Über den Grünten

Auf den »Wächter des Allgäus«. Wirtschaftsweg, dann leichte, teils steile Bergwanderwege. Zum Übelhorn nur für größere Kinder. (Autor: Heinrich Bauregger)
8 km
630 m
5.00 h
Der Grünten ist der letzte Vorposten der Allgäuer Alpen, bevor sie im Vorland mit kleinen Moränenhügeln ausklingen. Aufgrund dieser Randlage reicht der Blick dann auch dementsprechend weit. Dafür müssen wir uns allerdings bis zum Gipfel hinaufbemühen, dem so genannten Übelhorn – denn der Name Grünten bezieht sich nur auf das gesamte Bergmassiv –, das ein aufwändiges Denkmal für die Gebirgsjäger aus dem Jahre 1924 krönt. Der Grünten war schon früh als Bergwanderziel populär, deshalb wurde dort oben mit dem Grüntenhaus bereits im Jahre 1852 die erste gewerbliche Hütte der gesamten Allgäuer Alpen erbaut. Selbst König Max II. von Bayern war hier im Jahre 1850 schon oben, als er seine berühmte Fußreise vom Bodensee bis nach Berchtesgaden unternahm. Der Grünten hat aber auch schon früher von sich reden gemacht, so wurde dort über Jahrhunderte Eisenerz im Tagebau abgebaut. Spuren davon können wir am ausgeschilderten Erzgrubenweg noch heute nachspüren. Und im Jahre 1827 wurde am Grünten der letzte Wolf der Allgäuer Alpen erlegt. Als Einzelwanderer haben wir kein Glück, falls wir dort oben übernachten wollen, da müssen wir schon als Gruppe auftreten und uns vorher anmelden. Aber einkehren können wir allemal – und zwar am Ausgangspunkt, unterwegs bei der Oberen Schwandalpe und im Grüntenhaus.
Der Anstieg zum Grüntenhaus.
Vom Parkplatz folgen wir dem Teersträßchen bergan, gehen am Berggasthaus Alpenblick vorbei und halten uns bei der folgenden Wegverzweigung links. Bei der Alpe Kehr verlassen wir den Fahrweg nach links und steigen – der Weg ist noch breit und immer gut ausgeschildert – in Kehren über die Alpweiden steil hinauf zur Oberen Schwandalpe, wo wir eine erste Rast einlegen und auf der kleinen Terrasse den freien Blick ins Tal genießen. Dann folgen wir dem Bergpfad hinauf zur Zweifelgehrenalpe, wo sich kurz vorher unser Weg verzweigt. Links haltend weiter bergan zu einem bewaldeten Kammausläufer und nahezu eben hinüber zum Grüntenhaus.
Der Gipfelabstecher.
Vom Grüntenhaus queren wir nun hinüber zu einem bewaldeten Kamm und folgen dort rechts dem Pfad hinauf (Wegweiser) zur Sendestation des Bayerischen Rundfunks. Links an dieser vorbei und weiter auf dem nun freien, aber ungefährlichen Grat hinauf zum höchsten Punkt.
Der Abstieg ins Tal.
Vom Grüntenhaus rechts hinüber zum bewaldeten Kamm (Wegweiser) und links haltend hinab weiter in den bewaldeten Graben, der den Kreuzelspitz und die Stuhlwand trennt, und geradewegs mit vielen kleinen Serpentinen hinab. Kurz bevor wir die Fahrstraße zum Berggasthaus Alpenblick erreichen, links auf den Ziehweg und auf dem Sträßchen entlang noch das kurze Stück hinauf zum Ausgangspunkt.
Variante.
Vom Gasthof Alpenblick führt ein ausgeschilderter Lehrpfad, der »Erzgruben«, (etwas über zwei Kilometer einfache Strecke) durch die Südseite des Grünten. Hier wurde bis in das Jahr 1859 Eisenerz abgebaut. Am früheren Kohlweg wurden in etwa 15 Meilern Holzkohle für die Schmelzöfen hergestellt. Wir sehen noch Abraumhalden und die gesprengten Eingänge der Erzgruben. Am Hang sind auch heute noch deutliche Spuren des Tagebaus zu sehen. Gesamtgehzeit - 1.30 Std. auf breiten Wegen.

kindgerechtes Wandern im Allgäu

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied630 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBurgberg, 752 m.
TourencharakterDauer -
Vom Parkplatz zur Oberen Schwandalpe 1.15 Std., Weiterweg zum Grüntenhaus 1.30 Std., Abstecher zum Übelhorn 1 Std., Abstieg zum Parkplatz 2 Std., insgesamt 5.45 Std.
Höhenunterschied:
Bis zum Grüntenhaus 630 m; Weiterweg zum Übelhorn 153 m.
Hinweise
Ab 6 Jahren; Erzgrubenweg ab 4 Jahren.
KartentippTopogr. Karte 1 - 50000 Allgäuer Alpen (BLVA).
VerkehrsanbindungAuto Auf der B 19/B 308 nach Sonthofen, dann dem Abzweig nach Burgberg folgen. Dort folgen wir dem Wegweiser zum Berggasthaus Alpenblick. Kurz davor ist der Wanderparkplatz »Auf dem Ried«. Bahn/Bus Mit dem Allgäu-Schwaben-Takt bis Sonthofen, dann mit Bus weiter bis Burgberg; von dort weiter zu Fuß.
GastronomieBerggasthaus Alpenblick (1060 m), ganzjährig bewirtschaftet, im Spätherbst geschlossen. n Alpe Kehr 1080 m), im Sommer bewirtschaftet. n Obere Schwandalpe (1330 m), von Anfang Juni bis Mitte Oktober bewirtschaftet. n Grüntenhaus (1585 m), privat, bewirtschaftet von Mai bis Ende Oktober, 50 Lager, Übernachtung nur für Gruppen mit Voranmeldung; Tel. 08321/3372.
Tipps
Im Sonthofener Heimathaus (Sonnenstraße 1) können wir uns in einer nachgebauten Alpsennerei über die Käseherstellung informieren, eine alte Nagelschmiede inspizieren oder uns über die bäuerliche Lebensweise des 18. und 19. Jahrhunderts im Allgäu kundig machen. Öffnungszeiten - außer Montag täglich überwiegend am Nachmittag geöffnet. Tel. 08321/3300.
Höchster Punkt
Übelhorn, 1738 m
Unterkunft
Berggasthaus Alpenblick (1060 m), ganzjährig bewirtschaftet, im Spätherbst geschlossen. Alpe Kehr 1080 m), im Sommer bewirtschaftet. Obere Schwandalpe (1330 m), von Anfang Juni bis Mitte Oktober bewirtschaftet. Grüntenhaus (1585 m), privat, bewirtschaftet von Mai bis Ende Oktober, 50 Lager, Übernachtung nur für Gruppen mit Voranmeldung; Tel. 08321/3372.

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