Tauernblick mit Gletschereis

Wanderung auf interessanten Waldwegen sowie über eine Bachbrücke. Das letzte Stück wird auf einem Fahrweg zurückgelegt. Hierbei ist die Besichtigung des Gamseckfalles möglich. Auf der gesamten Tour stimmungsvolle Blicke in das Obersulzbachtal. (Autor: Michael Kleemann)
8 km
500 m
4.00 h
So kann man in der alten Zirbenstube oder auf der Terrasse vor dem Haus gemütlich sitzen. Von Letzterer schweift der Blick in den Talschluss des Obersulzbachtales. Die Klimaerwärmung hat auch dort ihre Spuren hinterlassen. So ist der ehemalige Gletscherbruch, die Türkische Zeltstadt, komplett in das Tal geflossen und nicht mehr vorzufinden. Weiter oben sind die Gletscherwelten an den Maurerkeesköpfen noch zu bewundern, ebenso die dominierende Nadel aus Fels und Eis des Großen Geigers. Unter dieser Kulisse verläuft auch die Aufstiegsroute zum Großvenediger. Gewöhnlich fährt man hier zur Besteigung bis hinter die Postalm, um dann zur Übernachtung zur Kürsinger Hütte aufzusteigen. Die Küche der Berndlalm bietet traditionelle Pinzgauer Kost. Neben den legendären Kasnocken – das sind Käsespätzle in der Pfanne serviert – warten auch Ziegenkäse, Kaiserschmarrn und Wiener Schnitzel. Zum Kaffee gibt es leckeren hausgemachten Strudel und Kuchen, und wer dann doch einen etwas zu schweren Magen hat, kann sich noch ein Stamperl des aromatischen Zirbenschnapses schmecken lassen. Die Tour selbst führt vom Parkplatz am Hopffeldboden auf die andere Bachseite über eine Holzbrücke. Sie gibt den Blick über das rauschende Gletscherwasser des Obersulzbaches hin nach Süden in das Obersulzbachtal frei. Dann folgen wir einem schönen Waldweg durch mystische Bergwälder mit hohen alten Tannen hinauf zur Kampriesenalm. Hier sieht es aus wie in der Filmkulisse von »Schlafes Bruder«, zu dem Hubert von Goisern die Musik geschrieben hat. Sie würde auch sehr gut hierher passen. Weiter führt der Weg über einen kleinen Bergbach zum Fahrweg, dem wir weiter zur Berndlalm bergauf folgen. Vorsicht: Hin und wieder sind Hüttentaxis unterwegs. Kurz vor unserem Ziel lohnt der Abstecher zu zwei Aussichtskanzeln, die den Blick auf den Gamseckfall ermöglichen. Achtung: Hier ist besondere Vorsicht geboten, nicht trittsichere Kinder sollten angeseilt werden. In diesem Bereich können wir auf der gegenüberliegenden Hangseite den Seebachfall auf seiner gesamten Länge bewundern.
Wegverlauf.
Vom Wanderparkplatz am Hopffeldboden in Höhe der Schranke folgen wir dem Wegweiser Wanderweg Berndlalm ein kleines Stück bergab über die Bachbrücke, die wir nur einzeln überqueren dürfen. An der nächsten Weggabelung gehen wir dann rechter Hand und folgen dem Wegweiser Kampriesenalm, Berndlalm auf einem steil ansteigenden Wanderweg. An der Kampriesenalm folgen wir dem Wegweiser Berndlalm zunächst auf einem Wanderweg. Dieser mündet dann auf den Fahrweg, dem wir noch etwa 20 Minuten bergauf bis zur Berndlalm folgen.
Der Abstieg ist identisch mit dem Aufstieg. Alternativ dazu können Sie auch dem Fahrweg bis zum Wanderparkplatz folgen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied500 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortHopffeldboden
AusgangspunktAuto - Wanderparkplatz Hopffeldboden, gebührenpflichtig Bahn: Wanderparkplatz Hopffeldboden
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDie Berndlalm zählt zu den ersten Adressen, was Aussicht und Küche angeht, wenn man sich in die Seitentäler der Hohen Tauern im Oberpinzgau begibt.
Hinweise
Eignung. Für Familien mit Babys und Kleinkindern im Tragetuch oder in der Kraxe sowie für Kinder ab dem 8. Lebensjahr. Im Bereich des Gamseckfalles ist das Anseilen nicht trittsicherer Kinder zu empfehlen.
KartentippAlpenvereinskarte 1:50 000, Blatt Kitzbüheler Alpen West Nr. 34/1; Wanderkarte freytag & berndt 1:50 000, Blatt Großvenediger, Oberpinzgau
VerkehrsanbindungAuto - A 8 München-Salzburg bis Inntaldreieck, dort auf die A 93 Inntalautobahn bis Ausfahrt Kufstein Süd; weiter Richtung Felbertauern über Scheffau und Kitzbühel sowie über den Pass Thurn; in Mittersill linker Hand durch die Ortsmitte Richtung Krimml; nach Neukirchen, nach etwa 2 km, linker Hand dem Wegweiser Sulzbachtäler folgen; an einer Straßengabelung nach dem Bahnübergang dem Wegweiser Obersulzbachtal und am Gasthof Siggen dem Wegweiser Hopffeldboden folgen bis zum Wanderparkplatz Bahn, Taxi: München–Innsbruck bis Wörgl, dann Wörgl–Zell am See und anschließend Zell am See–Rosenthal, Sulzbachtäler mit Pinzgauer Lokalbahn; von dort mit diversen Taxidiensten bis Wanderparkplatz Hopffeldboden
GastronomieAlmgasthof Berndlalm, Tel. 0043/664/ 916 67 18, täglich geöffnet, Betriebsurlaub Mitte Oktober bis Ende April. Touren ab Hütte: Seebachsee 3 Std., Postalm, 1 Std. 30 Min. (ab dem 10. Lebensjahr)
Tipps
Für Übernachtungsgäste ist die Besichtigung der Krimmler Wasserfälle ein muss. Sie stürzen in drei Kaskaden über 500 Höhenmeter bergab. Ein Panoramaweg führt Sie sicher zu allen Aussichtskanzeln. Geeignete Besuchszeiten sind in der Hauptsaison die Stunden des frühen Vormittags oder am Spätnachmittag außerhalb der Wochenenden und Feiertage. In der Nebensaison ist es an allen Tagen ruhiger. Wer noch ein Stück von der Berndlalm in das Obersulzbachtal wandern will, kann am Abzweig Seebachsee einen wunderschönen Gletschertopf bewundern. Gletschertöpfe sind durch Auswaschungen in der Eiszeit entstanden. Einfache Gehzeit etwa 20 Minuten. Die Tour ist nur von Mai bis Oktober zu gehen. Außerhalb dieser Zeiten hat auch die Hütte nicht geöffnet. Zudem ist im Winter mit einer zum Teil erheblichen Lawinengefahr zu rechnen.
Tourismusbüro
Tourist-Info Neukirchen am Großvenediger, Tel. 0043/6565/62 56, www.urlaubsarena-wildkogel.at

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