Über dem Tiroler Inntal

Auf den Pendling Einfache Wanderung auf breiten Wegen und Bergstraßen, am Gipfel sehr sonnig. Diese Tour ist an klaren Herbsttagen besonders schön. (Autor: Lisa Bahnmüller)
10 km
600 m
2.00 h
Nur kurz können wir diese Wanderung beschreiben - Der Pendling wird wegen seiner absolut fantastischen, einzigartigen und unbeschreiblichen Aussicht bestiegen. Fast senkrecht unter uns fließt der Inn als silbern glänzendes Band durch die Stadt Kufstein und das Inntal. Von oben lässt sich die Altstadt unter ihrer großen Festung gut erkennen. Wenn wir uns am Inn und seinen Orten orientieren, können wir auch eine Vielzahl der umliegenden Berge identifizieren. Im Süden reicht der Blick über das Kaisergebirge auf verschiedene Seitentäler wie das Brixen- oder Zillertal. Im Norden liegen rechts des Inns die Berge des Chiemgau, links das Gebiet um das Sudelfeld und den Wendelstein. In Richtung Westen sehen wir das Thierseetal mit einer schier endlos aufeinander folgenden Kette der bayerisch-tirolerischen Berge. Nehmen Sie viel Zeit für die Rast am Gipfel mit und wer ein Fernglas besitzt, sollte es auch nicht vergessen. Wegverlauf: Wir starten vom Parkplatz und wandern zwischen dem Trafohäuschen und dem Alpengasthof Schneeberg die Straße entlang (Schild »Pendling«). An den letzten Häusern wird unser Weg zu einer ungeteerten Almstraße, der wir durch den Wald folgen. In einer scharfen Rechtskurve verlassen wir den breiten Weg und folgen links dem Schild auf den schmalen Bergpfad. Noch einmal überqueren wir geradeaus eine Almstraße und steigen weiter aufwärts. Bald haben wir die ersten Ausblicke auf die verstreuten Gemeindeteile von Thiersee. An einer steilen Felswand vorbei erreichen wir die Fahrstraße zum Pendlinghaus und sind nun fast am Ziel. Wir queren die Straße und bleiben auf dem schmalen Pfad. Nur noch ein paar Schritte und schon stehen wir vor dem ersten Gipfelkreuz. Bereits hier ist die Aussicht auf das südliche Inntal überwältigend. So schön wie es ist, noch sollten wir nicht rasten. Nur ein paar Latschen und eine Wegbiegung weiter gibt es nämlich die Steigerung dazu. Das nahezu 360-Grad-Panorama des zweiten Gipfelkreuzes macht uns sprachlos. Nur der Blick nach Nordwesten wird durch ein paar Bäume verdeckt. 200 m später, bei einem Rundgang ums Pendlinghaus, dürfen wir auch die letzten fehlenden Grade nachholen. Das Pendlinghaus ist ein beliebter Treffpunkt für Mountainbiker und so sind wir hier unter vielen sportlichen Zeitgenossen. Zum Glück hat der Wirt eine Panoramakarte aufgehängt, die alle umliegenden Berge genauestens erklärt. Für den Abstieg wählen wir zunächst die Fahrstraße und steigen ein Stück ab. Wir passieren unseren Aufstiegsweg, bleiben aber auf der Almstraße geradeaus. Einmal steigt die Straße leicht an, danach haben wir noch einmal freie Sicht auf das Inntal. Nun aufpassen, man übersieht rechts die kleine Abzweigung (Schild »Kalaalm«) leicht. Der Pfad ist holprig und von Wurzeln übersät. Wir folgen der roten Punktmarkierung und wandern nach einer steinigen Almwiese direkt auf die bereits sichtbare Kalaalm zu. Auch hier hat der Wirt eine Panoramatafel aufgestellt. An der Almstraßengabelung vor der Hütte wählen wir rechts den Weg abwärts, immer dem Schild »Schneeberg« nach. Noch einmal kreuzen sich die Wege, wir wandern geradeaus und treffen bald auf den bekannten Hinweg. Diesmal abwärts, sind wir schnell wieder am Parkplatz. Wissenswertes: Die nahe Stadt Kufstein mit ihrer mächtigen, alles überragenden Festung ist einen Abstecher wert. „Schlüssel zum Tor des Südens“ nannte man früher die eindrucksvolle Burg. Mit Recht, denn hatte man die gewaltige Grenzfestung erst einmal passiert, so stand einem auf der Reise nach Italien nichts mehr im Wege. Kein Wunder dass ein strategisch so wichtiger Grenzpunkt militärisch sehr gut ausgebaut wurde. Das wurde vor allem von Kaiser Maximilian I. vorangetrieben, das Geld dafür stammte aus den nahen Silber- und Kupferbergwerken bei Hall. In den letzten Jahren seiner Regierungszeit entstand der mächtige Kaiserturm mit 66 m Umfang. Erst von innen bekommt man das Gefühl der Wucht der Mauern zu spüren. Der Blick durch die Schießscharten nach draußen ist als ob man durch einen Tunnel sieht. Auf der Festung gibt es natürlich noch viel mehr zu sehen: Die große Heldenorgel, (Vorführung täglich um 12 Uhr, im Sommer zusätzlich 18 Uhr), das Kufsteiner Heimatmuseum, der Kräutergarten, die Festungswirtschaft oder den schönen Blick von der Wallachenbastion auf die Stadt. Hat man sich von oben den Überblick verschafft, so kann man bequem durch das historische Stadtzentrum spazieren.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied600 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz am Alpengasthof Schneeberg (Parkgebühr wird bei Einkehr zur Hälfte angerechnet)
EndpunktWie Ausgangspunkt
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 8, Tegernsee-Schliersee 1 - 50000
VerkehrsanbindungAuto Über die Autobahn A 8 auf die Inntalautobahn, Ausfahrt Kufstein Nord. Weiter Richtung Kufstein-Zentrum, vor dem Zentrum rechts Richtung Thiersee/Ursprungpass, am See vorbei. Im Ort Thiersee am Pfarrwirt links zum Alpengasthof Schneeberg hinauf. Bahn/Bus Von München nach Kufstein, dann mit dem Postbus nach Thiersee, Haltestelle Pfarrwirt. Von dort 20 min. Aufstieg bis zum Ausgangspunkt.
GastronomieKufsteiner Haus, auch Pendlinghaus genannt, am Gipfel mit fantastischer Aussicht und riesiger Terrasse. n Kalaalm, urige Holzhütte auf flacher Almwiese, mit Aussicht und Kinderspielplatz. n Alpengasthof Schneeberg, am Ende der Wanderung. Egal wo Sie einkehren und das Geld ausgeben, es bleibt in einer großen Familie - Die drei Wirte sind allesamt verwandt.
Tipps
Im Sommer kann man im nahen Thiersee herrlich baden, während im Winter – wenn es nicht zuviel geschneit hat – der geräumte Weg eine beliebte Rodelbahn ist. Im frühen Frühjahr, wenn der erste Schnee taut, sind die Hänge des Pendling über und über von den weiß blühenden Schneerosen, auch Christrosen genannt, bedeckt.
Tourismusbüro
Infobüro Vorderthiersee, Tel. +43/ (0)5372/ 62207-318

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