Stadtrundgang Genua

Genuas Stadtkern ist ein wenig unübersichtlich. Hält man sich aber an den beschriebenen Rundgang, dürften sich keine Orientierungsschwierigkeiten ergeben. (Autor: Michael Pröttel)
3 km
60 m
6.00 h
Wir beginnen unseren Rundgang an der Piazza delle Feste direkt am Porto antico und erhalten an der dortigen Touristeninformation kostenlos einen guten Stadtplan. Der »alte Hafen« ist in Wahrheit ein Gelände, dass 1992 zu einem modernen Ausstellungsgelände umgestaltet wurde. Hier befinden sich vier Sehenswürdigkeiten der Stadt: Im Kongresszentrum wurde die Città dei Bambini eingerichtet. Diese Spielstadt bietet sowohl Kleinkindern als auch Jugendlichen interessante pädagogische Angebote. Wer keine Kinder hat, kann sich auf den 40 m hohen Bigo (Mastbaum) ziehen lassen. Die Hauptattraktion des Hafenviertels ist jedoch das Acquario. Es besitzt große Meerwasserbecken aus allen Teilen der Weltmeere: Das Spektrum reicht von Korallenfischen (Rotes Meer) und Haien (Mittelmeer) über Brackwasserfische der Tropenflüsse bis zu Robben und Pinguinen (Nordmeer). Informative Tafeln unterrichten über die Gefährdung der Meere oder die Zeit der großen Schifffahrtsentdeckungen (Text: Italienisch und Englisch). Sollte der Andrang zu groß sein – was an Wochenenden oft der Fall ist –, kann man auch erst einmal den Stadtrundgang machen, da wir hierher wieder zurückkommen. Das vierte Hafenhighlight ist ein Piratenschiff, das für Roman Polanskis Film »Piraten« nach Orginalplänen gebaut wurde und ebenfalls zu besichtigen ist. Am Hafen gehen wir unter der Hochstraße hindurch. Wir überqueren die Piazza Caricamento. Rechts liegt das ehemalige Rathaus von Genua, der Palazzo di San Giorgio (13. Jh.). An den ersten Häusern der Altstadt wenden wir uns gleich nach rechts und folgen den Arkaden bis zur Via San Lorenzo. Dort biegen wir links ein und stehen kurze Zeit spä-ter vor der Kathedrale San Lorenzo. Das Bauwerk aus dem 12.–13. Jh. besitzt ein wunderschönes Portal, das von einer weiß-schwarzen, gotischen Fassade eingefasst wird. Berühmt ist die Kirche auch wegen ihres Kirchenschatzes im Museo del Tesoro (Zugang über linkes Seitenschiff). Sein Prunkstück ist eine Glasschüssel, die Jesus angeblich beim Abendmahl benutzt haben soll. Weiter der Via San Lorenzo folgend stehen wir sogleich am Piazza G. Matteotti vor dem Palazzo Ducale. Der imposante Bau besitzt eine klassizistische Fassade aus dem 19. Jh. Von hier lohnt sich der kurze Abstecher über die Salita Pollaioli zur wunderschönen romanischen Kirche San Donato. Wieder zurück an der Via San Lorenzo wenden wir uns nach rechts und folgen der Via di Porta Soprona zum gleichnamigen Stadttor. Den besten Blick auf das 1155 errichtete Bauwerk hat man von der Piazza Dante aus. Neben dem Tor befinden sich das Haus, in dem angeblich Kolumbus gelebt hat, sowie ein wieder aufgebauter schöner Kreuzgang des zerstörten Klosters Sant’Andrea.
Über Via Dante gelangen wir zum riesigen Springbrunnen an der Piazza dei Ferrari. Von rechts stößt die Via XX. Settembre hinzu, unter deren Arkaden sich die besseren Modegeschäfte Genuas befinden. Am Piazza dei Ferrari machen wir wieder einen ganz kurzen Abstecher: Über die Salita San Matteo (links von der Banca di Roma) steigen wir zur Piazza San Matteo. Dieser, meiner Meinung nach schönste, Platz Genuas ist von den Häusern der Familie Doria umgeben. An die Piazza dei Ferrari zurückgekehrt, folgen wir der Via XXV. Aprile und stoßen an der Piazza della Fontane Marose auf die Via Garibaldi. An der vom Verkehr beruhigten Straße geben sich die stolzen Paläste Genuas ein Stelldichein. Die meisten der Bauwerke wurden im 16. Jh. errichtet als Genua eine große Blütezeit erlebte. Man sollte in den Palazzo Tursi hineinschauen, um einen Eindruck von den Prachtbauten und ihren großen Innenhöfen zu bekommen. Er ist zugänglich, da sich hier das Rathaus befindet.
Zwei der Paläste besitzen Gemäldesammlungen: In der Galleria di Palazzo Rosso liegt der Schwerpunkt auf niederländischer und spanischer Malerei, während in der Galleria di Palazzo Bianco in erster Linie genuesische und venezianische Werke ausgestellt sind.
Nach der Via Garibaldi folgen wir ein kurzes Stück der Via Cairoli, um sogleich in die Via San Siro einzubiegen. Nach wenigen Metern kommen wir an einer Kirche vorbei, die dem Stadtpatron San Siro geweiht ist. Er rettete die Stadt der Legende nach vor einem schrecklichen Lindwurm. Weiter geht es über die Via San Luca, eine nette Einkaufsstraße mit ganz unterschiedlichen Geschäften. Sie stößt bald auf die kleine, nette Piazza Banchi. Neben Blumenverkäufern und Buchhändlern befinden sich hier die alte Markthalle Loggia dei Mercanti und das hübsche Kirchlein San Pietro in Banchi (16. Jh.). Nun kann man sich entweder nach rechts wenden, um in wenigen Schritten wieder zum Ausgangspunkt zurückzugelangen. Oder aber man folgt links der Via Banchi und lässt sich noch ein wenig in dem geschäftigen Gassengewirr des Stadtkerns treiben. Dort kann man sich zum Abschluss des Stadtspaziergangs in einem der traditionsreichen Kaffeehäuser Caffè Klainguti (Via degli Orefici) oder A. Ved. Romanengo (Piazza Soziglia) verwöhnen lassen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour3 km
Höhenunterschied60 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktTouristeninformation am Porto antico/ Piazza delle Feste
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterGenua besitzt zwar nicht den mittelalterlichen Charme von Städten wie Florenz oder Siena: Dafür erlebt man hier eine authentische italienische Großstadt, die von Touristenmassen und Andenkenläden vollkommen verschont geblieben ist und dabei ganz unterschiedliche Sehenswürdigkeiten zu bieten hat.
Beste Jahreszeit
KartentippStadtplan Genua (gratis bei den Touristeninformationsstellen erhältlich)
Markierungenkeine
VerkehrsanbindungGenua ist Knotenpunkt von allen ligurischen Bahnlinien.
Gastronomiezahlreiche Bars und Restaurants und Hotels/Pensionen im Stadtzentrum
Tipps
Der Mercato Orientale. Wer quirliges Stadtleben historischen Kulturdenkmälern bevorzugt, dem sei ein Besuch des Mercato Orientale empfohlen. Von der Piazza de Ferrari folgt man der Via XX. Settembre, bis die Via Galata links abzweigt. Man folgt dieser und steht gleich vor dem Eingang des Marktes. Von bunt leuchtendem Obst über alle erdenklichen Käsesorten bis zu exotisch anmutenden Meeresfrüchten findet man hier einfach alles, was dem Gaumen Freude bereitet. Der Markt ist auch nachmittags geöffnet, am Vormittag aber natürlich viel lebendiger. Wen hingegen schon die Füße schmerzen, der kann sich bei einer knapp einstündigen Schiffsfahrt durch den Hafen schaukeln lassen. Die Schiffsanlegestelle befindet sich neben den Acquario. Die Boote fahren stündlich.
Tourismusbüro
Genua/Bahnhof Principe und Genua/Porto antico

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