Über den Höllentalanger zur Riffelscharte

Landschaftlich einmalige Durchquerung, bei der Trittsicherheit und Schwindelfreiheit Voraussetzung sind. Der steile Abstieg in Richtung Eibsee ist mit Drahtseilen abgesichert. Bis zur Höllentalangerhütte stark frequentiert; die Überschreitung der Riffelscharte ist relativ einsam. Hammersbach – Höllentalklamm – Höllentalanger – Riffelscharte – Eibsee (Autor: Michael Pröttel)
Bis zur Höllentalangerhütte folgen wir dem bei Wanderung 3 beschriebenen Weg (2:20 Std.). Kurz nach der Hütte überquert man auf einer Brücke das in der Regel trockene Bachbett, um auf der anderen Talseite in angenehmer Neigung weiter anzusteigen. Während man auf den beeindruckenden Talschluss zuwandert, wechseln sich Wiesenflächen und lichte Waldstücke miteinander ab. Noch ist der Weg sehr gut, bis er am Talende plötzlich in einen unscheinbaren Steig übergeht. Wir folgen den roten Markierungen nach rechts bergan und müssen die Hände manchmal zu Hilfe nehmen. Bald stehen wir vor einer Weggabelung. Wir folgen dem Schild »Riffelscharte« und wenden uns nach rechts. Zunächst ist der Weg flacher, bevor es ein längeres Stück steil und etwas ausgesetzt bergan geht. Wir folgen stets den zum Teil verblichenen roten Punkten und Pfeilen. Bald erreicht man ein Drahtseil, welches uns ein kurzes Stück recht steil bergauf leitet. Der Weg wird wieder flacher und wendet sich schließlich nach links – einen Abzweig nach rechts ignorieren wir –, um die flache Mulde östlich der Riffelscharte zu erreichen. Man hält auf die Mitte des Kares zu und wendet sich dort, wo es wieder steiler wird, nach rechts. Zum Schluss erreichen wir über einen schönen Rücken den breiten Sattel der Riffelscharte (4:20Std., 2190m). Von hier aus hat man eine sagenhafte Aussicht auf den tief unter uns gelegenen, grün schimmernden Eibsee.
Man geht nun noch ein kurzes Stück bergan und erreicht ein Stahlseil, entlang dessen wir ein längeres ausgesetztes Wegstück in Richtung Südwesten hinabsteigen. Dahinter erreicht man eine große Schuttreiße, an deren linker Seite man weiter an Höhe verliert. Schließlich wendet sich der Weg von der Reiße ab und quert flach zu einem mit Latschen und Lärchen bewachsenen alten Schuttkegel, über den es auf angenehmen Serpentinen weiter bergab geht. Bald erreicht man eine Weggabelung. Hier hat man zwei Möglichkeiten:
Alternative 1: Wir gehen nach rechts (Markierung »ES«) und folgen dem nun schmaler werdenden Weg. Bald stößt dieser bei einigen Erdhügeln auf einen nicht mehr verwendeten Fahrweg; dieser Wegabschnitt ist nicht mehr markiert. (Die Erdhügel haben übrigens nichts mit etwaigen postglazialen geomorphologischen Prozessen zu tun, sondern rühren – ganz profan – vom Bau der Zugspitz-Zahnradbahn her.) Dem alten Fahrweg folgen wir nun immer unterhalb der Seilbahn nach rechts bergab in Richtung Norden. Einmal kommt man an einem ehemaligen Wendeplatz vorbei; hier hält man sich rechts und folgt weiter der alten Trasse. Dort, wo diese endet, beginnt eine schmale, aber deutliche Wegspur, die über einen Kamm in den Wald hineinführt. Die Spur gabelt sich; man hält sich hier links und trifft bald auf einen breiteren Weg, dem man nun bergab folgt. Schließlich stoßen wir auf die Kurve eines breiten Forstweges, der man ein kurzes Stück folgt, um sie sogleich wieder nach rechts zu verlassen. Die Wegspuren führen uns auf einen alten Fahrweg. An einer Gabelung halten wir uns links, überqueren mittels einer Brücke die Trasse der Zugspitz-Zahnradbahn und stehen auch gleich schon am Parkplatz vor der Haltestelle Eibsee der Zugspitzbahn (6:10 Std.).
Alternative 2: Wir gehen an der Gabelung links und kommen bald zur Haltestelle Riffelriß der Zugspitzbahn. Von hier führt uns der Weg weiter nach Westen zur Landesgrenze, wo wir auf den von der Wiener-Neustädter Hütte her kommenden Weg stoßen. Hier wendet man sich nach rechts und folgt nun dem mit der Nummer 821 markierten Weg hinunter, bis man schließlich den Eibsee erreicht. Der letzte Zug in Richtung Garmisch fährt hier um 16:45 Uhr ab.

Höhenunterschied: Auf: 1450, Ab: 1250

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied1450 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktZughaltestelle Hammersbach.
EndpunktZughaltestelle Eibsee.
TourencharakterDas wilde, von steilen Felswänden eingerahmte Höllental auf der einen, der liebliche, von schattigen Wäldern umgebene Eibsee auf der anderen Seite: Die atemberaubende Aussicht von der Riffelscharte sucht wirklich ihresgleichen – und muss dafür auch mit einem anstrengenden Anstieg und anspruchsvollen Abstieg erst einmal erobert werden.
Hinweise
Höhenunterschied: Auf:1450 / Ab: 1250
KartentippUK L 31 »Werdenfelser Land«, 1:50 000, Bayerisches Landesvermessungsamt.
Markierungen831a, rote Punkte.
VerkehrsanbindungMit dem Auto: Von München über A 95 und B 2 Richtung Garmisch-Partenkirchen und hier in Richtung Ehrwald/Reutte abbiegen. Kurz nach dem Ortsende von Garmisch links zum Ortsteil Hammersbach. Mit dem Zug: Von München direkt nach Garmisch. Hier umsteigen in die Bayerische Zugspitzbahn und mit dieser bis Hammersbach.
GastronomieHöllentalangerhütte (DAV), 1387m, Tel. 08821/88 11. Geöffnet Mitte Mai bis Mitte Oktober.
Tipps
Nehmen Sie zu dieser Tour sowohl Regenzeug als auch Badesachen mit. Denn in der Höllentalklamm mit ihren vielen kleinen Wasserfällen wird man auch bei strahlendem Sonnenschein nass, und ein Sprung in den Eibsee (am schönsten am Nordufer) ist nach der langen Wanderung ein Heidenspaß. Übrigens findet man einen sehr guten 360°-Panorama-Blick von der Riffelscharte auf der Homepage www.eibsee-hotel.de.
Unterkunft
Höllentalangerhütte sowie Pensionen in Grainau und Garmisch-Partenkirchen.
Tourismusbüro
Garmisch-Partenkirchen.

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