Stille Stunden in der Glonner Region

Es sind keine spektakulären Höhepunkte, die diesen Ausflug kennzeichnen, sondern verborgene kleine Anziehungspunkte am Wegesrand. Noch immer zählt die Gegend um Glonn zu den Geheimtipps rund um München, besonders was landschaftliche Schönheit und imponierende Aussichtspunkte anbetrifft. Auch kunstgeschichtlich Interessierte kommen in dieser Region auf ihre Kosten, etwa bei einem Besuch von Maria Altenburg. (Autor: Armin Scheider)
7 km
105 m
2.00 h
Alte Baumriesen in Zinneberg. Von Glonn aus fahren wir zunächst das kurze Stück nach Zinneberg. Im dortigen Schlosspark wurde von Schülern ein Baumlehrpfad angelegt, an dem imposante und wunderbar gewachsene Baumriesen stehen. Gleich zu Beginn eine mächtige Eiche, vor der man staunend und ehrfürchtig Halt macht. Das Gelände rund um einen Weiher erfreut zudem durch wohltuende Stille und schöne Parkszenen. Einkehr in Herrmannsdorf. Ganz in der Nähe von Zinneberg liegt Herrmannsdorf, bekannt durch die Herrmannsdörfer Landwerkstätten. Sie stehen für handgemachte Lebensmittel in hoher ökologischer Qualität. Neben den Läden im Hofmarkt, wie der Warmfleisch-Metzgerei, der Vollkorn-Bäckerei, der Rohmilch-Käserei oder der Naturtrüb-Hausbrauerei, gibt es auch das Wirtshaus zum Schweinsbräu mit Wirtsgarten. Der Chefkoch des Hauses verfolgt seit Jahren das Ziel, den Charakter der regionalen Naturprodukte zu erhalten und ihre geschmackliche Qualität zur vollen Entfaltung zu bringen, und zwar ohne »kulinarische Schnörksel und aufgesetzte optische Finessen«. Dass er darin Erfolg hat, beweisen die 16 Punkte des Gault Millau, die er schon erreicht hat. Wie wär's also mit einem knusprigen Schweinsbraten und dazu glacierte weiße Rüben und Kartoffelbrei? Öffnungszeiten - Mi–Fr 12–14 und 18–1, Sa 12–15 und 18–1, So 12–1 Uhr. Mo und Di Ruhetage. Übrigens, auch ohne Essen kann man sich vom behutsamen Umgang der Herrmannsdörfer mit Tieren, Pflanzen und Böden überzeugen, nämlich bei öffentlichen Führungen, die von April bis Oktober jeden Samstag um 10.30 Uhr stattfinden. Telefon: 08093/9094-0. Wandern im Brucker Moos. Ob mit oder ohne Schweinsbraten, die folgende Wanderung wird Ihnen gefallen, denn sie führt ein Stück durch das parkartige Brucker Moos und gibt den Blick frei auf die dahinter postierte Alpenkette mit dem Kaisermassiv im Zentrum. Wir starten an der Kirche in Bruck, steigen zuerst nach Pullenhofen hoch und bewundern auf dem Weg nach Alxing das erhabene Landschaftsbild rund um das Brucker Moos. Dann geht es in das Moos selbst, später über die Moosach und 200 Meter danach rechts auf den Feldweg ab. Auf diese Weise kommt man durch Schlipfhausen und Nebelberg nach Bruck zurück. Länge des Weges rund 7,5 Kilometer. Besuch in Maria Altenburg. Nur einen Steinwurf entfernt von Bruck entspringt die Moosach aus sieben Quellen am Fuße eines bewaldeten Hügels, auf dem zuerst eine mittelalterliche Burg und später eine Kirche stand, die heutige Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau vom Siege. 1391 erstmals erwähnt, erlebte sie ihre Blütezeit im 17./18. Jh. und wurde 1711 barock umgestaltet. So gefällt im Innern neben dem reichen Stuck und den Deckengemälden auch die Altaranlage mit der stehenden Muttergottes als Gnadenbild aus der zweiten Hälfte des 15. Jh. sowie die Schnitzfiguren und das beeindruckende Triumphkreuz. Mit dem Auto nach Baiern. Gemeint ist die Gemeinde Baiern südlich von Glonn. Zunächst aber machen wir einen Bogen um den Steinsee, selbst wenn ein kühles Bad sehr gelegen käme. Denn im Gegensatz zu früher ist der Badesee heute an heißen Tagen ziemlich überlaufen. Stattdessen steuern wir Adling an, begeistern uns dort an der herrlichen Bergsicht und landen wieder in Glonn. Weiter geht es auf der Haslacher Straße mit reizvollen Ausblicken auf das Glonntal nach Süden bis Piusheim. Hier bietet sich wieder Gelegenheit zur inneren Einkehr und Besinnung. Ein Kilometer nördlich steht malerisch am Waldrand direkt über einer Quelle das Marienheiligtum Frauenbründl, ein Wallfahrtskirchlein, dessen Ursprung wahrscheinlich auf das Pestjahr 1635 zurückgeht. Die Einwohner von Berganger sollen es errichtet haben zum Dank dafür, dass sie von Krieg und Pest verschont blieben. Es wurde oft renoviert und steht wie ein Kleinod in der Landschaft. Auch der stimmungsvolle Innenraum mit den unzähligen Votivgaben übt eine starke Wirkung aus. Die Quelle, der man viele Heilerfolge nachsagt, sprudelt heute noch. Ob man hinfährt oder nicht, Ziel dieser Etappe ist das Dorf Antholing der Gemeinde Baiern. Wanderung um Antholing. Erneut eine schöne Wanderung, diesmal rund zehn Kilometer lang. Besonders aussichtsreiche Teilstrecken mit Alpenblick sind die Wege direkt um Antholing sowie die Querverbindung von Kreithan nach Söhl, hier mit Aussicht auf das Kaisergebirge. Route siehe Karte rechts. Schlussetappe bis Kleinhelfendorf. Ab Antholing setzen wir zum Schlussspurt an, passieren aber noch einige interessante Stationen. Erster Zwischenhalt in Kleinhöhenrain, dort gibt es einen Gasthof Zur schönen Aussicht, wo faszinierende Weitblicke von den Salzburger Alpen bis hin zur Zugspitze geboten werden. Auf der Fahrt nach Westen geht es am Lauser Weiher vorbei, einem Badesee, der an Sommertagen freilich auch mal ziemlich überlaufen sein kann. Schließlich gelangen wir nach Kleinhelfendorf, wo nicht nur die ausnehmend schmucke Pfarrkirche mit hochwertiger Ausstattung, sondern auch die Marterkapelle mit einer Figurengruppe um die Ermordung des hl. Emmeram besuchenswert ist. Eineinhalb Kilometer südlich liegt Blindham, wo ein Bergtierpark mit heimischen Wild- und Haustierrassen eingerichtet wurde. Dazu gehören auch ein Streichelgehege, eine Wildblumenwiese mit Wildinsekten- Hotel und ein Waldlehrpfad, außerdem Spielplätze und eine Gaststätte. Zufahrt erfolgt von der Staatsstraße 2078 zwei Kilometer südlich von Großhelfendorf.

Länge - Autoroute gut 40 km (Glonn-Maria Altenburg-Antholing-Kleinhelfendorf) Wanderung 1 ca. 7,5 km Wanderung 2 ca. 10 km

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied105 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktOrtsmitte von Glonn Anfahrt über Putzbrunn oder Höhenkirchen.
TourencharakterEs sind keine spektakulären Höhepunkte, die diesen Ausflug kennzeichnen, sondern verborgene kleine Anziehungspunkte am Wegesrand. Noch immer zählt die Gegend um Glonn zu den Geheimtipps rund um München, besonders was landschaftliche Schönheit und imponierende Aussichtspunkte anbetrifft. Auch kunstgeschichtlich Interessierte kommen in dieser Region auf ihre Kosten, etwa bei einem Besuch von Maria Altenburg.
Beste Jahreszeit
GastronomieHerrmannsdorf Gasthof Schweinsbräu Terrasse, Mo/Di Ruhetage Moosach/Falkenberg Schlosswirtschaft Biergarten, kein Ruhetag Kleinhöhenrain »Zur schönen Aussicht« Biergarten, Mi Ruhetag.
Tourismusbüro
Glonn Tel. 0 80 93/90 97-0 www.glonn.de Gilt auch für Moosach, Baiern und Bruck.

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