgen für eine genussreiche Wanderung.
Hinweise
EINKEHR-TIPP. Schmilka ist der Grenzort zu Böhmen und ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen in die Sächsische Schweiz. Direkt am Wanderweg von Schmilka aus zu den Schrammsteinen liegt das Elb-Café, eine sehr beliebte, aber auch stark frequentierte Pension mit Restaurant. Die Gästezimmer sind geschmackvoll im Bauernstil eingerichtet und mit modernem Komfort ausgestattet, zum Café gehört eine gemütliche Gästeterrasse. Das kulinarische Angebot umfasst typisch sächsische Gerichte und hausgemachte Kuchen.
KartentippTopografische Karte 1 - 25000 mit Wanderwegen des Landesvermessungsamtes Sachsen, Blatt 45
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A4 oder A13 bis zur Anschlussstelle Dresden Altstadt und durch Dresden Richtung Pirna oder bis Autobahndreieck Dresden-West, auf der A17 bis Anschlussstelle Pirna und auf der B172 über Pirna und Bad Schandau bis Schmilka. Mit der S-Bahn bis Bad Schandau, weiter per Bus oder Schiff
GastronomieSchmilka - Pension/Restaurant Elb-Café, Schmilka Nr. 31, Tel. 035022/42398, Di Ruhetag; Gaststätte Grenzeck, Schmilka Nr. 23, Tel. 035022/42029, Do Ruhetag
Tipps
BÖHMISCHE KÜCHE UND DAS PREBISCHTOR. Wer die böhmische Küche mit Knödel, Sauerkraut und Gulasch sowie das berühmte tschechische Bier mag, dem sei ein Abstecher nach Böhmen empfohlen. Von Schmilka aus ist z.B. der böhmische Ort Herrnskretschen (Hrensko) in einer halben Stunde zu Fuß erreichbar. Man kann auch mit der S-Bahn bis Schöna fahren und sich dort mit der Fähre nach Hrensko übersetzen lassen. Im Ort gibt es eine Vielzahl von Restaurants mit sehr schmackhafter böhmischer Küche. Darüber hinaus beginnt in Hrensko ein reizvoller Wanderweg zum berühmten Prebischtor (Pravcická brána) – eine durch Verwitterung entstandene kuriose Felsformation, die schon 1410 »großes Thor« benannt und mit dem historischen Fremdenweg vom Winterberg her erschlossen wurde. Das Prebischtor hat eine Höhe von 16 Metern, ist knapp acht Meter breit und an der schwächsten Stelle nur noch drei Meter dick. Um es auch für die nächsten Generationen zu erhalten, ist der Zugang über den Bogen seit 1982 gesperrt. Vom Ortsausgang führt ein Rundweg zum Prebischtor und zur Edmundsklamm. Kehrenreich geht es recht steil aufwärts in einer knappen Stunde zur berühmten Aussicht und zur Gaststätte Falkenhorst (Sokolí hnízdo). Sie ist normalerweise täglich von 10–18 Uhr geöffnet, kann aber bei schlechtem Wetter auch geschlossen sein.
Informationen
EINDRUCKSVOLLES FELSBAND. Die Schrammsteine bilden von der Elbseite aus noch ein zusammenhängendes Felsband, auf dem der Gratweg als Gipfelweg entlangführt. Zur rückwärtigen Seite hin sind die Schrammsteine aber bereits in Auflösung begriffen, was vom Gratweg aus sehr schön erkennbar ist. Ihren westlichsten Abschluss bildet die Torsteinkette. Auch an dieser imposantesten Felsgruppe des Elbsandsteingebirges sind die Zeichen der Verwitterung deutlich sichtbar, sie hat sich bereits in eine Reihe schroffer Türme aufgelöst. Schon vor langer Zeit vom Massiv »abgekoppelt« hat sich der Falkenstein, der als markanter Felsklotz 260 Meter abseits steht.
Unterkunft
Schmilka - Pension/Restaurant Elb-Café, Schmilka Nr. 31, Tel. 035022/42398, www.pension-elb-cafe.de
Tourismusbüro
Tourismusinformation im Haus des Gastes, Markt 12, 01814 Bad Schandau, Tel. 035022/90030, www.bad-schandau.de

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