Stille Wege zum kleinen Gipfel

Auf das Wetterkreuz Einfache Wanderung auf Bergpfaden. (Autor: Lisa Bahnmüller)
9 km
400 m
3.00 h
Natürlich ist Reit im Winkl kein Geheimtipp mehr. Aber außer den berühmten Hemmersuppenalmen oder der Winklmoosalm gibt es noch eine Menge Wanderwege, die alle von dem überaus reizenden Landschaftsbild des Reit im Winkler-Tales profitieren. Das Wetterkreuz ist ein steiler Felszacken nördlich des Ortes. Auf dem Weg dorthin liegen viele Almen und von seinem leicht erreichbaren Gipfel hat man eine wunderschöne Aussicht – besonders für den Nachmittag eine ruhige und einfache Tour. Wegverlauf - Von der Pfarrkirche in Reit im Winkl gehen wir in die Hausbergstraße und folgen rechts den Hinweisschildern zur »Eckkapelle«. Entlang den Kreuzwegstationen und am Skilift vorbei stehen wir bald an der im Inneren reich ausgeschmückten Eckkapelle. Auf der Almstraße hinter der Kapelle wandern wir links leicht aufwärts. Schließlich taucht links von uns die Glapfalm auf. Gleich darauf, an einem wunderschönen Wegkreuz, stehen wir an der Abzweigung zur Alm. Wir gehen links auf die Glapfalm zu, wenden uns aber kurz vor ihr rechts Richtung Wald und wandern dann gleich wieder links am Waldrand entlang. Nach dem Viehgatter kommen wir zu einer Senke, wo uns kurz vorher an einer Bank rechts ein Schild zum Wetterkreuz führt. Im Zickzack geht es aufwärts. An manchen Stellen fällt der Hang steil ab, hier ist ein wenig Schwindelfreiheit nützlich. Über einen Sattel und ein paar Treppenstufen erreichen wir den Gipfel des 1064 m hohen Wetterkreuzes und genießen die Aussicht. Im Südwesten liegen Wilder und Zahmer Kaiser, über dem Inntal ragen die Berge um Bayrischzell in den Himmel. Direkt nach Süden liegen der Untersberg, das mit Antennen »verzierte« Kitzbühler Horn, die Schneefelder der Hohen Tauern mit dem Großvenediger, das Fellhorn und die Loferer Steinberge. Im Südosten finden wir das Dürrnbachhorn (Tour 30) und die Berchtesgadener Berge. Zurück geht es über die Treppenstufen zum Sattel und nun nach links auf den Bergpfad. Unser nächstes Ziel ist die Hutzenalm. Dafür halten wir uns an einer Rastbank rechts, kommen auf einen Wirtschaftsweg, dem wir links abwärts folgen. Noch einmal stoßen wir auf einen quer laufenden Weg, erneut nach links haben wir uns dann die Pause in der netten Hutzenalm verdient. Von dort wandern wir auf der steil abwärts führenden kleinen Teerstraße nach Birnbach, wo wir gleich beim Gasthof Stoaner rechts und nach dem letzten Haus links auf einen Feldweg kommen. Wir passieren ein schönes Feldkreuz zwischen zwei Ahornbäumen und einen kleinen Weiher und stoßen wieder auf ein Teersträßchen. Nun nach links, am Gasthaus Glapfhof vorbei, kommen wir direkt ins Zentrum von Reit im Winkl zurück. Wissenswertes: Die Tourismusanfänge hat Reit im Winkl dem Besuch des heimatbegeisterten Bayernkönigs Maximilian II. im Jahre 1858 zu verdanken. Der König liebte die Berge und die Jagd. Über mehrer Monate bereiste er den Süden Bayerns mit dem ganzen Tross seines Hofstaates. Mit von der Partie war der Schriftsteller Franz von Kobell. Seine Reiseaufzeichnungen und Berichte machte die Bevölkerung auf die Schönheit des Landes aufmerksam. Davon profitierten viele der Orte, die auf dem Weg des Königs lagen. Schon damals war es chic, sich auf die Spuren seines Monarchen zu begeben. Der Fremdenverkehr begann, denn immer mehr Städter fanden Gefallen am Landleben, der frischen Luft und an den nahen Bergen. Reit im Winkl hat von all dem etwas und liegt noch dazu in einem weiten sonnigen Tal. Die alte Verbindungsstrasse zwischen Bayern und Tirol belebte schon früh das Geschäft. Auch wenn heute der Weitwanderweg E4, der berühmte Maximilians- oder Königsweg den Ort nicht direkt berührt, so floriert der Tourismus immer noch. Ob im Sommer oder Winter in Reit im Winkl ist immer etwas los.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied400 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPfarrkirche in Reit im Winkl.
EndpunktWie Ausgangspunkt
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 10, Chiemsee-Simsee oder Kompass Nr. 14, Berchtesgadener Land, 1 - 50000
VerkehrsanbindungAuto Über die Salzburger Autobahn A 8, Ausfahrt Übersee. Weiter über Marquartstein nach Reit im Winkl, Parken an allen ausgewiesenen Parkplätzen im Ort. Bahn/Bus Von München nach Prien am Chiemsee, Anschlussbus nach Reit im Winkl.
GastronomieHutzenalm Dienstag Ruhetag, von März bis Mai und November bis Weihnachten nur am Wochenende geöffnet. n Gasthaus Stoaner/Birnbach Montag Ruhetag. n Gasthof Glapfhof, am Ende der Tour hat man in Reit im Winkl eine große Auswahl verschiedenster Lokale.
Tipps
Mitte September findet alljährlich ein Almabtrieb mit besonders schön geschmückten Tieren statt. Den genauen Termin erfährt man im Tourismusbüro.
Tourismusbüro
Touristeninformation Reit im Winkl, Tel. 08640/80020

Buchtipp

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