Spaziergang zum höchsten Dorf Deutschlands

Die Wanderung ist eher ein gemütlicher Bummel hoch über Garmisch als eine richtige Bergtour. Die Wege sind solide ausgebaut und sicher. Ein bisschen Kultur ist auch dabei, passieren wir doch das höchste ganzjährig bewohnte Dorf Deutschlands. Für die Klamm sollte man eine wärmende Jacke mitbringen. Sie ist das ganze Jahr begehbar, nur zur Frühjahrschmelze kann sie wegen Hochwassers gesperrt sein. (Autor: Lisa Bahnmüller)
11 km
500 m
3.00 h
Bis zu seiner Eingemeindung 1978 war Wamberg die höchstgelegene eigenständige Pfarrei Deutschlands. Noch immer ist es das einzige ganzjährig bewohnte Dorf, das fast 1000 m über dem Meeresspiegel liegt. Heute ist der Ort längst nicht mehr so abgeschieden, wie er noch vor einigen Jahrzehnten war.

Der Tourismus hat ihn aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst. Das Wanderwegenetz ist bestens betreut, so erwartet uns bei diesem Rundweg eher ein leichtes Auf-und-Ab- Spazieren. Trotzdem – und das liegt wohl an den Ausblicken auf das Estergebirge und das Wettersteinmassiv – hat man den Eindruck, man würde sich in einer dramatischen Bergwelt bewegen.

Der Wegverlauf 

Vom Garmischer Olympiastadion wandern wir auf der Auenstraße an den Tennisplätzen und dem Wohnmobilparkplatz vorbei an der Bahn entlang. Wir passieren das Kainzenbad und biegen nach dem ersten Krankenhausparkplatz rechts in die Kainzenbachstraße ein. An ihrem Ende endet auch der Teer und nun wandern wir bergauf durch eine ruhige Wald- und Wiesenlandschaft.

Über Felder kommen wir am kleinen Bergfriedhof vorbei ins Dorf Wamberg. Natürlich schauen wir uns die schönen Bauernhäuser an und werfen einen Blick in die Dorfkirche St. Anna mit ihrem barocken Hochaltar. Von der Kirche gehen wir zur Kreuzung und wandern rechts Richtung Eckbauer. Der steile Aufstieg wird durch die schöne Sicht versüßt.

An einer Scheune halten wir uns links und gehen an einem Flurkreuz vorbei. Bald schon taucht die Alpspitze (2628 m) auf. An der Abzweigung zur Elmauer Alm bleiben wir rechts und erreichen einen freien Wiesenrücken. Hier ist der schönste Platz, um Brotzeit zu machen. Wir freuen uns über die Aussicht auf das Karwendel, auf die nördlichen Vorberge und das Wettersteinmassiv.

Nun senkt sich der Weg ein wenig, wir passieren die Eckbauer-Seilbahn und erreichen dann den Gasthof Eckbauer mit seiner sonnigen Aussichtsterrasse und dem kleinen Kinderspielplatz. Weiter geht es auf einem gut ausgebauten Weg über einige Serpentinen durch einen herrlichen Wald mit alten knorrigen Bäumen steil nach unten.

An der Abzweigung nach Hintergraseck folgen wir dem Schild »Bergbahn Graseck/Vordergraseck«. Kurz vor der Siedlung steigen wir abwärts zum Hotel Forsthaus Graseck. Auf dem Weg vor dem Hotel wenden wir uns links, dann geht es zur Partnach hinunter. Nach rechts stehen wir gleich vor dem südlichen Klammeingang und wandern auf Brücken und Stegen neben dem gurgelnden Wasser bergab. Das Ende der Schlucht ist schnell erreicht, hier müssen wir eine kleine Gebühr für den Erhalt des Weges bezahlen. Nun sind es nur noch 15 min. talauswärts bis zu unserem Ausgangspunkt.

Wissenswertes über Wamberg:

Graseck und Wamberg sind uralte Bauernsiedlugen hoch oben unter den Felswänden des Wettersteinmassivs. Einst führten nur schmale, grasbewachsene Weg und Pfade hierherauf, die alleine Einheimischen bekannt waren. Das gab ein erstklassiges und vor allem sicheres Versteck, wenn unten im Tal Kriege tobten, Plünderer einher zogen und Überfälle an der Tagesordnung waren.

Tipp: Kinder sind von dem schönen, aber eben auch längeren Umweg über Wamberg nicht immer zu überzeugen. Die Tour lässt sich durch die Eckbauer-Seilbahn stark verkürzen. Für die eingesparten 2 Std. kann man dafür länger auf der Aussichtsterrasse und dem Kinderspielplatz des Gasthofs Eckbauer oder in der Klamm verweilen. Umgekehrt gilt aber auch, wer nach 2 Stunden wandern keine Lust auf einen Abstieg durch die Partnachklamm hat, kann mit der Seilbahn bequem zum Ausgangsort zurückkehren.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied500 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz am Olympischen Skistadion von GarmischPartenkirchen
EndpunktWie Ausgangspunkt
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 7, Werdenfelser Land 1 - 35000
VerkehrsanbindungAuto Auf der A 95 von München Richtung Garmisch bis Autobahnende, dann durch den Tunnel Richtung Garmisch/ Mittenwald, an der Ortsausfahrt rechts zu den Skisprungschanzen und dem Stadion. Bahn Zugverbindung München – Garmisch, vom Bahnhof ist es etwas über 1 km zum Stadion.
GastronomieUnterwegs kann man zwischen dem Gasthof Wamberg, Gasthof Eckbauer oder dem Gasthaus Graseck wählen. Daneben gibt es noch eine Reihe kleinerer Hütten und Gasthäuser, sodass man auf dieser Tour nicht verhungern muss.
Tipps
Nach der Klamm kann der Rest der Wegstrecke bequem in einer Pferdekutsche zurückgelegt werden. Zumindest in der warmen Jahreszeit warten immer ein paar Kutscher auf Fahrgäste. Die Tour ist fast das ganze Jahr über begehbar. Nur wenn es sehr viel geschneit hat, wird es schwer, durch den Schnee zu stapfen. Dafür fühlt man sich in der gefrorenen Partnachklamm, deren Felsen mit unzähligen Eiszapfen bedeckt sind, wie in einer verzauberten Märchenwelt.
Tourismusbüro
Garmisch-Partenkirchen Tourismus, Tel. 08821/180-700

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