Über den Dreisesselberg

Waldwanderung mit hervorragenden Aussichtsstellen. Die meist felsigen und wurzeligen Pfade erfordern festes Schuhwerk. (Autor: Bernhard Pollmann)
18 km
700 m
5.00 h
Vom Parkplatz neben dem Gasthof »Waldstüberl« oberhalb des Rosenberger Guts in Neureichenau-Lackenhäuser folgen wir der Markierung »grünes Dreieck« aufwärts Richtung »Dreisessel«. Der steinige Wurzelweg führt am Böhmerwäldler-Denkmal vorbei aufwärts durch Hochwald, begleitet vom Rauschen eines Wildbachs. Zweimal laden während des stetigen Anstiegs Sitzbänke zur Rast, zuletzt passieren wir die Nordwaldkammweg-Abzweigung, dann mündet unser Weg auf die asphaltierte Zufahrt zum »Dreisesselhaus«, auf der wir die letzten Meter zum Berggasthaus und zum aussichtsreichen Dreisesselfels zurücklegen. Am Souvenir-Kiosk gegenüber dem Gasthaus beginnt der lohnende 10-Minuten-Abstecher zum Hochstein (1333 m), der höchsten Erhebung des Dreisesselbergs. Die Aussicht beim Gipfelkreuz ist noch umfassender als vom Dreisesselfels. Weit schweift der Blick nach Böhmen hinein;
Panoramaorientierungstafeln benennen die Punkte im Blickfeld.
Vom Hochstein kehren wir zurück zum Berggasthaus und folgen der Zufahrt abwärts. Viele zweigen nun in der Rechtskurve links auf den mit dem Zeichen »roter Strich« markierten Grenzwanderweg ab, auf den auch wir an der Dreieckmark treffen werden. Dieser wurzelige, steinige Grenzwanderweg führt parallel zum Nordwaldkammweg zum Bayerischen Plöckenstein, bei dem sich eine hervorragende Aussicht bietet, und weiter zur Dreieckmark. Diesem Grenzwanderweg schließen wir uns nicht an, sondern wandern in der Kurve geradeaus weiter wie beim Aufstieg, bis wir die bekannte Nordwaldkammweg-Abzweigung erreichen, und biegen dort links Richtung »Steinernes Meer« ab; markiert ist der Pfad mit einem weißblauen Zeichen. Der wurzelige, steinige, passagenweise befestigte Steig leitet durch
eine prachtvolle Hochwaldregion, wo absolutes Wegegebot herrscht, unter die Fichten mischen sich Buchen, Tannen und Ebereschen, während Farne, Kräuter und Gräser den Boden decken. Auf diesem stimmungsvollen Pfad erreichen wir das Steinerne Meer. Dieses Verwitterungsblockmeer »fließt« vom Bayerischen Plöckenstein durch den Südhang des Massivs und bietet einen prachtvollen Ausblick auf das bayerisch-österreichische Grenzgebiet im Quellbereich der Mühl. Nach der Rast am Steinernen Meer folgen wir weiter dem Nordwaldkammweg, und wenn dieser wenig später auf einen Begangssteig mündet, folgen wir diesem links hinauf zur bayerisch-böhmisch-österreichischen Dreieckmark [Trojmezí], an der Sitzbänke zur Rast laden. Vom Dreiländereck führt ein mit dem Zeichen »roter Strich« markierter Wurzelweg längs der tschechisch-österreichischen Grenze weiter zum ' Plöckenstein [Plechý] (1379 m). Von diesem höchsten Böhmerwaldgipfel Tschechiens und Österreichs folgen wir dem rot markierten Grenzpfad noch wenige Minuten weiter, bis der rotweißrot markierte Dreiländerweg rechts Richtung Schwarzenberg abzweigt und bald darauf identisch mit dem weißblau markierten Nordwaldkammweg zur österreichisch-deutschen Grenze führt. Dort zweigen wir auf dem Dreiländerweg links zur Teufelsschüssel ab, einer mächtigen Granitbastion, die auf Metalltreppen ersteigbar ist und einen wunderbaren Ausblick auf das Dreisessel-Plöckenstein-Massiv mit dem Steinernen Meer gewährt. Von der Teufelsschüssel – der Felsen trägt diesen Namen nach schüsselartigen Vertiefungen – leitet der Dreiländerweg im Wald hinab an den Rand des Dorfs Oberschwarzenberg. Dort folgen wir der Straße wenige Minuten rechts hinauf, bis der mit der Zahl »34« markierte Zinngießerweg links hinab abzweigt. Wo er unten am Gegenbach auf die Landesgrenze trifft, wandern wir auf dem Glashüttenweg rechts hinauf zum Gasthof »Zitherwirt« und sind zurück in Lackenhäuser: Hier gehen wir geradeaus am Campingplatz vorbei, wenden uns am Ende rechts, kommen am Rosenberger Gut mit der Adalbert-Stifter-Gedenkstätte vorbei und kehren mit Blick zum Steinernen Meer zurück zum Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour18 km
Höhenunterschied700 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz am Gasthof »Waldstüberl« (830 m) in Neureichenau-Lackenhäuser oberhalb vom Rosenberger Gut.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterVon Neureichenau-Lackenhäuser, wo sich das Rosenberger Gut mit der Adalbert-Stifter-Gedenkstätte befindet, führt diese mehrfach abkürzbare Dreiländerwanderung auf dem Witikosteig zum ' Dreisesselberg, einem der aussichtsreichsten Berge des Bayerischen Walds. Der Nordwaldweg leitet weiter zum aussichtsreichen Steinernen Meer, ehe wir im ' Plöckenstein den höchsten tschechischen und österreichischen Gipfel des Grenzgebirges erreichen. Den Schlusspunkt markiert auf österreichischer Seite der faszinierende Ausblick vom Teufelsschüssel-Felsturm. Wegen der Grenzübertritte müssen Ausweispapiere mitgeführt werden.
Beste Jahreszeit
MarkierungenGrünes Dreieck bis zum Dreisesselberg, weißblaues Zeichen auf dem Nordwaldkammweg, roter Strich über den Plöckenstein.
VerkehrsanbindungVon der B 12 Passau – Freyung abbiegen nach Waldkirchen und via Jandelsbrunn weiter nach Neureichenau.
GastronomieGasthof in Lackenhäuser, Berggasthaus auf dem Dreisesselberg.
Tipps
Familien mit Kindern starten am Dreisesselparkplatz an der Stichstraße zum Dreisesselberg. Das Dreisesselhaus (1313 m) ist eines der bekanntesten Berghäuser des Bayerischen Walds. Es hat 16 Betten und ist bewirtschaftet von ca. 20. Dezember bis Ende Oktober, Buchung im Voraus ist erforderlich; 94089 Neureichenau, Tel. 08556-350. Als Ausgangspunkt für Wanderungen einerseits auf dem Grenzkamm, andererseits im Böhmerwald und drittens im Bayerischen Wald ist das Berghaus hervorragend geeignet. So führt vom Dreisesselberghaus der Grenzwanderweg (Personalausweis mitführen) über den Bayerischen Plöckenstein zum tschechisch-österreichischen Plöckenstein, von dem aus wiederum der sagenumwobene Plöckensteinsee erreichbar ist. In Adalbert Stifters Roman »Witiko« (1865-67) erklärt Bertha Witiko, wie er zum Dreisesselfels gelangt: »Es geht ein Pfad hinauf, den du immer wieder leicht findest, wenn du ihn einmal verlierst. Weil aber der Stein von dem Grunde, der um ihn herum ist, wie eine gerade Mauer aufsteigt, so haben sie Stämme zusammengezimmert, und durch Hölzer eine Treppe gemacht, dass man auf seine Höhe gelangen kann. Du musst aber oben sorgsam sein, dass dein Haupt nicht irre wird; denn du stehst in der Luft allein über allen Wipfeln.« Auf dem heute »Witikosteig« genannten Weg wandert Witiko mit Wolf, einem Knecht von Berthas Vater, zum Dreisesselfels und zum Hohenstein: » Nach einer Wanderung von einer und einer halben Stunde gelangten sie auf die Schneide des Waldes hinan zu dem Fels der drei Sessel, der aus dem Grase des Waldes über die Gipfel der Bäume empor ragte. Witiko kletterte über die Treppe empor, Wolf folgte ihm. Oben war ebener Stand und drei hohe Lehnen, über die man hinausblicken konnte. Witiko sah in das Land Bayern. Zu seinen Füßen sah er die großen Wälder, er sah dann den Inn, die Isar und die Donau, und an dem Rande sah er die Berge der Alpen ... Sie stiegen von dem Fels hinab und gingen eine kleine Strecke nach Mitternacht. Dort stand ein ähnlicher Fels. Sie kletterten über eine gleiche Holztreppe hinauf. Von ihm sah Witiko die Berge des böhmischen Landes höher und breiter als von Sesseln, auch sah er neue Waldlehnen emporstehen...«.
Informationen
Mountainbikegeeignet: nein.
Unterkunft
In Neureichenau gibt es zwei Hotels, 17 Gasthöfe und Pensionen, drei Jugendherbergen, einen Campingplatz, zehn Urlaubsbauernhöfe sowie zahlreiche Privatvermieter.
Tourismusbüro
Verkehrsamt Neureichenau, Dreisesselstraße 8, D-94089 Neureichenau, Tel. 08583-960120, Fax 08583-960110.
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