Spitzsteinhaus, 1252 m

Auch für Langschläfer oder Familien mit Kindern ein lohnendes Tagesziel: Die Tour zum Spitzsteinhaus ist abwechslungsreich und leicht zu gehen. Und auf der Hütte erwarten den hungrigen Wanderer dann deftige Brotzeiten. (Autor: Martina Gorgas)
7 km
523 m
3.00 h

Aufstieg zum Spitzsteinhaus

Der Anstieg ist auch für weniger geübte Wanderer geeignet, denn er verläuft auf durchweg gut befestigten Wegen durch Wald und über schöne Almwiesen. Von Sachrang aus gehen wir zunächst ein kurzes Stück auf einer asphaltierten Straße am Waldrand entlang und folgen dann rechts der Ausschilderung zum Spitzsteinhaus.

Der schmale Weg führt am Weiler Mitterleiten vorbei und ist teilweise etwas steil, aber durchweg gut zu gehen. Die meiste Zeit wandert man angenehm schattig durch den Wald; das letzte Stück des Aufstiegs verläuft landschaftlich sehr reizvoll über üppige Almwiesen hinauf zum Spitzsteinhaus.

Sonnenterrasse mit Blick auf das Kaisergebirge

Nach dem gemütlichen und schönen Aufstieg zur von Almen umgebenen Spitzsteinhütte erwartet Sie, gutes Wetter vorausgesetzt, ein herrlicher Ausblick von der Sonnenterrasse – an manchen Tagen reicht die Sicht über das nahe Kaisergebirge bis in die Zillertaler Alpen und zu den Hohen Tauern. Und wenn das Wetter nicht mitspielt, kann man sich in der kleinen Gaststube mit Kachelofen gemütlich niederlassen.

Deftiges und Kräftiges

Das Spitzsteinhaus gehörte zu den ersten DAV-Hütten, die sich an der Kampagne »So schmecken die Berge« beteiligten. »Das Kochen mit Produkten aus der Region hat hier Tradition«, verrät uns Hüttenwirtin Susi. »Vor allem Fleisch und Wurst beziehen wir von Tiroler Bergbauern. Und unseren Käse kaufen wir am Walchsee bei der Käserei Plangger, die ihre dafür verwendete Milch übrigens wiederum von Bergbauern bezieht.«

Brotzeiten für jeden Geschmack

Eine Spezialität ist der sauer angemachte Graukäse – der Wirt gibt vor der Bestellung gern ein kleines Stück zum Probieren, denn der Käse schmeckt durchaus eigen. Es gibt aber auch eine »klassische« Brotzeit mit Schinken und Speck oder Almkäse und Emmentaler, wenn man geschmacklich weniger risikofreudig ist.

Auf den handgeschriebenen Tafeln, die eine gedruckte Speisekarte ersetzen, stehen immer auch einige Tagesgerichte – je nachdem, was die Bauern oder Jäger der Region gerade angeliefert haben. Das kann beispielsweise ein Lamm- oder Rehbraten oder ein Wiener Schnitzel von der Bio-Sau sein. Insgesamt ist die Küche auf dem Spitzsteinhaus tirolerisch geprägt, es wird kräftig gewürzt, der Speck ist intensiv geräuchert und das »Spitzstoanabrot« schmeckt nach Koriander.

Aufstieg: 1.45 Std., Abstieg: 1.15 Std., insgesamt 3 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied523 m
Dauer3.00 h
AusgangspunktSachrang (738 m)
TourencharakterLeichte Tour, die auch mit Kindern gut machbar ist. Von gelegentlichen Steilstücken abgesehen keine besonderen Anfordernisse 
Hinweise
Rund um die Hütte: Die einfache und beliebte Gipfeltour vom Spitzsteinhaus zum Spitzstein, 1596m, ist wegen der schönen Fernsicht vor allem auf das Kaisergebirge sehr lohnend. Beim Anstieg eher links halten, dann kann man den Gipfel (mit Kreuz und kleiner Kapelle) nicht verfehlen; Anstieg von der Hütte ca. 1 Std. Eine schöne Wanderung bietet der ausgeschilderte Rundweg ab der Hütte über Stoana- und Gogl- alm zu Spitzsteinhaus und Spitzstein und zurück über die Haflingerweide zum Parkplatz (Dauer 4 Std.).
KartentippAV-Karte Bayerische Alpen BY 17 »Chiemgauer Alpen West«; UKL 7 Chiemsee/Chiemgauer Alpen, 1:50 000
VerkehrsanbindungAuto: Auf der A 8 bis Ausfahrt Frasdorf, dann weiter über Aschau nach Sachrang. Dort Parkplatz an der Kirche oder am südwestlichen Ortsende
Zug: Bahnlinie Mün- chen–Aschau, vom Bahnhof Aschau mit dem Bus nach Sachrang
Tipps
Spitzstoana Berglamm
Zutaten für 4 Personen: ca. 800 g Lammschulter grober Pfeffer 4 cl Weißwein je 1/2 TL Thymian und Rosmarin 1 Zwiebel 1 Knoblauchzehe 1 Karotte 1/2 Sellerieknolle 1 kleiner Zucchino 1 kleiner Fenchel 100 g Champignons 200 g Weißkraut 3 EL Olivenöl 1/2 TL frisch geriebener Ingwer Salz 1/2 EL mittelscharfer Senf 1/2 EL Tomatenmark 1/4 l Bier 1/4 l Rinderbrühe 1/2 TL Kümmel Die Lammschulter in mundgerechte Stücke schneiden. Aus grobem Pfeffer, Weißwein, Thymian und Rosmarin eine Marinade herstellen und die Fleischstücke darin etwa 6 Std. ziehen lassen. Den Backofen auf 180 °C vorheizen. Zwiebel, Knoblauch und das Gemüse klein schneiden. Das Weißkraut in feine Streifen schneiden. Das Olivenöl in einer Kasserolle erhitzen. Zwiebel, Knoblauch, Ingwer, Karotten, Sellerie, Zucchini und Fenchel darin kurz anbraten, herausnehmen und beiseite stellen. Im gleichen Öl zuerst die Champignons, dann die Fleischstücke scharf anbraten und mit Salz und Pfeffer würzen. Senf und Tomatenmark kurz mitbraten, dann mit Bier und Rinderbrühe aufgießen. Einmal aufkochen lassen, das Gemüse dazugeben und alles mit Weißkrautstreifen bedecken und mit Kümmel würzen. Das Lamm zugedeckt im Backofen ca. 1 Std. garen. Dazu schmecken Salzkartoffeln (auf dem Spitzsteinhaus gibt es dazu das typische »Spitzstoanabrot«).
Unterkunft
Spitzsteinhaus, Alm 47, A-6343 Erl, Tel. 0043/ (0)5373/83 30
Hüttenwirte: Susanne Schneider und Wolfgang Wagner
Öffnungszeiten: Ganzjährig geöffnet, Betriebsferien im April; vom 15.11. bis Weihnachten nur am Wochenende geöffnet
Schlafplätze: 20 Zimmerlager, 50 Matratzenlager

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