Über Blankenstein nach Herbede

Viel Auf und Ab in den Hügeln südlich der Ruhr, das letzte Wegviertel verläuft ohne Steigungen am See, festes Schuhwerk ist notwendig. Abwechslungs- und aussichtsreich. Viel Historie, reichlich Einkehrmöglichkeiten, weitere Freizeitangebote (Autor: Uli Auffermann)
14 km
385 m
3.00 h
Über den Katzenstein nach Blankenstein.
Vom Parkplatz am Haus Kemnade biegen wir links in die Straße ein und folgen unseren Markierungen A1/A2. An einem Haltepunkt der Ruhrtalbahn vorbei, benutzen wir an der stark befahrene Straßenkreuzung die Ampel geradeaus; dann geht’s rechts zum Steinenhaus an der Ecke. Direkt dahinter weisen die Wanderzeichen rechts hinein. Über einen Hof-Parkplatz und auf dem schmalen Asphaltweg Im Katzenstein bergauf in den Wald. Am kleinen Holzpavillon nehmen wir gut markiert mit den Rundwegen A1/A2 wiederum rechts den Waldwanderweg, der zu Beginn bergab führt. Im leichten Auf und Ab zieht er den stellenweise steilen Hang entlang; leider hört man noch eine Weile die Straße. Zwischen den Bäumen öffnet sich bald eine erste wunderschöne Aussichtsstelle.
Immer im Wald wandernd, erreichen wir eine Gabelung, an der sich die Wege A1 und A2 trennen – links oberhalb steht hier ein einzelnes Haus. Wir bleiben auf dem Weg A2, der uns nach Blankenstein bringen wird, haben als Markierung auch das H im Kreis und die Raute. Meist am Hang entlanglaufend, genießt man zwischen den Bäumen immer wieder tolle Aussichten ins Ruhrtal. Sandsteinfelsen treten zutage, und auch der Weg wird unwegsamer. Dann steigen wir abwärts und zum Schluss in kleinen Serpentinen und Stufen richtig steil hinunter zur Straße, die überquert werden muss.
Aber Vorsicht, die stark befahrene Straße ist schlecht einsehbar! Gegenüber führen wieder im Wald kleine Serpentinen steil entlang abschüssiger Hänge hinab. Weit unten sehen wir die Gleise der Museumsbahn und einen Altarm der Ruhr.
Dann beginnt auch schon der weniger steile Aufstieg, und die ersten Häuser von Blankenstein sind oberhalb auszumachen. Zum Schluss zieht ein kleiner Teerweg kurz links hinauf zum Ort. An der großen Mauer (Bergfried) verlässt uns die Markierung H. Wo rechts oberhalb die evangelische Kirche steht, nehmen wir geradeaus (mit Hinweis »Stadtmuseum«) eine schmale Stiege, die durch malerische Fachwerkhäuser aufwärts leitet, und sind danach einmal kurz ohne Wanderzeichen. Der reizvolle Ortskern mit seinen Gaststätten und Eisdielen bietet sich nun zu einem längeren Aufenthalt an. Und über die Burgstraße sollte man den Abstecher zur sehenswerten Burg Blankenstein mit der fantastischen Aussicht machen.
Steil hinunter ins Hammertal.
Wir halten uns anschließend vor dem Marktplatz links entlang der katholischen Kirche, sehen das Stadtmuseum und erreichen die große Wittener Straße. Schräg gegenüber der interessanten Bruchsteinfassade der früheren Seilfabrik Puth geht es jenseits in die Sprockhöveler Straße (Richtungsschild »Sprockhövel«). Gleich zu Beginn kommen wir auf der rechten Seite an einen historischen Brunnen, folgen der ruhigen Straße durch zum Teil schöne, alte Wohnbebauung. Nach etwa 500 Metern stoßen von rechts die Markierungen XR (Ruhrhöhenweg), XW (WestfalenWanderWeg) sowie X17 (Harkortweg) dazu, die uns von nun an den Weg weisen. Wir wechseln die Straßenseite und schlagen nach rund 200 Metern den kleinen Röhrkenweg Richtung Katzenstein und Gaststätte ein. Noch ein paar Eigenheime, dann wird es ländlich. Immer dem Röhrkenweg nach durch Wald und Wiesen. An einem hübschen Fachwerkhaus vorbei, kommen wir an den Abzweig Im Katzenstein mit dem lauschig gelegenen Ausflugslokal »Krans«. Wir bleiben bergab im Röhrkenweg, von dem nach 200 Metern die Markierung X17 rechts wegzieht. Kurz darauf wird der Ortsteil Buchholz mit der an den Hang gebauten Siedlung Im Röhrken erreicht. Am Rand der Häuser geht es nun mit tollem Blick recht steil auf Asphalt hinunter. Nach dem Fußweg an der Rastbank kommen wir unterhalb der Kirche am Friedhof entlang zur Buchholzer Straße. Über den Schulhof hinweg und bergab zur Straße Waldweg. Gleich gegenüber am Wald findet sich ein Hinweis zum Wetterkamin der ehemaligen Zeche Vereinigte Geschwind, der oben auf der Anhöhe steht und bei einem kurzen Abstecher schnell erreichbar wäre. Wir biegen links ein und gelangen kurz darauf an der großen Hauptstraße ins Hammertal.
Über Kämpen nach Herbede.
Vom Hammertal über die Ampel in die Straße Rehnocken. Dort halten wir uns mit XW und XR rechts, wandern teilweise ziemlich steil bergan durch die kleine Siedlung und anschließend über die A 43. Von der Straße zweigen die X-Markierungen links ab in den Wald und leiten in kleinen Serpentinen bergauf. Bei diesem wunderschönen Wegabschnitt müssen wir genau auf die Markierungen aufpassen. Wir wandern oberhalb eines Hauses entlang einer Wiese und durch ein Waldstück, auch einmal über einen Trampelpfad und an einem Haus vorbei abwärts, kommen bald auf steilem Weg hinab durch den typischen Ruhrlaubwald. Danach stoßen wir auf die Kämpenstraße und verlassen die X-Markierungen, die nach rechts wegziehen. Ab hier folgen wir eine Weile den Straßenschildern. Wir biegen links in die Kämpenstraße und wandern am Waldrand entlang rund 500 Meter bis zu einer kleinen Siedlung. Dort rechts in den asphaltierten Wirtschaftsweg Kamperbach, auch Richtung »Kleinzeche Egbert«.
Mit Blick auf den bewaldeten Wesperkopp und das Herberholz geht es durch meist offene, ruhige Feldflur, vorbei an vereinzelten Wohnhäusern. Der Weg schlängelt sich bergab und verläuft dann oberhalb des kleinen Kamperbachs. Wer einen Abstecher zur nahen Kleinzeche machen möchte, folgt rechts dem Hinweisschild. Wir bleiben auf dem Sträßchen und überqueren den Kamperbach. Extrem steil sind hier die Hänge, und auch wir müssen ein kurzes Stück richtig steil hinauf. Beim Haus wenden wir uns links in das Sträßchen Kattenjagd. Der höchste Punkt ist nun erreicht, und herrliche Ausblicke auf Herbede und Stiepel eröffnen sich. Dem Sträßchen nach bergab Richtung Ort. An der Gabelung nicht mit dem rechten Abzweig der Kattenjagd, sondern links weiter und immer dem Straßenverlauf folgen. Wir erreichen die Straße An der Wabeck und biegen links ein.
Malerischer Dorfkern und Kemnader See.
Am Rand von Herbede wandern wir der Straße nach bergab und kommen an Gesamtschule und Friedhof vorbei. An der Kreuzung mit der Burg- und der Bruno-Heide-Straße geradeaus in die Sackgasse (Durchfahrt verboten); bald eröffnen sich auf der linken Seite herrliche Ausblicke auf den Kemnader See. Die Kirchstraße führt uns weiter direkt an der evangelischen Kirche vorbei durch den alten Dorfkern mit seinen stimmungsvollen Bruchstein- und Fachwerkhäusern sowie etlichen einladenden Gaststätten. Wir überqueren die Meesmannstraße, kommen weiter geradeaus an einer Fußgängerampel über die stark befahrene Wittener Straße hinweg und verlassen den hübschen Ortskern. Ab hier ist der Weg zum Kemnader See ausgeschildert. So kreuzen wir am Ende der Voestenstraße die Gleise der Ruhrtalbahn, gelangen über die kleine Feldstraße und eine Parkanlage zur Autobahn und direkt hinüber zum Stausee. Wir gehen noch bis hinunter zum Fußgängerweg, der knapp oberhalb des Sees verläuft. Wenige Meter rechts befindet sich die Anlegestelle »Südufer« der MS Kemnade.
Wir biegen aber am Kinderspielplatz links ein und erreichen den Rundweg um den Stausee. Durch einen Wall abgeschirmt, ist die Autobahn zwar noch etwas zu hören, dafür ist diese Seeseite in der Regel weniger gut besucht. Trotzdem sind auch hier etliche Skater, Jogger und Spaziergänger unterwegs. Wir passieren einen lauschigen Seitenarm, nach dem sich der Blick über das Wasser Richtung Wehr öffnet. Auch die Burg Blankenstein ist in der Ferne auszumachen. Gemütlich geht es am See entlang, und immer wieder laden Bänke zum Schauen und Rasten ein. Kurz vor dem Wehr mit einer weiteren Anlegestelle verlassen wir das Ufer und wandern durch die Wiesen zurück zum Haus Kemnade.

Haus Kemnade – Burg Blankenstein 50 Min. – Hammertal 45 Min. – Querung Kamperbach 45 Min. – Herbede Kirche 35 Min. – Kemnader See 15 Min. – Haus Kemnade 35 Min.;
Motto: Wandern am Wasser
Sommerwanderungen

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied385 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWanderparkplatz an der Wasserburg Haus Kemnade, An der Kemnade, Hattingen
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDie überaus malerische Wasserburg Haus Kemnade ist Ausgangspunkt dieser Tour, die uns gleich zu Beginn durch alten Ruhrwald über den Katzenstein nach Blankenstein führt. Wer noch ein kleines Stück zur Burgruine aufsteigt, dem eröffnet sich vom Wehrturm ein fantastischer Blick über das Tal, und auch ein kleiner Abstecher in die romantische Altstadt mit viel Fachwerk ist empfehlenswert. Da sie ganz auf Besucher eingestellt ist, kann man hier wunderbar einkehren. Mit viel Aussicht bringen uns meist stille Sträßchen im Auf und Ab über die grünen Hügel. Am Wegesrand gibt es interessante Relikte des Bergbaus zu sehen. Nach dem alten Dorfkern von Herbede wandert man zum Kemnader See, und mit den Freizeitschwerpunkten Oveney, Herbede und Heveney bieten sich viele weitere attraktive Möglichkeiten für Sportliche wie auch für Genießer.
Hinweise
Haus Kemnade – Burg Blankenstein 50 Min. – Hammertal 45 Min. – Querung Kamperbach 45 Min. – Herbede Kirche 35 Min. – Kemnader See 15 Min. – Haus Kemnade 35 Min.
KartentippTourTipp Kemnader See, 1:15 000, vom Regionalverband Ruhr, Kronprinzenstr. 35, 45128 Essen, Tel. 0201/20 69-0, www.rvr-online.de; Kompass Wanderkarte Nr. 756
VerkehrsanbindungA 43, AS Witten-Herbede, Richtung Hattingen, dann ausgeschildert BUS/BAHN Busverbindungen zu den Haltestellen »Haus Kemnade« oder »Steinenhaus«
GastronomieHaus Kemnade, Burg Blankenstein und in Blankenstein, am Katzenstein »Das Krans« mit Biergarten (Mo u. Di Ruhetag), im Hammertal, in Herbede und am Kemnader See
Tipps
AUSSICHTSPUNKT DER EXTRAKLASSE. Burg Blankenstein, im 13. Jh. errichtet, war eine der vier Hauptburgen der Grafen von der Mark, doch bereits im 16 Jh. begann der allmähliche Verfall. Nachdem Johann Georg von Syberg 1647 seinen Wohnsitz von Burg Blankenstein hinüber in sein Erbgut Haus Kemnade verlegt hatte, erwirkte die Familie 1662 den Abbruch der Burg und nutzte das Material zur Wiederherstellung von Haus Kemnade. Erhalten blieb in erster Linie der Wehrturm, der 80 m über der Ruhr eine fantastische Aussicht bietet. Bereits 1842 gab es eine kleine Schänke, und auch heute kann man hier mit viel Atmosphäre im Biergarten oder Restaurant einkehren. RELIKTE DES BERGBAUS. Im Raum Herbede gab es von Mitte des 18. Jh. an zahlreiche Kleinzechen, deren wirtschaftliche Bedeutung für Herbede nicht unterschätzt werden darf. Eine dieser Anlagen ist die Kleinzeche Egbert, die allerdings erst 1962 ihren Betrieb aufnahm, als das große Zechensterben bereits eingesetzt hatte. Sechs Leute förderten pro Jahr rund 2600 t Kohle aus dem schräg nach unten führenden Schacht. Als Letzte ihrer Art wurde 1976 die Arbeit hier eingestellt. Bergbaugeschichtlich ebenso interessant ist der Wetterkamin der Zeche Vereinigte Gschwind. Hoch oben auf einer Hügelkuppe stehend, kann man ihn vom »Waldweg« schnell erreichen. Als Rauchabzug 1856 für das nahe Kesselhaus errichtet, wurde er ab 1865 als Wetterkamin für die Belüftung der Grube eingesetzt. MÄRCHENHAFTE WASSERBURG. Haus Kemnade gehört wohl zu den schönsten Wasserburgen im Ruhrtal. Im 12. Jh. erbaut, wurde sie nach einem schlimmen Brand Ende des 16. Jh. bis 1704 wieder aufgebaut. Besonders sehenswert sind die gotische Kapelle mit Kreuzgewölbe und barockem Taufbecken, der Rittersaal mit Stuckdecke, Wandteppichen (1725) und einem reich verzierten Renaissancekamin oder auch im Hauptgebäude die geschnitzte Treppenanlage aus dem 17. Jh. Außerdem gibt es eine umfangreiche Instrumentensammlung und im Vierständer-Fachwerkhaus das Bauernhausmuseum zu besichtigen. In den urigen »Burgstuben« lässt sich stimmungsvoll einkehren (Mo Ruhetag).
Tourismusbüro
Stadtmarketing Hattingen e. V., Haldenplatz3, 45525 Hattingen (Ruhr), Tel. 02324/95 13 95, info@stadtmarketing-hattingen.de, www.stadtmarketing-hattingen.de; Stadtmarketing Witten GmbH, Tourist &Ticket Service, Ruhrstr. 43, 58452 Witten, Tel. 02302/122 33, info@stadtmarketingwitten.de, www.stadtmarketing-witten.de

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