Spaziergang im Karwendel

Auf dem Panoramaweg zur Binsalm in der Eng Sehr leichte Bergtour auf einfachen Wegen in hochalpiner Bergwelt. Der Anstieg erfolgt auf einem breiten Wirtschaftsweg, der Abstieg über Pfade auf Bergwiesen. (Autor: Lisa Bahnmüller)
7 km
350 m
2.00 h
Während wir gemütlich gegen Mittag unseren kleinen alpinen Spaziergang unternehmen, sind aktive Bergsteiger bereits seit Stunden unterwegs und erobern die Lamsenspitze oder die Lalidererwände und so manch anderen berühmten Gipfel des Hochkarwendels. Trotz unseres bequemen Weges haben wir mit diesen Hochleistungssportlern etwas gemeinsam - Wir alle genießen das gewaltige Szenario der schroffen Felsen des Karwendelgebirges. Um uns sind die Bilder eines dramatischen Heimatfilmes à la Luis Trenker und nur der Flug eines Adlers über unseren Köpfen fehlt als Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Aber mit ganz viel Zeit, etwas Kenntnis, einem guten Fernglas und natürlich viel Glück findet man auch diesen irgendwo dort oben in den Felswänden. Mehr geht für den Nachmittag wirklich nicht! Wegverlauf: Wir starten vom Parkplatz des Alpengasthofs Eng und wandern zuerst, mit vielen anderen Gästen, fast eben in Richtung der Engalmen. Diese liegen am Ende des Talgrundes direkt unterhalb des Karwendelhauptkammes. Nach der letzten Alm biegt links der Weg zur Binsalm ab. Bergauf folgen wir dem Wirtschaftsweg und erreichen auf ihm in knapp einer Stunde die bewirtschaftete Binsalm. Auf deren Terrasse schmeckt die Brotzeit gut, sofern wir noch einen Platz ergattern. Falls nicht, dürfen wir uns vertrösten, die schönere Picknickstelle kommt noch. Von hier steigt der Weg weiter an. Wir halten uns rechts, links führt der Weg über das Lamsenjoch zur Lamsenspitze. Kurz darauf sind wir auf einem sonnigen Plateau, an dem unser Panoramaweg seinem Namen alle Ehre macht. Die Aussicht auf den Enger Grund, Hochglück, Grubenkarspitze, auf die Gumpenspitze, das Gamsjoch und das Karwendelhauptmassiv ist einzigartig. Es gibt keinen besseren Platz für eine ausgiebige Rast. Hier haben wir den höchsten Punkt unserer Wanderung erreicht und folgen nun weiter dem schmalen Weg, leider ohne Beschilderung, immer bergab zurück ins Tal. Wissenswertes: Das Gebiet des heutigen Ahornbodens wird seit mehr als 1000 Jahren als Almweide benutzt. Eine einzige Auftriebspause während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) ist dokumentiert. In diesem Zeitfenster hatte der schier unverwüstliche Bergahorn im Tal eine Chance zu wachsen. Ein Teil der Bäume ist also bald 400 Jahre alt, es gibt aber auch wesentlich ältere Exemplare. Der Bergahorn ist ein schier unverwüstlicher, äußerst zäher Baum, dem Schutt und Murenabgänge, wie sie häufig in der Eng vorkommen, nichts ausmacht. Mitte des 19. Jhs. waren die Berge in der Eng besonders heftig in Bewegung und das Flussbett des Rissbaches wurde von zahlreichen Gerölllawinen geradezu vermurt. Manche Baumstämme sind deshalb bis zu 2 m tief von Steinmassen verschüttet. Zum Überleben entwickelte der Bergahorn eine einzigartige Strategie: Er bildete einfach neue Wurzelebenen. Das Baumsterben, das man am großen Ahornboden beobachten kann, ist natürlichen Ursprungs. Die Bäume haben nun einfach ihr Höchstalter erreicht.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied350 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz des Alpengasthofs Eng am Ende des Rißbachtales
EndpunktWie Ausgangspunkt
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 26, Karwendelgebirge 1 - 50000
VerkehrsanbindungAuto Über Bad Tölz, Lenggries und Sylvenstein nach Vorderriß, dann links nach Hinterriß abbiegen, Mautstraße bis zum Ende in die Eng. Bahn/Bus Umweltverträglicher und oft bequemer ist der Bergsteigerbus ab Bahnhof Lenggries.
GastronomieDie gemütliche n Binsalm mit ihrer großen Sonnenterrasse ist von Mitte Mai bis Oktober bewirtschaftet. Der n Alpengasthof Eng am Ausgangspunkt der Tour ist im Winter geschlossen.
Tipps
Das Informationszentrum Karwendel in Hinterriß Nr. 14 ist von Mai bis Oktober jeden Tag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. In zwei verschiedenen Multivisions-Diashows mit stimmungsvollen Fotomotiven des bekannten Bergfotografen Heinz Zack und einer umfangreichen Ausstellung werden alle wichtigen Fragen beantwortet.
Tourismusbüro
Infozentrum Karwendel in Hinterriß, A-6215 Hinterriß Nr. 14, Tel. +43/(0)5245/250

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