Über den Schlossberg: Pizzo Castello

Anstrengende Rundwanderung über der untersten Valle d'Anzasca, im Abstieg unterhalb der Almsiedlung Drocala einige etwas heikle Passagen. Trittsicherheit unerlässlich! (Autor: Eugen E. Hüsler)
14 km
1460 m
7.00 h
Vor der Kirche von Cimamulera kurz links, dann neben einer Treppe aufwärts zur oberen Dorfstraße. Man kreuzt sie und folgt dem Hohlweg, der steil, den Hang nach rechts schneidend, bergwärts führt. Bei einer Alphütte (ca. 640 m) nicht geradeaus weiter, sondern links im Zickzack über den bewaldeten Hang aufwärts zu einer weiteren Wegteilung.
Auf der Alpe Ceresole (953 m; 1 Std.), wo ein markierter Weg von Cimamulera Madonna (545 m) mündet, ist dann eine erste Pause fällig; bei gutem Wetter genießt man den Blick durch das Anzascatal auf den Ostabsturz des Monte Rosa. Der »Weiße Riese« dominiert auch während des weiteren Anstiegs in der Kulisse. Ein großes, bereits vom Tal aus sichtbares Kreuz (1129 m) bleibt rechts abseits, ebenso die Testa del Frate (1258 m), deren Gipfelkuppe der Weg auf einem schmalen Felsband umgeht. An der Alpe Castello darf man sich dann kurz wie ein (kleiner) König fühlen: auf der Steinbank vor dem Rifugio Imperiale«. Das Hüttchen wirkt allerdings recht armselig, trotz des Namens, ganz im Gegensatz zur Aussicht, die im Baedeker locker ihre zwei Sternchen bekäme. Das dritte ist eine Dreiviertelstunde später fällig, nach dem Schlussanstieg zum Pizzo Castello (1607 m; 3:30 Std.).
Vom Gipfel aus hat man auch den Weiterweg im Blick: am Kamm entlang, zunächst kurz bergab, dann wieder leicht ansteigend zu den ersten Hütten der weitläufigen Alpe della Colma (1509 m; 4:15 Std.), anschließend auf einem kunstvoll angelegten Serpentinenweg, eine große Hangmulde ausgehend, abwärts zum (ehemaligen) Alpdorf Drocala (ca. 940 m; 5:15 Std.). Nun nicht direkt hinunter zur Talstraße, sondern links haltend zum Waldrand. Die dünne Spur leitet in einen Klammwinkel (Bach), zu dem ein paar mächtige Felsblöcke die pittoreske Kulisse liefern. Weiter an steilem Hang durch lichten Wald hinaus zu den Häusern von Cresta. Ein schöner Plattenweg führt talwärts, mündet dann in eine Straße. Man verlässt sie bei den Häusern von Pero (670m) nach links und biegt auf den alten Talweg ein, der die Weiler an der Sonnseite der unteren Valle Anzasca miteinander verbindet. Auf ihm zurück nach Cimamulera (7:15 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied1460 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktCimamulera (486m), Fraktion der Gemeinde Piedimulera
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDie Überschreitung des Pizzo Castello (1607 m) ist eine Tour der Kontraste: im Norden die Riesen der Walliser Alpen, im Südosten der helle Spiegel des Lago Maggiore, an dessen Ufern eine üppig-mediterrane Flora gedeiht, drunten in der Valle d'Ossola Autobahn und Fabriken, an den Flanken des Monte Castello Spuren einer (fast) vergessenen Welt ohne Zukunft: Bergbauernschicksal.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass 1:50000, Blatt 97 »Omegna – Varallo – Lago d'Orta«
MarkierungenSpärlich bis gar nicht bezeichnete Wege
VerkehrsanbindungPiedimulera (248 m) ist Station an der Bahnlinie Gravellona – Domodossola. Zufahrt nach Cimamulera über die Anzasca-Talstraße, 3 km. Busverbindung, Parkmöglichkeit im Ort
GastronomieBar in Cimamulera; unterwegs keine Einkehr- oder Nächtigungsmöglichkeit!
Unterkunft
Keine.
Tourismusbüro
IAT di Domodossola, Piazza Matteotti 24, I-28845 Domodossola; Tel. +39/0324/248265, www.comune.domodossola.vb.it

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