Teufelsmauer

Felsfaszination am Harznordrand Waldwanderung auf zum Teil wurzeligen und insbesondere an den Wasserfällen steinigen Pfaden, die festes Schuhwerk erforderlich machen. (Autor: Bernhard Pollmann)
8 km
100 m
3.00 h
Aussichtsreicher Großvater Vom Parkplatz Schnappelberg in Blankenburg gegenüber dem als Museum eingerichteten Kleinen Schloss (mit Barockgarten) folgen wir der Schnappelberg-Straße kurz aufwärts zur Bundesstraße (Bushaltestelle Schnappelberg), queren sie, folgen ihr wenige Meter aufwärts und gehen dann links hinauf durch die schmale Serpentinenstraße »Teufelsmauer« zwischen Gärten mit Blick auf Blankenburg und das die Stadt dominierende Große Schloss. Am oberen Ende der Straße führen Stufen links hinauf zum Felsmassiv Großmutter, an dessen Fuß der wurzelige Weg unter Eichen rechts zum Großvater führt. Der Gipfel des etwa 12 m hohen Felsens, der mit 319m die höchste Erhebung der Teufelsmauer bildet, ist auf einem geländergesicherten, teils mit Eisenklammern als Aufstiegshilfen versehenen Steig erreichbar, oben bietet sich ein exzellenter Blick über Blankenrode hinweg bis zum Brocken sowie auf das Harzvorland. Unterhalb dieses Aussichtsfelsens lädt die Ausflugsgaststätte »Großvater« zur Einkehr. In vorchristlicher Zeit soll sich am Großvater die Kultstätte einer als »Großvater« bezeichneten Gottheit befunden haben. Felssteig zum Hamburger Wappen Am Großvater beginnt der im Jahr 1853 angelegte Steig, der den wildromantischen Kamm des Heidelbergs bis zum Hamburger Wappen bei Timmenrode erschließt (während der E 11 unten oberhalb des Zauns der Gaststätte verläuft). Dieser Felssteig ist passagenweise ziemlich schmal und kann teilweise als ausgesetzt empfunden werden. Gefährliche Stellen sind geländergesichert, Steilstufen durch Leitern und Stufen erschlossen. Immer wieder laden natürliche Felsthrone zu aussichtsreicher Rast, sonst führt der Steig meist durch wildromantischen Wald. Der einzige namentlich bezeichnete Felsen ist der bald erreichte Löbbeckefelsen - Der Blankenburger Bürgermeister Karl Löbbecke ließ den Steig über die Teufelsmauer 1853 anlegen. Schließlich mündet der Steig bei einer Sitzbank auf einen bequemen Waldweg. Während an dieser Stelle der nördliche Hangweg und der Waldweg links zurück nach Blankenburg führen, wandern wir rechts weiter Richtung »Helsunger Krug« und gelangen an eine Schutzhütte, an der weitere Wege Richtung Blankenburg abzweigen. Im Hang eines stillen Buchenwaldtals geht es hier links weiter an den überhängenden Felsen der Gewitter-grotte vorbei. Bald darauf sieht man am Weg einen gemauerten Abstieg mit Stufen: Hier geht es hinab zur Felsgrotte Fuchsbau. Wer einkehren will, folgt den Schildern weiter zum Helsunger Krug, während unser Weg an einem Rastplatz steil rechts hinauf auf einen Pfad und nach Überqueren des Kamms links zu den Aussichtsfelsen gegenüber des Naturdenkmals Hamburger Wappen führt. Das Naturdenkmal besteht aus drei Felstürmen, die angeblich an die drei Türme im Wappen der Freien und Hansestadt erinnern. Das Gebiet am Hamburger Wappen mit der Zwergenhöhle, einer Durchgangshöhle, und einer wunderbaren Aussicht auf das nördliche Harzvorland, zählt zu den beeindruckendsten der Teufelsmauer. Das Ostende der Blankenburger Teufelsmauer wurde von einer kleinen mittelalterlichen Wehranlage, der Kucksburg, beherrscht; auch hier bietet sich eine hervorragende Aussicht ins Harzvorland, Richtung Quedlinburg und Ballenstedt. Südhangweg Von den Felsen beim Hamburger Wappen kehren wir zurück zum Kamm und folgen dem Europäischen Fernwanderweg 11 (X11, zugleich Blaupunkt-Markierung) zurück Richtung Blankenburg. Der E 11 verläuft anfangs im Waldsaumbereich. Der Blick fällt hinüber zum Thaler Hexentanzplatz und den Felsen über dem Bodetal. Der E 11 ist wurzelig, aber weniger steinig als der Kammweg. Er wechselt bald auf einen Nebenkamm bzw. in dessen Südhang mit kleineren Auf- und Abstiegen. Es ist ein schöner Wanderpfad unter Eichen, Kiefern und Buchen. Immer wieder ergeben sich eindrucksvolle Aufblicke zu den Felsen am Kammweg, allerdings ist die nahe Straße unüberhörbar. Zuletzt erreicht der E 11 wieder den Großvater-Felsen, von dem wir noch einmal die grandiose Aussicht genießen können.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied100 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortDie »Blütenstadt« Blankenburg ist Kurort und Moorheilbad am Nordrand des Unterharzes in unmittelbarer Nähe der Teufelsmauer.
AusgangspunktParkplatz Schnappelberg (180m) beim Kleinen Schloss.
TourencharakterDie Teufelsmauer ist eine drachenkammartig herausgewitterte Sandsteinrippe, die zwischen Blankenburg und Ballenstedt mit Unterbrechungen wie eine Mauer parallel zum Harznordrand aufragt. Dieser wild zerklüftete, von naturnahen Wäldern bedeckte Höhenzug gipfelt auf dem Heidelberg bei Blankenburg im Felsturm Großvater (319m) und zählt zu den urtümlichsten Wandergebieten des Harzes. Der 1853 angelegte Steig über den Teufelsmauer-Grat ist passagenweise geländergesichert, erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit und bietet faszinierende Aussichten in alle Himmelsrichtungen. Diesem Felssteig folgen wir zum Naturdenkmal »Hamburger Wappen« bei Timmenrode, auf dem Rückweg gibt der vergleichsweise bequeme Europäische Fernwanderweg 11 die Route im Südhang vor. Obwohl die Wanderung kilometermäßig kurz ist, sollte viel Gehzeit eingeplant werden - Der Kammweg ist ein echter Felssteig.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wander-, Radtouren- und Langlaufkarte 1 - 50 000, Blatt 1019 Ostharz.
VerkehrsanbindungA 395 Braunschweig – Bad Harzburg, Dreieck Vienenburg, weiter auf der autobahnähnlich ausgebauten B 6 Richtung Wernigerode/Quedlinburg und abzweigen nach Blankenburg, dort auf die B 81 Richtung Nordhausen.
GastronomieBlankenburg, Großvater, Helsunger Krug.
Tipps
Barockgarten Blankenburg Der Kurort Blankenburg ist eines der am vollständigsten erhaltenen Beispiele deutscher Kleinresidenzen des Barock. Das Kleine Schloss (1777) mit barockem Terrassengarten am Ostrand der Altstadt (gegenüber von unserem Ausgangspunkt-Parkplatz) beherbergt ein Museum zur Geschichte der herzoglichen Residenz in Blankenburg während der ersten Hälfte des 18. Jh. Wie der Terrassengarten stammen auch die anderen Gärten Blankenburgs in ihrer Grundstruktur aus der Zeit des Barock - der Tiergarten, der Schlosspark (ein Landschaftspark), der Lustgarten der Herzogin Christine Luise, der Berggarten des Dr. Reck und der Thiepark.
Tourismusbüro
Kurverwaltung Blankenburg, Lange Straße 17, 38889 Blankenburg (Harz), www.blankenburg.de

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