Über den Monte Generoso

Große, recht anstrengende Überschreitung mit faszinierenden See- und Bergblicken, am Nordgrat des Generoso überraschend alpin. Die Tour lässt sich »halbieren«, wenn man für Auf- oder Abstieg die Generoso-Zahnradbahn benutzt. (Autor: Eugen E. Hüsler)
14 km
1120 m
7.00 h
Von Arogno (568 m) zunächst auf der Straße in Richtung Rovio. Jenseits der Mera-Brücke zweigt bei Sasso Grosso der Weg zum Generoso ab. Er steigt ostwärts an zur großen Lichtung von Pianca (905 m) und führt dann weiter zur Costa del Bové. Über den bewaldeten Rücken geht es steil aufwärts, anschließend flach unter dem Grat hinüber in die kleine Senke der Pianca dell'Alpe (1360 m; 2:15 Std.). Weiter am Grenzkamm bergan, etwas ausgesetzt über die Cima dei Torrioni (1489 m) zum Nordgrat des Generoso, den man knapp unterhalb der Cima della Piancaccia (1610 m) gewinnt. Hier mündet der italienische Gipfelweg, der »Sentiero alto«; er führt um eine grasige Kuppe herum zum Fuß des Baraghetto (1694 m) und – den Felsen links ausweichend – zum Monte Generoso (1701 m; 4 Std.).
Von der Gipfelplattform auf dem viel begangenen Pfad hinunter zur Bahnstation mit dem Bergrestaurant »Generoso Vetta« (1601 m). Nun parallel zu den Gleisen bergab bis zu der Senke (1452 m) südlich des Motto di Cima. Hier links und durch die offene Südflanke des Generoso schräg abwärts zu einem kleinen Steinbruch und anschließend flach hinüber zur Alpe Génor und weiter ohne Höhenverlust zur Alpe Nadigh (1295 m; 5:15 Std.) in besonders schöner Lage. Nun an dem grasigen Rücken hinab zum Weiler Roncapiana (957 m). Über die von Scudellate herüberkommende Straße, dann durch einen Kastanienhain weiter bergab zur Brücke über die Breggia und auf einem Fahrweg nach Muggio (661 m; 7 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied1120 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktArogno (586 m), Bergdorf in der Val Mara.
EndpunktMuggio (661 m) im gleichnamigen Tal.
TourencharakterDer Monte Generoso (1701 m) – bei den Nachbarn im Intelvi Monte Calvagione genannt – ist ein Berg für jedermann: Auf der Gipfelplattform drängeln vor einem großen Panorama Ausflügler, die gerade der Bahn entstiegen sind, und Wanderer, manche vom langen Anstieg noch etwas außer Atem, um einen Platz in der ersten Reihe, an den steinigen Wiesenhängen unterhalb der Vetta machen sich (sofern die Winde richtig wehen) Paraglider startklar, und am Nordgrat turnen Kletterer auf den senkrechten Leitern der kleinen Via ferrata herum. Im Frühsommer blüht es bunt und üppig am Generoso, der deshalb von der Botanikerzunft den Ehrentitel »princeps montium« bekommen hat. Über zwanzig Orchideenarten soll es hier geben, darunter sogar Endemiten wie die Stendelwurz-Orchis (Serapis vomeraca).
Und dann, oben, das Panorama! Viel weiter als jenes des Zentralschweizer Rigi, spannt es sich von den Ligurischen und Cottischen Alpen bis zur Bernina und den Bergamasker Alpen, ein Halbrund voller Zacken, in starkem Kontrast zur Weite der Poebene, über der im Süden die flachen Bergrücken des Apennin stehen. Einige der markantesten Gipfel kann man (bei entsprechend klarer Sicht) leicht ausmachen, im Südwesten etwa, ganz isoliert und auffallend ebenmäßig gebaut, die Pyramide des Monviso (3841 m). Ziemlich genau über dem Monte San Giorgio (1097 m) steht der Gran Paradiso (4061 m), weiter rechts der riesige Monte Rosa (4634 m), neben ihm – vergleichsweise klein – der berühmteste Berg der Alpen: das Matterhorn (4478 m). Im Uhrzeigersinn schließen Mischabel (Dom, 4545 m) und Weissmies (4023 m) an.
Von den Viertausendern der Berner Alpen ist das Finsteraarhorn (4274 m) herausragend, ein schlanker, kompakter Turm, wenig rechts hinter dem Antennenstachel des San Salvatore (912 m). Der zwischen Gotthard- und Adulamassiv absinkende Alpenhauptkamm gestattet – genau im Norden – den Durchblick zum Tödi (3614 m), dem höchsten Punkt der Glarner Alpen. Über dem grasigen Kamm, der das Intelvital nordöstlich abschließt, fallen drei Gipfel ins Auge: Piz Bernina (4049 m), neben ihm, etwas näher und deshalb (scheinbar) höher, der Monte Disgrazia (3678 m) und – auf halber Distanz – der Monte Legnone (2609 m), der den Höhenrekord unter den Bergen der Comer-See-Region hält.
Sehenswert sind auch die Almsiedlungen an der Südabdachung des Generoso, Génor und Nadigh, mit ihren alten Häusern aus Bruchsteinen. Eine Besonderheit, einzigartig in der Schweiz, bilden die so genannten »nevere«, schlichte Rundbauten über einem Keller, der jeweils im Winter mit Schnee gefüllt wurde und so im Sommer als »Kühlschrank« für die Milch (vor ihrer Verarbeitung zu Formaggini) diente.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:500, Blatt 286 T >Malcantone<
MarkierungenWeiß-rot-weiß bezeichnete Bergwege, Hinweistafeln an allen Verzweigungen.
VerkehrsanbindungArogno erreicht man von Maroggia (Bahnstation) am Luganer See über eine gute Bergstraße, 5 km; Postbus. Die Dörfer der Valle Muggio haben Busverbindung mit Mendrisio (Bahnstation). Die Generoso-Bahn verkehrt das ganze Jahr über außer November; erste Bergfahrt im Sommer um 9 Uhr. Infos bei der Ferrovia Monte Generoso SA in Capolago; Tel. 091/6 48 11 05.
GastronomieIm Albergo Vetta (1601 m) kann man auch übernachten; Sonnenuntergang und -aufgang bei schönem Wetter inklusive. Geöffnet Dezember–Oktober; Tel. 091/6 49 77 22.
Tipps
Am Monte Generoso gibt es zwei interessante Lehrpfade: den Sentiero dei pianeti (Planetenweg, am Ostgrat des Gipfels) und den Sentiero della natura zwischen Bellavista (1225 m; Bahnstation) und Generoso-Vetta. Infos und Faltblätter bei der Generoso-Bahn. Einen Besuch verdient die 1988 entdeckte >Bärenhöhle
Unterkunft
Im Albergo Vetta (1601 m) kann man auch übernachten; Sonnenuntergang und -aufgang bei schönem Wetter inklusive. Geöffnet Dezember–Oktober; Tel. 091/6 49 77 22.
Tourismusbüro
Mendrisio Turismo, Via Angelo Maspoli 15, CH-6850 Mendrisio; Tel. 091/6 46 57 61, Fax 6 46 33 48, E-Mail info@mendrisiotourism.ch, Internet www.mendrisiotourism.ch.

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