Über den Brettlesweg zur Wies

Fast besinnlich stimmende Annäherung an ein Meisterwerk - die Wieskirche (Autor: Michael Pröttel)
8 km
110 m
3.00 h
Vom Parkplatz aus geht man entlang der Hauptstraße
in Richtung Steingaden zurück, überquert zwei Brücken und
biegt dann nach rechts in die Schlögelmühlstraße (verblasstes
Schild) ein. Am Beginn der Straße steht ein großer Baum, an dessen
Rückseite sich ein Schild Wieskirche über Brettlesweg befindet.
Man folgt nun immer dem Bach entlang der Straße, die bald
zu einem Erdweg wird, mal durch den Wald, mal über Wiesen.
Nette, von einer Steingadener Grundschulklasse gestaltete Tafeln
eines Naturlehrpfades informieren immer wieder über die Fauna
und Flora imBach, auf denWiesen und in denWäldern. Hinter einer
Brücke durchquert man ein Gatter und wandert auf einem
Wiesenweg sehr schön über eine Weidefläche. Bald taucht der
Weg wieder in denWald ein, umauf der (in Gehrichtung) rechten,
nach einer kleinen Brücke linken Bachseite weiterzuführen. Der Weg steigt nun an und wird zum breiten Fahrweg. Man
stößt auf eine Forststraße und folgt hier nach rechts dem
Hinweis zur Wieskirche. Etwa 400 Meter folgt man nun
der Forststraße, verlässt sie dann nach links (abermals
Wegweiser Wieskirche) und überquert auf einem schönen
Fußweg einen sanften Waldrücken. Kurz danach
steht man am Rand des Wiesfilz, wo sogleich die Herkunft
des Namens Brettlesweg ersichtlich wird, denn
man überquert ein wunderschönes Moor auf vielen hintereinander
gelegten Holzbohlen, die hier (im Dialektgrenzgebiet
von Schwaben und Altbayern) Brettles genannt
werden. Zwei Aussichtsbänke mitten im Moor
mit Blick auf dieHohe Bleick, denHausberg derWieskirche, drängen
sich für eine Rast auf. Nach dem Moor durchquert man ein
Waldstück und sieht dahinter bereits die Wieskirche vor sich liegen,
die man schließlich über einen schönenWiesenweg erreicht.
Vielfach wird berichtet, die in den Jahren 1745–1754 erbaute Rokokokirche
– die übrigens offiziell Wallfahrtskirche zum Gegeißelten
Heiland auf der Wies heißt – habe während der Säkularisation
nur durch die Bauern der Gegend vor demAbriss bewahrt
werden können. Geschichtlich korrekt scheint hingegen das Gegenteil
zu sein, denn die für die Einziehung der geistlichen Besitztümer
Zuständigen sprachen sich 1803 sogar ausdrücklich für
die Weiterführung der Wallfahrt in der Wies aus, obwohl der
Steingadener Abt wirtschaftliche Bedenken dagegen angeführt
hatte! Eine sehr voraussehende
Entscheidung:
Heute wird die 1983
zum UNESCO Weltkulturerbe
erklärte Wieskirche
von mehr als einer
Million Touristen
jährlich besucht, die
zum Glück aber nicht
über den Brettlesweg
zur Wies wandern, sondern
die Sehenswürdigkeit
mit Reisebussen anfahren.
Zurück nach
Steingaden geht man
auf dem gleichen Weg.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied110 m
Dauer3.00 h
StartortSteingaden
Ausgangspunkt Steingaden, südliches Ortsende
Endpunkt Steingaden, südliches Ortsende
TourencharakterOhne Übertreibung darf man die Wieskirche als den beeindruckendsten
aller Pfaffenwinkler Sakralbauten bezeichnen. Die
schönste Art, sich dem auf der UNESCO Weltkulturerbeliste stehenden
Rokokobau zu nähern, führt über den Brettlesweg, der
zunächst entlang eines wunderschönen Baches, dann im Hochmoor
auf einem Holzbohlenweg verläuft.
Hinweise
Verkehrsanbindung Auf der A96 bis zur Ausfahrt Landsberg am Lech Nord und weiter auf der B17 über Schongau nach Steingaden; Parken etwa 200 Meter nach dem Ortsende rechts auf ausgewiesenem Parkplatz (gebührenfrei)
Gastronomie An der Wieskirche: Gasthof Schweiger, Tel. 08862/500, www.gasthof-schweiger-wieskirche. de, geöffnet 9– 18Uhr, im Sommer kein Ruhetag, im Winter freitags; Gasthof Moser, geöffnet Mo, Di, Do–Sa 9–19Uhr, So/Fei 9–23:30Uhr, Tel. 08862/503, www.gasthof-moser.de; Steingaden: diverse Gasthöfe
Tipps
Informationen
Wieskirche: geöffnet während der Sommerzeit Mo–So 8–19Uhr, Winterzeit Mo–So 8–17Uhr