Treffauer (2304 m) und Tuxeck (2226 m)

Ab dem Tuxeck ziemlich anspruchsvolle und großartige Kaisertour. Wenig Bergsteigerbetrieb. Strikte Beachtung der Wegmarkierungen ist unerlässlich. Etliche kurze Stellen im Schwierigkeitsgrad I. Gipfelanstieg zum Tuxeck Schwierigkeitsgrad III. Der schier endlose Abstieg vom Tuxeck kostet enorm viel Zeit und Konzentration. Deshalb nur bei stabiler Wetterlage aufbrechen! Am besten ist es, bei Tagesbeginn loszugehen, dann hat man die Chance, fast bis zum Treffauer im Schatten aufsteigen zu können. (Autor: Siegfried Garnweidner)
Vom kostenpflichtigen Parkplatz Bärnstatt geht man auf einem Fahrweg nach Nordosten in den Wald hinauf. Schon bald zweigt nach rechts ein Sträßchen ab, dort geradeaus und an der folgenden Einmündung links haltend den Fahrweg entlang. Bei der nächsten Verzweigung (ca. 950 m) rechts, gleich darauf bei der Verzweigung der Sträßchen die linke, also die obere Route wählen und nach Osten durch lichten Wald weiter. Neben einer Almhütte knickt am oberen Rand einer Lichtung die Route scharf links ab. Von dort sieht man schön zum Hintersteiner See hinunter, den man sich vielleicht für die Zeit nach der Tour zum erfrischenden Bad vormerken kann. Die grobe Fahrspur schlängelt sich sehr steil durch den Wald hinauf, und unvermittelt hat man die markanten Felsenwände der Hackenköpfe vor sich. Die Fahrspur endet, und auf einem Waldweg geht es nun sich leicht rechts haltend weiter. In einer Lichtung auf ca. 1150 m die zum Scheffauer und zur Steiner-Hochalm markierte Route nach rechts verlassen und dem Höhenweg nach rechts folgen.
Nach einer kurzen Fahrrampe rechts ein paar Meter abwärts und im Wald fast eben weiter. Am Waldrand verzweigt sich der Weg. Dort nach links, sofort aber wieder rechts und am Rand einer Hangmulde gering ansteigend durch freie Weidehänge hinauf. Bei der nächsten Verzweigung geradeaus und dem WildenKaiser-Steig gegen Nordosten folgen. Dabei geht es in lichten Laubwald hinein, und der Pfad wird steiniger. Schließlich kommt von rechts eine Fahrspur herauf, der man in der gleichen Richtung zur Jausenstation Kaiser-Hochalm folgt. Bei der Alm links abbiegen, nach Norden hinauf und in weitem Rechtsbogen am Sonnenstein südlich an grimmigen Felsenwänden entlang. Direkt unter einer überhängenden Felswand zweigt nach rechts der Anstieg zum Treffauer ab. Nun durch Geröll und schöne Bergwiesen, überwiegend aber im Latschenbuschwerk weiter. Anschließend fällt der Weg um satte 65 Höhenmeter zum Wasserfall ab, wir müssen jedoch uns links haltend mühsam und steil durch Buschwerk ins Schneekar hinauf. Am unteren Rand des Schneekars rechts abzweigen und neben glatten, verkarsteten Felsen stramm nach Südosten hinauf. Im weiteren Verlauf etwas rechts und im steilen Schrofenhang weiter forsch bergauf. Nach einer luftigen »Einserstelle« und einer Etappe über scharfkantiges, aber loses Geröll immer mehr in Wiesenhänge hinein. Lange durch steile, steinige Wiesen mühsam aufwärts. In weitem Linksbogen führt die Route zu einer Hangkante hinauf und knickt auf ihr scharf rechts ab. Die gekonnt angelegte Wegmarkierung leitet nun über Schrofen und Wiesenhänge nochmals über eine kurze Einserstelle und den steilen Westhang des Treffauers hinauf. Dann führt der Weg noch einmal über freie Wiesenhänge und steigt fast wie ein Spazierweg in ausholenden Kehren gemütlich zum felsigen Gipfelgrat an. Anfangs auf dem Grat, dann rechts unterhalb über ein paar luftige Stellen zum höchsten Punkt hinauf.
Abstieg.
Normalerweise steigt man entlang der Aufstiegsroute ab. Nur wer eine ausgesprochen gute Kondition hat, sollte sich den Übergang zum Tuxeck gönnen. Dazu biegt man von der Aufstiegsroute ein paar Meter unterhalb des Gipfels links ab, um einem markierten Pfad nach Süden zu folgen. Am steilen Schrofenhang weiter, durch einen kurzen Kamin steil hinunter (I–II) und über feingriesigen Untergrund weiter. Kurz vor dem Gipfelaufbau eine glatte Felsenwand schräg überwinden, was zwar schwierig aussieht, aber eigentlich ganz einfach ist. Ein paar Meter hinunter und man steht vor der Gipfelwand. Es gibt bei diesem grimmigen Anstieg ein paar Eisenkrampen. Diese sind in so großem Abstand angebracht, dass sie zwar eine Hilfe sind, der Gipfelanstieg aber ein spannendes und gefährliches Abenteuer bleibt. Nur wer Klettererfahrung besitzt, darf sich diesen Aufstieg über rund 20 Höhenmeter zutrauen.
Der weitere Abstieg führt aus dem Schartl nach Westen hinunter und durch eine markante, steil abfallende und tief eingeschnittene Felsengasse. Nun lange durch eindrucksvolle Schluchten, über Schrofen und Geröll und durch einen engen Kamin (Eisentritte). Weiter unten in eine steile Latschengasse, durch diese südseitig hinab und rechts abdrehend auf dem Wanderweg nach Westen hinaus. Wer lieber im Geröll abfährt, hält sich bei einem alten Steig links und kommt in das breite Lenggries, durch das man auf den Stiefelsohlen bis zum Gruttenweg abfahren kann. Auf ihm nach rechts weiter, mehrmals geringfügig auf und ab und an den Verzweigungen dem Schild zur Kaiser-Hochalm folgen. In langem, mühsamem Gegenanstieg am Südhang zur Kaiser-Hochalm hinauf und dort wird der Anstiegsweg erreicht. Auf ihm ins Tal zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied1750 m
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSt.-Leonhard- Kapelle beim Gasthaus Bärnstatt an der Straße von Scheffau zum Hintersteiner See (918 m)
EndpunktSt.-Leonhard- Kapelle beim Gasthaus Bärnstatt an der Straße von Scheffau zum Hintersteiner See (918 m)
TourencharakterZu den großen Rennern im Wilden Kaiser gehören die beiden Gipfelziele Treffauer (Einheimische sagen »Trefferer«) und Tuxeck nicht gerade. Zu lang, zu schwierig und im Anstieg auf den Scheffauer wohl auch etwas zu monoton geben sich diese beiden grimmigen Kaisergipfel. Doch der Abstieg vom Tuxeck nach Süden ist an landschaftlicher Vielfalt kaum zu überbieten. Und am Tuxeck kommt auch niemand zu kurz, der alpinen Nervenkitzel sucht. Denn der unmittelbare Anstieg über die Gipfelwand ist wohl als satter »Dreier« zu bezeichnen, den man ohne Seilsicherung normalerweise sein lassen sollte.
Beste Jahreszeit
KartentippAlpenvereinskarte 1:25000, Blatt 8 (Kaisergebirge)
MarkierungenWegtafeln und Markierungspunkte
VerkehrsanbindungMit dem Auto von Scheffau dem Wegweiser folgend Richtung Hintersteiner See auf steiler, aber guter Bergstraße; Linienbusverbindungen ab St. Johann, Kufstein oder Wörgl nach Scheffau
GastronomieKaiser-Hochalm und eventuell Steiner-Hochalm (liegt nicht unmittelbar an der Route)
Tipps
Schneller Anstieg. Etwas schneller und weniger anstrengend wird die Tour, wenn man als Ausgangs- und Endpunkt das Gasthaus Jagerwirt (940 m) wählt.
Höchster Punkt
Treffauer (2304 m)
Unterkunft
In Scheffau
Tourismusbüro
Scheffau am Wilden Kaiser, Tel. 0043/5358/7373; www.tirol.at/scheffau
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