Über den Monte Moro-Pass, 2868 m, zur Monte Rosa-Ostwand

Bergwanderung in grandioser Gebirgsszenerie (2-tägig); unschwierig. (Autor: Rose Marie und Gerhard Bleyer)
35 km
1500 m
10.00 h
Zum Monte Moro-Pass und nach Macugnaga - Mit Post-bus oder Pkw zum Stausee Mattmark im Schluss des Saastales (2203 m; Park-platz unterhalb der Krone des Staudammes). Am orografisch linken Ufer des Sees führt ein Wanderweg durch zwei Tunnels. Vom Seezufluss am südlichen Ende (2238 m) zieht sich die Route ins Tälli hinein. Bei Punkt 2321 ist der Stafelbach zu queren, bevor er in die Vispa mündet. Dann steiler zum Tälliboden hoch (2500 m), schließlich über gestufte Platten – aus der Zeit, da Maultierkarawanen über diesen Saumpfad zogen – empor zum Monte Moro-Pass (2868 m). Hier steht die vier Meter hohe Madonna delle Nevi. Sie wurde 1997 vergoldet; hohe kirchliche Würdenträger aus Italien nahmen an den Feierlichkeiten anlässlich der Einweihung teil. Großartig präsentiert sich das Monte Rosa-Massiv mit seiner eisdurchsetzten Ostwand. Südwestlich der Passhöhe befindet sich das Rifugio Gaspare Oberto (2769 m). Der 3-stündige Abstieg nach Macugnaga (1307m) ist zwar machbar, aber nicht zu empfehlen, da der alte Passweg auf der italienischen Seite seit Bestehen der Seilbahn von Macugnaga zum Monte Moro-Pass vernachlässigt wird und nicht im besten Zustand ist. Wir fahren daher mit der Seilbahn hinab. Aufstieg zur Zamboni-Hütte: Von Macugnaga-Staffa auf der alten Dorfstraße zum Ortsteil Pecetto (mit der Sessellift-Talstation zum Belvedere). Bei Benutzung des Sessellifts als Aufstiegshilfe können 13¼4 Stunden Gehzeit eingespart werden. Wer jedoch zur Zamboni-Hütte hochwandern will, folgt dem Hinweis bei der Station Alpe Burchi – Belvedere, quert die Anza über eine Brücke und steigt durch schönen Lärchenwald zur Alpe Burchi auf (1581 m). Der Weg wird steiler und führt zur Wirtschaft Belvedere nahe der Sesselliftstation (1904 m). Dann wandern wir auf einen Seitenarm des Ghiacciaio Belvedere hinab, traversieren ihn unschwierig und steigen am jenseitigen Ufer auf gut erkennbarer Spur zur Seitenmoräne wieder empor. Vom Scheitel der Moräne gelangen wir in das Alpgebiet Pedriola mit den Hütten von Zamboni und Zappa (2065 m). Höhenweg und Bergabwanderung nach Macugnaga: Am folgenden Morgen stehen wir so zeitig auf, dass uns der Sonnenaufgang nicht entgeht. Kaum steigt die Sonne über den Pizzo Bianco, treffen die ersten rotgoldenen Strahlen auf die Monte Rosa-Ostwand. Nur wenige Minuten dauert der faszinierende Zauber – dann verblassen die Farben wieder. Signalkuppe, Dufourspitze und Nordend stehen wie Wächter über der Ostwand. Ungeheure Eismassen hängen in der breiten Wandflucht, jederzeit bereit, laut berstend in die Tiefe zu stürzen. Anschließend geht es auf dem Sentiero S. Saglio ohne jeg-liche Anstrengung nach Piani alti di Rosareccio (2093 m). Ein Weg leitet von hier hinab nach Macugnaga. Bei der Alpe Rosareccio (1825 m) gelangen wir in ein malerisches weites Tal. Wunderbar ist der Blick auf die Ostwand und ins Valle Anzasca. Rückkehr ins Saastal: In Macugnaga (1307 m) gibt es drei Möglich-keiten: Entweder 1.) Mit dem Bus durch das liebliche Valle Anzasca über Piedimulera und Domodossola nach Iselle, von dort mit der BLS-Bahn nach Brig und weiter per Bus ins Saastal oder 2.) Mit der Seilbahn zum Monte Moro-Pass hoch und leicht zum Stausee Mattmark hinabwandern (2203 m); 3.) Wer Hochtouren in der Monte Rosa-Gruppe von Süden her machen will (siehe Tour 21) oder auf der Tour Monte Rosa unterwegs ist (siehe Anhang), setzt seine Wanderung südwärts ins Valle Quarazza fort. Tour-Ausgangsort gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Höhenweg Wanderung

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour35 km
Höhenunterschied1500 m
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
StartortSaas Almagell (1673 m) im Saastal.
AusgangspunktStausee Mattmark (2203 m) südlich von Saas Almagell im Schluss des Saastals.
TourencharakterDer Name Monte Rosa leitet sich ab von Mont Roise, der vergletscherte Berg. Bis zum 17. Jahrhundert differenzierte man nicht zwischen Mont Cervin, Monte Rosa und dem Theodulpass. Diese Berge und Pässe wurden von den Wallisern ganz pauschal Gletscher genannt und von den Valdostanern Le Royse. Die Monte Rosa-Gruppe hat 14 Gipfel über 4000 Meter Höhe, der höchste und bedeutendste von ihnen ist die Dufourspitze. Seit seiner Erstersteigung ist der Monte Rosa zum Anziehungspunkt für Bergsteiger, Skiläufer und Touristen aus der ganzen Welt geworden. Die Erschließer vollbrachten abenteuerliche Leistungen – waren doch alle Anstiege aus dem Tal durchzuführen, während den Alpinisten heute Hütten und Biwakschachteln zur Verfügung stehen. Julius Kugy schreibt in seiner Monte Rosa-Monografie, dass sich als erste sieben junge Männer aus Gressoney im August 1778 an den Monte Rosa wagen. 1789 kommt de Saussure zum Monte Rosa und 1801 wird der erste Gipfelsieg errungen - Pietro Giordani ersteigt am 23. Juli die nach ihm benannte Punta Giordani (4046 m). In den Jahren 1819, 1820 und 1822 finden Vincent-Pyramide, Ludwigshöhe und Zumsteinspitze ihre Meister. Erst 20 Jahre später wird die Sig-nalkuppe (Punta Gnifetti) erobert. Ab 1847 erfolgen verschiedene Ver-suche, die Dufourspitze von Norden her zu ersteigen. Jedoch erst am 1. August 1855 setzen Menschen ihren Fuß auf den höchsten Spitz (Kugy). Um die Monte Rosa-Ostwand wird es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts lebendig. Dem Saaser Ferdinand Imseng gelingt zusammen mit dem Tiroler Gabriel Spechtenhauser und ihren britischen Gästen Taylor und Pendlebury 1872 die erste Durch-steigung der gefürchteten Wand. Der geglückte Gipfelanstieg von Macugnaga aus findet in den folgenden Jahren Nachahmer – Julius Kugy steht 1886 an sechster Stelle der Ostwand-Bezwinger. Bergwan-derer können auf unschwierigen Wegen die Monte Rosa-Ostwand bewundern, von der Kugy »Im Göttlichen Lächeln des Monte Rosa« sagt: »(…) sie ist in Europa einzigartig und unerreicht. Um Gleiches oder Größeres zu sehen, müsste man in den Himalaya gehen.« Dauer: gesamt 101/2 Std.; Stausee Mattmark – Tälliboden P. 2500 2 Std.; Tälliboden – Monte Moro-Pass–Berg-station 11/4 Std.; Macugnaga-Staffa – Rifugio Zamboni e Zappa 21/2 Std.; Rifugio Zamboni e Zappa – Alpe Rosareccio – Macugnaga-Staffa 23/4 Std.; Monte Moro-Pass – Stausee Mattmark 2 Std. Höhenunterschied: ? 1500 m (bei Benutzung der Seilbahn Macugnaga-Staffa – Monte Moro-Pass; bei Sessellift-Auffahrt nach Belvedere 600 m weniger), ? 1500m (bei Benutzung der Seilbahn Monte Moro-Pass – Macugnaga-Staffa); Stausee Mattmark – Tälliboden P. 2500 ? 300 m; Tälliboden – Monte Moro-Pass-Bergstation ? 360 m und ? 50 m; Bergstation – Macugnaga-Staffa per Seilbahn; Macugnaga-Staffa – Rifugio Zamboni e Zappa ? 760 m; Rifugio Zamboni e Zappa – Alpe Rosareccio – Macugnaga-Staffa ? 30 m und ? 790 m; Macugnaga-Staffa – Monte Moro-Pass per Seilbahn; Monte Moro-Pass-Bergstation – Stausee Mattmark ? 50 m und ? 660 m.
Beste Jahreszeit
KartentippSAW-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 284 T (Mischabel; mit eingezeichneten Routen).
VerkehrsanbindungÖV - mit der Matterhorn Gotthard Bahn nach Stalden und von dort mit dem Bus nach Saas Fee. Auto: von Visp/ Rhonetal südwärts ins Vispertal nach Stalden, hier links ab ins Saastal und über Saas Grund nach Saas Fee. Parkplatz am Ortseingang; von Saas Grund nach Saas Almagell und zum Stausee Mattmark (Parkplatz unterhalb der Krone des Staudammes); auch per Bus zu erreichen.
GastronomieRifugio Gaspare Oberto (2769 m, in der Nähe des Monte Moro-Passes), CAI/Malnate, 30 Lager, bewirtschaftet von Mitte Juni bis Anfang September, Tel. 0324/65544. Rifugio Zamboni e Zappa (2065 m), CAI/Società Escursionisti Milanesi, 32 Lager, bewirt-schaftet von Anfang Juni bis Mitte Ok-tober, Tel. 0324/65313. Rifugio Paradiso (2223 m), privat, beliebtes Ausflugsziel von der Zamboni-Hütte (ca. 30 Min.).
Höchster Punkt
Monte Moro-Pass, 2868 m
Unterkunft
Rifugio Gaspare Oberto (2769 m, in der Nähe des Monte Moro-Passes), CAI/Malnate, 30 Lager, bewirtschaftet von Mitte Juni bis Anfang September, Tel. 0324/65544. Rifugio Zamboni e Zappa (2065 m), CAI/Società Escursionisti Milanesi, 32 Lager, bewirt-schaftet von Anfang Juni bis Mitte Ok-tober, Tel. 0324/65313. Rifugio Paradiso (2223 m), privat, beliebtes Ausflugsziel von der Zamboni-Hütte (ca. 30 Min.).
Tourismusbüro
Saas Grund und Saas Almagell, siehe Tour 15. Macugnaga (1307–1362 m, aus mehreren Siedlungen/Frazione bestehende Ge-meinde) im Schluss des Valle Anzasca unter-halb der Monte Rosa-Ostwand. Sehenswert: Chiesa in Macugnaga-Pecetto, Walsermuseum in Macugnaga-Borca. Seilbahn zum Monte Moro-Pass (Juli bis Ende August/ Anfang September), Sessellift zur Alpe Burchi und zum Belvedere (Mitte Juni bis Ende September). Touristica APT (Fremden-verkehrsamt): I–28030 Macugnaga (NO), Tel. 0324/65119.

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