Tutzinger Hütte

Neue Hütte, neuer Wirt (Autor: Wolfgang Taschner, Michael Reimer)
22 km
700 m
5.00 h
Abriss und Neubau.
Heute präsentiert sich die Tutzinger Hütte in einem anderen, moderneren Outfit. Die alten Gemäuer wurden zur Jahrtausendwende abgerissen und bis Ende 2000 durch einen neuen, umweltverträglichen Holzbau ersetzt. Mit der neuen Hütte wurde auch gleich ein Pächterwechsel vollzogen. Zum Zuge gekommen ist der einheimische Hans Mayr, der sich für die Küche mit Lebensmitteln aus der Landwirtschaft seines Bruders eindeckt.
Aufstieg durch das Lainbachtal.
Aus allen Himmelsrichtungen führen Wege zur Tutzinger Hütte, doch die Talorte liegen mindestens 8 Kilometer von der Hütte entfernt. Der kürzeste Anstieg verläuft von Gschwendt bei Benediktbeuern durch das Lainbachtal, in dem ein aufschlussreicher Naturlehrpfad auf zehn Tafeln über den Lebensraum sowie geologische Faktoren rund um den Wildbach informiert. Hinter der Söldneralm wird der bis dato flache Weg merklich steiler, bis man auf einen Fahrweg stößt, der einen nach Süden auf die Benediktenwand zuführt. Am Ende des Fahrwegs beginnt an der Talstation der Materialseilbahn der schattige Schlussanstieg. Tagesgäste wählen nach der Hüttenrast gerne den Abstieg über die Eibelsfleckalm und die Kohlstatthütte, um per Rundweg zum Ausgangsort zurückzukehren. Hierfür muss man an der Almwiese unter der Materialseilbahn den Wegweiser »Benediktbeuern über Kohlstatt« beachten. Wer Näheres über den Wald erfahren will, kann sich an den Infotafeln des Waldlehrpfads schlau machen.
Die Besteigung der Benediktenwand.
Noch reizvoller als der informative Naturlehrpfad ist die Besteigung der Benediktenwand. Kühn erhebt sich der stolze Berg über dem Alpenvorland, und da die beiden Anstiege elegant um die mächtige Wand herumführen, stellt die Tour den trittsicheren Wanderer vor keinerlei Probleme. Von der Hüttenterrasse lässt sich der Tourenverlauf studieren: Wer die steilen, drahtseilgesicherten Passagen lieber im Aufstieg bewältigt, geht den Berg von der Ostseite an. Der gut markierte Steig führt von der Hütte zum Rotöhrsattel oberhalb der Probstalm; in diesem Gebiet lassen sich mit etwas Glück Steinböcke beobachten. Nach kurzen Kraxelstellen erreicht man den Gipfel auf dem Ostgrat, bevor der Abstieg in weitem Bogen über die Westseite zurück zur Hütte führt. Weil die »Benewand« die umliegenden Berge überragt, ergibt sich in alle Himmelsrichtungen eine hervorragende Aussicht.

Länge.
Vom Bahnhof in Benediktbeuern nach Gschwendt und durch das Lainbachtal empor (3 Std.); vom Wanderparkplatz in Gschwendt ist der Anstieg eine halbe Stunde kürzer. Von Kochel führt ein Weg über die Glaswandscharte zur Hütte (4 1/2 Std.). Noch weiter sind die Anstiege von Lenggries bzw. Obergries durch das Längental über Probstalm und Rotöhrsattel (5 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour22 km
Höhenunterschied700 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBenediktbeuern (Ortsteil Gschwendt), Kochel, Lenggries
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterObwohl die Tutzinger Hütte erst im Jahr 1908 eingeweiht wurde, feierte man bereits im Mai 2003 ausgiebig mit Reutberger Klosterbier den 100-jährigen Geburtstag. Vermutlich besann man sich darauf, dass die Idee, eine Alpenvereinshütte zu gründen, bereits 1903 von sieben Tutzinger Bergfreunden im damaligen Hotel Simson geboren wurde. Der königliche Eisenbahn-Oberexpeditor Kaspar Höfling segnete zwar noch im gleichen Jahr den Bau der Hütte am Standort des königlich-bayerischen Heeres direkt unter den Nordwänden der Benediktenwand ab. Doch erst fünf Jahre später war das Werk nach größeren finanziellen Klimmzügen vollendet.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte Nr. 182, Isarwinkel, 1:50.000
VerkehrsanbindungMit der Bahn von Tutzing stündlich Richtung Kochel am See, Bahnhof Benediktbeuern oder Kochel; alternativ mit der Bayerischen Oberlandbahn nach Lenggries. Mit dem Auto auf der A 95 Richtung Garmisch-Partenkirchen, Ausfahrt Sindelsdorf, weiter auf der Bundesstraße nach Benediktbeuern zum Wanderparkplatz in Gschwendt bzw. nach Kochel; Lenggries bzw. Obergries ist über Bad Tölz erreichbar.
Informationen
Hüttenporträt. Höhe: 1327 m. Erbaut: 1907/8, 2000 Neubau (DAV-Sektion Tutzing). Bewirtschaftet: Nach Weihnachten und an Ostern; letztes Aprilwochenende bis Anfang November. Kulinarischer Tipp: Gerichte aus einheimischer Landwirtschaft. Hüttenwirt: Hans Mayr. Telefon: 0175/1 64 16 90, Tal: 08857/210. Betten: 25. Lager: 75 (inkl. Anbau). Materialbeschaffung: Auf der Fahrstraße von Benediktbeuern und per Materialseilbahn.
Tourismusbüro
Verkehrsamt Benediktbeuern, Prälatenstr. 3, 83671 Benediktbeuern, Tel.: 08857 / 2 48, Fax: 08857/94 70, E-Mail: vamt@benediktbeuern.de, Internet: www.benediktbeuern.de

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