Trient – das Tor zum Gardasee

Die Hauptstadt des Trentino lässt sich auf bequemen Wegen erkunden, die Altstadt ist weitgehend fußgängerfreundlich. Ein Stadtspaziergang, vorbei an zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Bahnhof und Parkplätze sind in unmittelbarer Nähe zum Zentrum. (Autor: Joachim Lutz, Sabine Malecha)
2 km
10 m
1.00 h
Die Geschichte Trients.
Schon in der Vorgeschichte war das Etschtal, einer der wichtigsten Abschnitte der Bernsteinstraße, viel begangen. Später legten die Römer Straßen an, auf denen ihre Legionen auf ihren Eroberungszügen zu den südlicher gelegenen rätischen Gebiete und nachfolgend zu den transalpinen Regionen marschierten. Das 16. Jh. war die Blütezeit der Stadt Trient.
Zum gotischen Stil gesellte sich der Renaissancestil. Die Führung des Fürstbistums oblag einer Persönlichkeit europäischen Formats - Bernardo Clesio (1485–1539), seines Zeichens Kunstliebhaber und großzügiger Mäzen. Er verschönerte die Stadt mit herrlichen freskenverzierten Häusern, veredelte das Schloss Buonconsiglio mit dem Palazzo Magno und holte die fähigsten Künstler in die Stadt. Mit dem Einmarsch der Truppen von Napoleon Bonaparte 1796 in Trient endete sein Dasein als Fürstbistum. Der Erste Weltkrieg bewirkte den Anschluss der Stadt und des Trentino an das Königreich Italien. Heute hat Trient ein neues Gesicht, aber die alten Gebäude in der Altstadt sind wunderschön restauriert.
Unser Rundgang beginnt beim Bahnhof.
Wir gehen über die Straße zur Piazza Dante. In der Mitte des Platzes steht das Dante-Alighieri- Denkmal, ein Zeichen der Zugehörigkeit der Stadt zu Italien. Wir schlendern durch den Park und dann nach rechts durch die Via Alfieri. Über die Fahrstraße geht es weiter nach links am Palazzo Galasso vorbei, dann nach rechts durch die Via Manci. Die Straße ist nach dem gräflichen Widerstandskämpfer benannt, der in Bozen während der Nazizeit aus dem Fenster sprang, um nicht unter der Folter die Namen seiner Gefährten preiszugeben. Im Haus Nr. 57 hat die italienische Bergsteigervereinigung SAT ihren Sitz.
Vorbei am Palazzo Salvadori.
Dieser wurde Anfang des 16. Jh. von dem lombardischen Meister Lucio di Pietro dort errichtet, wo einst die jüdische Synagoge stand. Die zwei ovalen Steinmedaillons über den Toren, ein Werk des Bildhauers Francesco Oradini, stellen das Martyrium und den Ruhm des kleinen Simon dar. Etwas weiter kommen wir zum Palazzo Saracini, wo das große mittlere Fenster mit den zwei Steinbalkons hervorragt, die eine Art Rahmen zu dem Rundbogenportal bilden. Nun wenden wir uns bald nach rechts in die Via San Pietro und zur gleichnamigen Kirche. Sie wurde 1472/73 für die deutsche Gemeinde erbaut. Gegenüber sticht der Torre Rella hervor, die Stadtresidenz der Adelsfamilie Negri von S. Pietro, deren Wappen an dem Portal des Balkons zu sehen ist. Wir kommen durch die Via Mantova zur Piazza Vittoria mit dem Denkmal für den Architekten Alessandro Vittoria. Nun folgen wir der Via Calepina nach rechts bis zum Palazzo Sardagna, heute Naturwissenschaftliches Museum.
Der majestätische Palazzo Sardagna.
Aus dem 18. Jh. ist er eines der bedeutendsten bürgerlichen Gebäude der Stadt mit deutlich Genuss und Kirche seit vielen Jahren dicht nebeneinander 24 barockem Einfluss. Beachtenswert ist das Portal mit zwei Riesenstatuen, die einen Balkon tragen, auf dessen Steinbalustrade aufrecht drei Putten mit einem Schild stehen. Auf der Piazza Adamo d’Arogno sind wir an der Südseite des Doms angelangt. Wir umrunden den Dom und stehen nun auf dem herrlichen Domplatz.
Der Mittelpunkt der Stadt: die Piazza Duomo.
In der Mitte des Platzes, der auserlesenen »guten Stube« Trients, wo bedeutende Veranstaltungen stattfinden, steht der barocke Neptunbrunnen aus dem Jahr 1767, ein Werk des Bildhauers Francesco Antonio Giongo. Von seinen Stufen hat man einen herrlichen Blick auf die San-Vigilio-Kathedrale, mit dem Portal und der Vorhalle sowie der großen Rosette, auf den Palazzo Pretorio, die zinnengekrönte erzbischöfliche Residenz, heute Sitz des Diözesanmuseums. Daneben steht der Torre Civica (Stadtturm), der 1200 auf den Ruinen der zur Via Claudia Augusta hin geöffneten Porta Romana errichtet wurde, von der noch Spuren existieren. Die Kathedrale ist im gotischen Stil (1212–1250) erbaut – ein Meisterwerk von Adamo d’Arogno. Das Querschiff wird von der herrlichen Rosette, »Glücksrad« genannt, verschönert. Der Glockenturm ist romanisch. Faszinierend sind am Domplatz auch die Fresken an den Case Rella. Vom Domplatz spazieren wir weiter durch die Via Belenzani.
Die Via Belenzani.
Sie ist eine der schönsten Straßen der Stadt, mit prächtigen Palästen und kostbaren Fassaden. Wir kommen vorbei am Palazzo Thun, der vier Jahrhunderte lang der Stadtwohnsitz einer der einflussreichsten Familien der trentinischen Geschichte war. Die Fresken des Palazzo Geremia stellen einige wichtige Ereignisse der Stadt und der Straße dar: Paraden, Umzüge, festliche Einzüge, Versammlungen und Heldentaten, die an die römischen Zeiten erinnern. Beide Paläste sind Sitz der Gemeinde. Den Abschluss der Via Belenzani bildet die Kirche San Francesco Saverio. Sie wurde nach einem Entwurf von Carlo Gaudenzio Mignocchi erbaut. Im Inneren der Kirche befinden sich Schätze aus der Barockzeit. Wir gehen links weiter durch die Via Roma zum 40 m hohen Torre Vanga.
Der Torre Vanga.
Er ist eines der bedeutendsten mittelalterlichen Monumente der Stadt. Aufgrund der Nähe zur Brenner-Bahnlinie wurde er während des Zweiten Weltkrieges stark zerstört. Bis zu ihrer Regulierung 1858 floss die Etsch direkt am Turm entlang. Hier kassierte man dann den Flusszoll für die Frachtkähne. Wir brauchen keinen Zoll zu entrichten und spazieren nun zum Bahnhof zurück.
Stadtviertel Piedicastello
Wer das alte Stadtviertel besuchen möchte, muss bis zur Talstation der Seilbahn nach Sardagna gehen. Hat man die Brücke San Lorenzo über die Etsch überquert, kann man die S.-Apollinare-Kirche aus dem 14. Jh. bewundern, eines der ältesten Bauwerke der Stadt. Geht man die Via Brescia entlang, erreicht man den Platz, von dem das Sträßchen zum Dos Trento abzweigt, ein rundlicher, bewaldeter Fels mit einem flachen Gipfel, auf dem das Mausoleum für Cesare Battisti und das Historische Museum der Gebirgstruppen stehen. Von dort oben hat man einen herrlichen Blick auf Trient und das Etschtal.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour2 km
Höhenunterschied10 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
StartortTrient
AusgangspunktBahnhof in Trient
EndpunktBahnhof in Trient
TourencharakterSehen wir uns Trient (italienisch Trento) an, eine Stadt, die viel zu bieten hat. Nicht nur Denkmäler, Palais und Schlösser, sondern auch entspannte Atmosphäre, Natur, Kultur und kulinarische Genüsse. Als Hauptstadt des Trentino und der autonomen Region Trentino-Südtirol hat Trient etwas mehr als 100 000 Einwohner und liegt nur 194 m über dem Meeresspiegel. Auf den freskengeschmückten Fassaden sind nicht nur mythologische Gestalten, sondern auch die berühmten Gäste vergangener Zeiten festgehalten - deutsche Kaiser, Bischöfe und Kardinäle. Auch Albrecht Dürer war vor mehr als 500 Jahren hier und malte fasziniert die Altstadt.
Beste Jahreszeit
KartentippTrient-Rundgänge (Karte bei der Tourismusinformation)
VerkehrsanbindungBrennerautobahn A 22, Ausfahrt Trento Centro, und der Beschilderung zum Zentrum (centro) und Bahnhof (stazione) folgen. Dort parken.
GastronomieGelateria Artigiana, Trattoria »Al Mercato«
Informationen
SEILBAHN NACH SARDAGNA. Die Seilbahn gehört zum öffentlichen Nahverkehrssystem von Trient und ist daher sehr günstig. Hier können Sie mit der ganzen Familie hochfahren, ohne Ihre Urlaubskasse zu stark zu strapa - zieren. Oben gibt es einen herrlichen Blick auf Trient und das Trentino. Sardagna ist eine Ortschaft an den Hängen des Monte Bondone. Dieser als der »Hausberg von Trient« bekannte Berg ist ein berühmter Wintersportort, der sich im Sommer in eine grüne Oase mit einem der reichsten Blumenschätze der Alpen verwandelt. Tolle alte Gassen mit schöner Malerei an den Häusern lohnen einen Besuch.
Tourismusbüro
TOURIST-INFO Consorzio Turistico, Via Manci 2, 38100 Trento (TN), Tel. 0039/0461/21 60 00, Fax 0039/0461/21 60 60, E-Mail - informazioni@apt.trento.it, www.apt.trento.it

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