Spieser, 1651 m, und zwei Tobel

Eine Rundtour mit Variationen Teilweise Forststraßen, sonst alpine Wege, anspruchsvollere Abschnitte in den beiden Tobeln, die etwas Trittsicherheit erfordern. (Autor: Dieter Seibert)
10 km
950 m
4.00 h
Auf den Jochschrofen (1625 m) Vom unteren Ende des großen Parkplatzes wandert man an der Kirche und der Kinderklinik vorbei nach Norden zum Waldrand. Nun biegt man nach rechts und gelangt über den Forstweg mit vier Kehren durch Wald zu den freien Matten. Ein Fußweg führt durch malerisches Gelände zum Kreuz am Grat (Ornach). Nach links leitet der Weg auf den Gipfel. Übergang zum Spieser (1651 m) Wir gehen zurück zum Kreuz, von dort nach Westen in einer kleinen Mulde über eine Stufe hinab und wieder empor in den nahen Sattel (1545 m). Am Kamm entlang steigen wir aufwärts, der auf der Südseite mit Fichten bestanden ist, während ihn auf der anderen Seite Matten begleiten. Man kommt in einen Sattel neben einem Zacken, dann geht es schräg durch die Grashänge des Hirschbergs auf den Grat und rasch auf den Spieser. Abstieg über Hirschalpe und Hirschbachtobel Vom Spieser wendet man sich Richtung Südwesten und läuft auf einem steilen, etwas steinigen Pfad hinab bis auf einen quer laufenden Weg. Auf ihm geht es nach links, quer über einen Bacheinschnitt zu einem Kreuz und zum Berggasthaus Hirschalpe (1495 m). Ein Fußweg führt vom Haus nach Westen unter dem Kreuz hindurch und auf einem Rücken hinab zu einer Forststraße. Auf ihr wandern wir kurz nach links, dann ziemlich steil hinab in das innere Becken des Hirschbachtobels mit seinem Wasserfall. Auf bald besserem Weg geht es durch die recht ursprüngliche, malerische Schlucht talaus bis zu den ersten Häusern von Hindelang an der Jochstraße. Rückkehr durch den Wildbachtobel Auf der Jochstraße kommt man am Ghs. »Zum letzten Heller« vorbei und geht noch ca. 200 m bis zu einer Abzweigung. Dort wendet man sich nach links oben - auf breitem Weg kräftig steigend, dann unter der Straße hindurch geht es zu einem Gatter und zu der Verzweigung am Rand der Weideflächen. Halb rechts wandern wir nun über schöne Wiesen, dann im Wald in das Tal des Wildbachs. Weiter führt der Weg über die Brücke und zum Beginn des Tobels. Der schmale, manchmal sogar etwas ausgesetzte, aber liebevoll angelegte Steig verläuft neben dem tosenden Bach in der Schlucht, die trotz der Felsen mit auffallend üppigem Grün bewachsenen ist, kräftig aufwärts zu einer Forststraße. Auf ihr geht es nur ganz kurz nach rechts zur ersten Biegung und der Abzweigung des nächsten Fußwegs (nicht übersehen!). Auf ihm gelangen wir über Viehweiden rasch zurück nach Oberjoch. – Wem der Wiederanstieg durch den Wildbachtobel zu weit ist, kann ab dem »Letzten Heller« mit dem Bus nach Oberjoch fahren (verkehrt jede halbe Stunde). Mit Familie und Kindern Der Aufstieg zum Jochschrofen ist zwar kurz und einfach, lässt aber für Kinder Attraktives und Abwechslungsreiches vermissen. Dem Nachwuchs wird ein Ausflug in den Wildbachtobel mit dem spannenden Steig und den malerischen »Wasserspielen« am meisten Spaß machen. Allerdings müssen dann alle Beteiligten über einige Trittsicherheit verfügen. Es besteht zudem die Möglichkeit, mit dem Bus zurückzufahren. Nicht ganz so ideal für Kinder ist der Ausflug in den benachbarten Hirschbachtobel, da das Bachtal am Anfang nicht genügend Spannung bietet und erst im innersten Becken wirklich interessant wird.

Dauer - Gesamtgehzeit 4 oder 5 Std. Auf den Jochschrofen 1 1/2 Std. Übergang zum Spieser 45 Min. Abstieg nach Bad Hindelang reichlich 1 1/2 Std. Evtl. Wiederanstieg nach Oberjoch knapp 1 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied950 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktOberjoch (1140 m), höchstgelegenes Dorf Deutschlands in weiter Passlandschaft, Teil der Gemeinde Bad Hindelang. Großer Parkplatz am oberen Ortsrand von Oberjoch.
TourencharakterDas Massiv im Nordwesten über dem Ort Oberjoch zeigt die runden Formen, die für die Voralpen typisch sind und zu denen Fichtenwälder, Alpmatten und einige Schrofenflanken gehören. Der Zugang von Oberjoch zur bewirtschafteten Hirschalpe gehört in die Kategorie »Bergwanderung für jedermann« mit einer etwas spannenderen Stelle, wo man erst einen herrlichen Blick ins Ostrachtal gewinnt, und dann der breite, sehr gut angelegte Steig einen felsdurchsetzten Steilhang quert. Es sind viele, die auf der Standardroute zur Einkehrstation hinaufsteigen und nur noch relativ wenige, die den schönen Gipfel mit dem ungewöhnlichen Namen Spieser noch ihre Reverenz erweisen. Noch viel seltener wird die hier vorgestellte Rundtour durchgeführt – hauptsächlich, weil die wenigsten davon etwas wissen. Dabei bietet sie eine Fülle an Abwechslung - Wald, freie Alpweiden, herrliche Ausblicke, eine ideale Brotzeitstube und zwei der interessantesten Allgäuer Tobel. Ein »Bonbon« für die Müden: Den letzten Abschnitt, der wieder bergauf führt, kann man auch per Bus zurücklegen.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte des Bayerischen Landesvermessungsamt 1 - 50000, Blatt Allgäuer Alpen.
VerkehrsanbindungAuf der Allgäu-Autobahn zur Ausfahrt Oy-Mittelberg und auf der B 310 nach Oberjoch oder dorthin von Sonthofen auf der kurvenreichen Jochstraße. Buslinie vom Bahnhof Sonthofen.
GastronomieBerggasthaus Hirschalpe. Ghs. »Zum letzten Heller« in Hindelang.
Tipps
Bad Oberdorf Dieser Ortsteil von Bad Hindelang schmiegt sich an die steilen Berghänge und wird von dem wirklich wild schäumenden Wildbach durchflossen. Über dem Dorf thront das Prinz-Luitpold-Bad, dessen Schwefelquelle schon im 17. Jh. geschätzt wurde. 1888 verlieh der bayerische Prinzregent dem Haus seinen Namen. In den Wiesen westlich der Häuser steht zudem ein 1938 errichtetes Kirchlein, das besonders wertvolle Kunstwerke beherbergt - den berühmten Hindelanger Schnitzaltar von Jörg Lederer (von 1519), eine Marientafel von Holbein (1493) und weitere Werke der Spätgotik wie zum Beispiel einen Palmesel.
Höchster Punkt
Spieser (1651 m) Jochschrofen (1625 m)
Unterkunft
Wie Einkehr.
Tourismusbüro
Kurverwaltung Bad Hindelang, Am Bauernmarkt 1, 87541 Bad Hindelang, Tel. 08324/8920, E-Mail: info@hindelang.net.
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