Turtmannhütte – Bishorn, 4153 m – Tracuithütte

kombinierte Bergwander-/Hochgebirgstour (3 Tage) mit Gletscherbegehung und Gipfelbesteigung. Für den Übergang Turtmannhütte – Tracuithütte sowie für die Besteigung des Bishorns sind Berg- und Gletschererfahrung unbedingt erforderlich, sonst nur mit Bergführer. (Autor: Rose Marie und Gerhard Bleyer)
Aufstieg zur Turtmannhütte - Von Gruben/Meiden (1822 m) am orografisch rechten Ufer der Turtmänna bis Brändji, hier nach links auf den Weg, der sich in eine Schlucht hineinzieht. Nach 30 Minuten Verlassen des Waldes und steil über Almböden zu einem Felsband empor, das sich am östlichen Hang abzeichnet. Wir treffen auf einen passablen Höhenweg, dem wir nach rechts folgen. Bei Punkt 2281 stößt der vom Stausee heraufkommende Talweg auf unsere Route; gemeinsam weiter zur Turtmannhütte (2519 m). Übergang/Gletscherwanderung zur Cabane de Tracuit: Am nächsten Morgen zeitiger Aufbruch, sowie es hell geworden ist. Unter der Barrwand in südöstlicher Richtung durch das Gässi (enges, steiles Schuttcouloir) hoch zu einem runden Felskopf. Der Weg gabelt sich bald: geradeaus zum Schöllijoch (Übergang zur Topalihütte), nach rechts zur Cabane de Tracuit (Steinmann und Hinweis). Pfadspuren leiten zum Bruneggletscher (oder: östl. Arm des Turtmanngletschers) hinab. Er ist an geeigneter Stelle zu betreten und oberhalb des Gletscherbruches (ca. 2800 m Höhe) zu einem auffälligen Felshöcker hin zu traversieren. Trittspuren führen zum trigonometrischen Punkt 2913. Von hier Abstieg auf den westlichen Arm des Turtmanngletschers und weiter, zum Teil über geröllbedecktes Toteis, zu einem 2800 Meter hoch gelegenen Plateau hin. Dann streben wir dem Westufer des Gletschers zu und steigen durch eine Gletschermulde oder entlang des Geröllhanges über einen anfangs steilen, später etwas abgeflachten Hang unter Les Diablons höher. Wegen möglicher Steinschlaggefahr wird häufig von der Mitte des Plateaus durch den Eisbruch zum Westufer des Gletschers gequert. Den Durchstieg muss man überlegt wählen – nicht zu hoch in den Eisbruch hinein. Nach schräger Durchquerung der Seráczone erreichen wir den steilen Firnhang und steigen nun auf eine weithin sichtbare Felsinsel zu (nahe des westlichen Gletscherrandes). Die letzte halbe Stunde geht es über den nur wenig geneigten, jetzt sulzigen Firn zum Col de Tracuit und weiter zur darüber liegenden Cabane de Tracuit (3256 m). Die Aussicht von dieser SAC-Hütte ist unbeschreiblich – etwa 30 Vier-tausender hat man im Blickfeld und mächtige, wildzerklüftete Gletscher. Ganz nahe die Tête de Milon, eine unschwierig zu ersteigende breite Schneekuppe (3691 m; hin und zurück 21¼2 Std.). Stetig zieht die Sonne ihre Bahn. Die Schatten werden länger und die Schau wird immer dramatischer. Dann kommt der Moment, wo die Sonne wie ein Feuerball hinter der Bergkette im Westen zu verglühen scheint … Bishorn-Gipfeltour: In der Nacht hat es gefroren. Noch ist es schummerig, aber wir spüren den jungen Tag heraufdämmern und treten vor die Hüttentür. Eine Seilschaft nach der anderen bricht auf. Bei den meisten steht das Bishorn auf dem Programm. Obgleich es nur ein Ausläufer des berühmten Weisshorns ist, wird das Bishorn doch als selbstständiger Viertausender bezeichnet. Anfangs geht es über ein steiles, häufig vereistes Firnfeld, dann auf dem weiten Plateau des Turtmanngletschers bis etwa 300 Meter südöstlich des 3591 Meter hohen Schneesattels. Schließlich in die Scharte zwischen den zwei Bishorngipfeln. Von hier zieht sich ein überwechteter, schmaler Grat steil empor zum höchsten Punkt (4153 m). Sehr unmittelbar ist der Blick auf das nahe Weisshorn, das uns seine wildeste Seite, die mit Eiswülsten beladene Nordwand und den markanten Nordnordwestgrat zeigt. Auf der morgendlichen Route kehren wir zur Cabane de Tracuit zurück. Abstieg nach Zinal: Nach einer Stärkung in der gut geführten Hütte Abstieg ins Val de Zinal. Vom Col de Tracuit zunächst kurz durch eine steile, felsige Rinne, danach auf gutem Pfad über Schutt- und Grashänge zur Alpe Combautanna (2578 m). Wohltuend ist nach den Tagen im ewigen Eis und Schnee das Wandern über grünem Talgrund – abwärts zur Chiesso de Tracuit (2061 m), dann durch lichten Wald und zum Schluss in vielen Kehren ziemlich steil hinab nach Zinal (1675 m). Zinal war ursprünglich ein reines Maiensässdorf, das nur während einiger Monate im Jahr bewohnt wurde. Im Herzen der Walliser Alpen und zu Füßen einer Krone von Viertausendern gelegen, hat es sich heute zu einem beliebten Fremdenverkehrsort entwickelt. Rückfahrt: von Zinal/Val de Zinal per Bus nach Sierre/Rhonetal und weiter mit Bus nach Turtmann/Rhonetal. Tour-Ausgangsort gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Höhenweg Wanderung

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour26 km
Höhenunterschied2450 m
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
StartortTurtmann (628 m) im Rhonetal.
AusgangspunktGruben/Meiden (1822 m) im Turtmanntal.
TourencharakterIn Turtmann/Rhonetal (zwischen Visp und Sierre) zweigt nach Süden das Turtmanntal ab. Die am orografisch linken Ufer der Turtmänna liegenden Dörfer Turtmann, Unterems und Oberems sowie Ergisch jenseits der Talschlucht sind die einzigen ganzjährig bewohnten Orte. Ergisch, Unterems und Oberems sind von Turtmann auch per Seilbahn zu erreichen. Erst von Oberems gelangt man ins eigentliche Turtmanntal, ein wildes, felsiges Tal, das sich seine Ursprünglichkeit bis zum heutigen Tag erhalten hat und vom Tourismus noch nicht überlaufen ist. Bei den Weilern Gruben und Meiden (10 km ab Oberems) weitet sich das Tal. Ein schmales Sträßchen zieht sich noch bis zu einem kleinen Stausee (2174 m) hin. Zwei trockene Übergänge führen von Meiden in Nach-bartäler - der 2894 Meter hohe Augstbordpass ins Mattertal (8 Std.) und der 2790 Meter hohe Meidpass ins Val d'Anniviers (6 Std.). Diese beiden Routen erfordern nur gute Kondition und Trittsicherheit; der dritte Übergang vom Turtmanntal in ein Nachbartal (ins Val de Zinal) dagegen setzt unbedingt Berg- und Gletschererfahrung voraus, sonst nur mit einem Bergführer. Für uns zählt die hochalpine Gletschertour von der Cabane Tourtemagne zur Cabane de Tracuit mit zu den schönsten Erlebnissen im Wallis.
Beste Jahreszeit
KartentippSAW-Wanderkarte 1 - 50000, Blätter 283 T und 284 T (Arolla und Mischabel; beide mit eingezeichneten Routen).
VerkehrsanbindungÖV - Turtmann ist Bahnstation; von dort mit der Seilbahn nach Oberems und mit dem PTT-Bus nach Gruben/ Meiden. Auto: Mit Pkw von Turtmann/ Rhonetal über Oberems. Oder in diesem Fall besser von Turtmann mit der Seilbahn nach Oberems und per Bus nach Gruben/ Meiden.
GastronomieTurtmannhütte (Cabane Tourtemagne; 2519 m), 74 Schlafplätze, bewartet - Mitte Juni bis Mitte September, Tel. 027/9321455 (Hütte), 027/9343484 (Tal); Cabane de Tracuit (3256 m), 110 Schlafplätze, bewartet: Anfang Juli bis Mitte September, Tel. 027/ 4751500 (Hütte), 079/2069147(Tal).
Höchster Punkt
Bishorn, 4153 m
Unterkunft
Turtmannhütte (Cabane Tourtemagne; 2519 m), 74 Schlafplätze, bewartet - Mitte Juni bis Mitte September, Tel. 027/9321455 (Hütte), 027/9343484 (Tal); Cabane de Tracuit (3256 m), 110 Schlafplätze, bewartet: Anfang Juli bis Mitte September, Tel. 027/ 4751500 (Hütte), 079/2069147(Tal).
Tourismusbüro
Turtmann/Rhonetal. Turtmann Tourismus: CH-3951 Turtmann/Rhonetal, Tel. 027/9321691, Internet: www.turtman-tourismus.ch. Unterems (1003 m), Oberems (1341 m), Eischoll (1219 m), Ergisch (1086 m). Verkehrsverein Turtmanntal und Umgebung: c/o Hotel Central, Ch-3951 Agarn, Tel. 027/4731495; Zinal/Val de Zinal (1675 m). Campingplatz, Bergführerbüro, Kabinenbahn zur Alpe Sorebois (2438 m) mit der Cabane de Sorebois (2425 m, 25 Lager). Zinal Tourismus: CH-3961 Zinal, Tel. 027/ 4751370; Internet: www.zinal.ch

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