Speikboden, 2517 m

Wenig anstrengende Gipfelrunde auf überwiegend guten, teilweise komfortablen Wegen. Angenehm die Anfahrt per Gondelbahn, im Sommer eher störend die Wintersportanlagen rund um die Michlreiser Alm (Autor: Eugen E. Hüsler)
5 km
600 m
3.00 h
Aufstieg Wer sich nicht gleich mit dem Lift bis zum Speikbodenkamm hinauftragen lässt, nimmt bei der Michlreiser Alm (1960 m) den markierten Weg, der zunächst über die Skipiste ansteigt. Unter dem Nordostgrat des Speikbodens beschreibt er einen weit ausholenden Bogen, ehe er den winzigen Speikbodensee (2280 m) ansteuert, einst eine echte Idylle mit zauberhaftem Blick auf den Zillertaler Hauptkamm. Oben am Grat (2387 m; Wegzeiger) entsteigen die Light-Wanderer dem Lift. Der (nurmehr kurze) Gipfelweg verläuft über den langgestreckten Ostgrat des Speikbodens (2517 m; 1.45 Std.), wo auf alle ein tolles Panorama wartet. Kammweg Viel Aussicht bietet auch der Weiterweg, der in einem Rechtsbogen dem Grat bis in die Senke vor dem Kleinen Nock folgt. Zunächst geht’s hinüber zum fast gleich hohen Westgipfel (2516 m) des Speikbodens, wo der Pfad nach Norden zum Seewassernock (2433 m) umbiegt. Dahinter leitet der Plattenweg absteigend in die Südostflanke des Großen Nocks (2400 m). Man quert sie und folgt dann mit einigem Auf und Ab dem Grat bis zur Verzweigung unter dem Kleinen Nock (2227 m; lohnender Abstecher, 15 Min.). Rechts über eine steile Geröllflanke hinunter und durch lichten Wald zurück zur Seilbahnstation Michlreiser Alm (1960 m; 3 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied600 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortSand in Taufers (878 m)
AusgangspunktMichlreiser Alm (1960 m), Bergstation der Speikboden-Gondelbahn
EndpunktMichlreiser Alm (1960 m), Bergstation der Speikboden-Gondelbahn
TourencharakterWelcher Gipfel bietet die schönste Aussicht auf das Tauferer-Ahrntal und seine Bergketten? Der Speikboden (2517 m) natürlich, Haus- und Skiberg von Sand in Taufers. Darin ist man sich im Tauferer Tal einig, und wer hinaufsteigt, wird das in aller Regel bestätigen können – wenn’s Wetter mitspielt. »Entdeckt« wurde der Gipfel schon sehr früh; bereits 1876 errichtete die Sektion Taufers des DuÖAV hier eine Hütte, »mit den Erträgen einer in Taufers unter den Alpenfreunden eingeleiteten Sammlung und der Unterstützung aus der Centralkasse nach dem Bauplan der Clarahütte im Umbaltal«. Der Bau bestand aus einem einzigen Raum mit Kochstelle und zehn Lagern, benannt wurde er nach Karl von Sonklar, Alpinschriftsteller, Kartograph und k. u. k. General. Das Hüttchen erwies sich bald als zu klein, weshalb der Alpenverein noch vor Ende des 19. Jahrhunderts ein neues Haus errichten ließ. 1907 wurde dann der »Kellerbauerweg« als Verbindung zwischen der Sonklar- und der Chemnitzer Hütte (heute Nevesjochhütte) eingeweiht. Das Ende kam im Ersten Weltkrieg; das Haus wurde weitgehend zerstört. Heute erinnern nur mehr ein paar Mauerfundamente an die Sonklarhütte. Panorama Geblieben ist das Panorama vom Gipfel, wer allerdings in »den Genuss des bunten Farbenspiels der Dolomiten in der sinkenden Sonne und jenem der Morgenbeleuchtung der Zillertalerkette« kommen will, muss Schlafsack, Stirnlampe und Verpflegung in den Rucksack packen. Dafür ist der Weg zur herrlichen Aussicht viel kürzer als früher, was seine Vor- und Nachteile hat. Man lässt sich ja gerne zur Michlreiser Alm hinauftragen, doch die Wunden an der Nordflanke des Berges, seit ein paar Jahren mit Liften bis hinauf zum Kamm, führen uns (wieder einmal) den Gegensatz zwischen Kommerz und Naturschutz vor Augen.
KartentippTabacco 1:25 000, Blatt 036 »Sand in Taufers «
MarkierungenRot-weiß, Wegnummern 27, 18
VerkehrsanbindungNach Sand in Taufers kommt man von Bruneck über eine gut ausgebaute Straße. Zwei Kilometer hinter dem Ort liegt links an der Straße ins Ahrntal die Talstation der Speikbodenbahn
GastronomieMichlreiser Alm
Informationen
EINE DANKBARE ALTERNATIVE: VON SÜDEN AUF DEN SPEIKBODEN Wer lieber auf den Anblick von Liftanlagen und Pistenschneisen verzichten möchte, den herrlichen Aussichtsberg aber trotzdem besuchen will, dem sei der südseitige Anstieg empfohlen: länger, ruhiger und dem Postkartenbild von Südtirol näher. Auf markierten Wegen steigt man von der Straße Mühlwald – Pieterstein über die (im Sommer bewirtschaftete) Weizgruberalm (2032 m) hinauf zum Mühlwalder Jöchl (2342 m). Der Speikboden wird nach Osten hin überschritten, Abstieg über die Pietersteiner Alm (1980 m) zur Straße und auf ihr zurück zum Ausgangspunkt. Gesamtgehzeit 5.30 Std., An-/Abstieg 940 m.
Tourismusbüro
Tourismusverein Sand in Taufers, Josef- Jungmann-Straße 8, I-39032 Sand in Taufers; Tel. +39/0474/678 076, info@taufers.com, www.taufers.com

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