Stechlinsee

Auf Fontanes Spuren rund um einen der schönsten Klarwasserseen Deutschlands Bequeme Waldwanderung auf zum Teil wurzeligen Pfaden; prinzipiell sind die Wege fahrradfähig. (Autor: Bernhard Pollmann)
13 km
100 m
4.30 h
Rund um den Stechlinsee Das ehemalige Glasarbeiterdorf Neuglobsow liegt inmitten dichter Buchenmischwälder zwischen Stechlin- und Dagowsee. Den Ortskern prägen nach 1779 errichtete, lang gestreckte Glashüttenarbeiterhäuser, eingeschossige Fachwerkhäuser mit verbretterten Giebeln und Inschriftenbändern. Gegen Ende des 19. Jh. wurde der Glashüttenbetrieb eingestellt und Neuglobsow entwickelte sich zu einem beliebten Ausflugs- und Urlaubsziel. In einem historischen Doppelstuben-Fachwerkhaus, einer ehemaligen Glasmacherhütte an der Stechlinseestraße, ist das Restaurant Fontanehaus untergebracht; hier soll schon Fontane eingekehrt und Teile des »Stechlin«-Romans geschrieben haben. An Glasarbeiterhäusern vorbei und dann autofrei im Wald gelangen wir an den Neuglobsower Liegewiese- und Badestrand, wo Sitzbänke mit Blick über den von Wald eingefassten Stechlinsee zur Rast laden. Am Bootsverleih vorbei gehen wir links hinauf zum Rotstrich-Wanderweg und folgen ihm rechts durch Buchen-Eichen-Wälder, die als Totalreservat ausgewiesen sind. Parallel dazu führt unten am Ufer ein wurzeliger Weg entlang. Er mündet vor der Messstelle des Bundesumweltamts auf den fahrradfähigen Hauptweg. An der Verzweigung beim ehemaligen Fischerhaus führt der Rotstrich-Weg rechts weiter, wobei der wurzelige Uferweg attraktiver ist. An der Verzweigung hinter der hölzernen Leddernbrücke über den Polzowkanal führt der Rotstrich durch sehr schönen Wald zum Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks Rheinsberg und folgt dem Zaun rechts und gleich links zur Holzbrücke über den Auslaufkanal. Auf einem schönen Waldweg führt der Rotstrich weiter, an der Verzweigung rechts Richtung »Nordbucht« (Grünstrich). Fenchelberg-Panorama An der verlandenden Nordbucht mündet der Europäische Fernwanderweg 10 auf den Stechlinsee-Rundweg und folgt ihm südwärts zur SonnenbuchtBadestelle. Dahinter verzweigt sich der Weg - Die Uferwegvariante führt weiter am Ufer entlang (3km) nach Neuglobsow, während die gleich lange Bergvariante in Buchenwäldern der Kante des Steilufers zum Fenchelberg folgt. Der Fenchelberg ist die höchste Endmoräne am Stechlinsee, von den Sitzbänken aus bietet sich ein exzellenter Blick auf den See. Wenig später passiert die Bergvariante eine überdachte Sitzgruppe und senkt sich hinab zur Badebucht von Neuglobsow. Hier geht es links und zurück nach Neuglobsow.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied100 m
Dauer4.30 h
Schwierigkeit
StartortDie Feriengemeinde Stechlin liegt im nordbrandenburgischen Landkreis Oberhavel im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land.
AusgangspunktBushaltestelle Neuglobsow (85m) in der Gemeinde Stechlin oder gebührenpflichtiger Parkplatz »Stechlinsee« am Ortsrand von Neuglobsow.
TourencharakterDer sagenumwobene Stechlinsee im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land ist der größte Klarwassersee Ostdeutschlands und ein Naturparadies, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint - »Rundum von alten Buchen eingefasst, deren Zweige, von ihrer eignen Schwere nach unten gezogen, den See mit ihrer Spitze berühren« – diese Charakterisierung in Theodor Fontanes Roman »Der Stechlin« (1897) ist noch heute gültig. Ein Landschaftsmosaik aus Buchen- und Eichenwäldern, Mooren und Bruchwäldern umgibt das bis zu 68m tiefe Gewässer. Fisch- und Seeadler, Rohrdommel, Schwarzstorch und Kranich, Sumpfschildkröte, Fischotter und zahlreiche weitere gefährdete und selten gewordene Tier- und Pflanzenarten haben im Stechlinseegebiet ein Rückzugsgebiet gefunden. Wegen seines Naturreichtums und seiner kulturellen Bedeutung wurden der 4,25 qkm große Glazialsee und seine nähere Umgebung bereits 1938 zum Naturschutzgebiet erklärt. Die von keinem Punkt aus ganz übersehbare vierarmige bzw. ansatzweise kreuzförmige Gestalt des Sees hat zu vielen Sagen Anlass gegeben. Die bekannteste ist die Sage vom roten Hahn, der in der Tiefe des Sees lebt: Immer dann, wenn Fischer in die sensiblen Bereiche des Sees einzudringen versuchen, taucht er auf und greift die Boote an. Und wenn sich fern in der Welt ein Erdbeben, Vulkanausbruch oder anderes Unglück ereignet, springt aus der Tiefe des Sees ein Wasserstrahl auf. Durch Teeröfen, Glashütten, Waldweide und Streunutzung wurden die Wälder im heutigen Naturschutzgebiet Stechlin in den vergangenen Jahrhunderten stark verändert. Schon im 17. Jh. wurde der Kleine Rhin zu einem Flößergraben, dem Zeuthen-Kanal, umgebaut. Um die Transportverhältnisse in der Menzer Heide zu verbessern, wurde 1745–1750 der Polzowkanal angelegt und dadurch der Wasserstand des Stechlinsees um fast 1,5m abgesenkt. »Ehe dreißig Jahre um waren, war der ganze Menzer Forst durch Berliner Schornsteine geflogen«, charakterisiert Fontane in seinen »Wanderungen durch die Mark Brandenburg« die Situation. Das 1966 in der Naturidylle am See in Betrieb genommene DDR-Kernkraftwerk Rheinsberg wurde 1990 abgeschaltet, seit 1995 wird der Meiler abgerissen, 2001 wurde der letzte noch vorhandene Kernbrennstoff in Castorbehältern abgefahren; die Abrissarbeiten sollen 2009 beendet sein.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wander- und Radtourenkarte 1 - 50 000, Blatt 743 Rheinsberger Seengebiet/Ruppiner Land.
VerkehrsanbindungB 96 Berlin – Neustrelitz bis kurz vor Dannenwalde, dann Richtung Menz abzweigen. Busse ab Rheinsberg, Gransee und Bredereiche.
GastronomieIn Neuglobsow einschließlich des Badebuchtbereichs gibt es mehrere Einkehrmöglichkeiten, unterwegs jedoch keine.
Tipps
Naturparkhaus Stechlin Das Naturparkhaus Stechlin im Kirchdorf Menz ist das Ausstellungs- und Besucherzentrum des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land. Die auf Familien ausgerichteten Ausstellungen sollen auf spielerische Weise mit dem Naturreichtum des Gebiets vertraut machen. Untergebracht ist das Zentrum im schon von Theodor Fontane erwähnten Gebäude der alten Oberförsterei. Das Naturparkhaus hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Gemeinde Stechlin betreibt einen »Stechlin-Shuttle« zwischen dem Naturparkhaus und dem Stechlinsee.
Tourismusbüro
Verkehrsverein Stechlin, Stechlinsee- straße 17, 16775 Stechlin-Neuglobsow, www.stechlin.de

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