Sonntraten: Seelenberg der Einheimischen

Vielleicht gibt es wirklich ein paar magische Orte auf dieser Welt. Wenn, dann gehört die Sonntraten definitiv dazu. (Autor: Lisa Bahnmüller)
6 km
400 m
2.00 h
Berge haben immer ein starkes Energiepotenzial und beeinflussen das Gemüt der Wanderer positiv. Die Sonntraten ist vielleicht nur einer von vielen, aber das Gefühl, das dieser so leicht erreichbare Voralpenberg vermittelt, ist schwer zu beschreiben. Es tut ganz einfach der Seele gut, hier oben den Alltag zu vergessen.

Sie werden dabei wahrscheinlich nicht alleine sein. Viele Einheimische laufen schnell mal ihre Sonntraten hoch - in aller Früh vor der Arbeit, untertags mit den Kindern oder um den Feierabend zu genießen. Richtig voll wird es aber nie. Dafür ist der Berg zu unbekannt, er ist noch nicht einmal in den Landkarten verzeichnet. Dabei ist die Aussicht fantastisch, denn die Sicht reicht über das ganze Isartal mit seinen umliegenden Bergen bis hin zum Karwendel. An einem klaren sonnigen Herbsttag, wenn der Fön die diesigen Schleierwolken verdrängt, will man hier nicht mehr runter.

Man sitzt stundenlang, beobachtet die untergehende Sonne und steigt beim letzten Tageslicht ins Tal. Hier haben wir nun einen unserer letzten Geheimtipps verraten und sehen schon die verdrehten Augen einiger Freunde. Aber in der heutigen hektischen Zeit sollte die Devise gelten: Jeder darf mal Energie tanken!

Wegverlauf zur Sonntraten

Die gesamte Tour ist nirgendwo verzeichnet oder ausgeschildert. Erst im oberen Verlauf stoßen wir auf einige Schilder. Vom Parkplatz gehen wir auf der Straße ein paar Schritte östlich und biegen gleich bei der ersten Gelegenheit links in den nur für Land- und Forstwirtschaft freigegebenen Weg.

Nach 200 m halten wir uns an der Gabelung links auf einen Feldweg. Bald wird er schmäler und wir steigen auf einem Almpfad höher. Die Bitte, den Weg nicht zu verlassen, unbedingt beachten – Trampelpfade verursachen schwere Erosionsschäden an den Hängen. Der Weg wird steil und wir gewinnen über viele Stufen rasch an Höhe. Mit jedem Schritt verändert sich die Aussicht. Der steile Aufstieg nimmt kein Ende. Über eine etwas flachere Almwiese kommen wir zur ersten Rastbank am Waldrand. Hier halten wir uns links und gehen immer weiter aufwärts in den Wald hinein.

Nach etwas über einer Stunde stehen wir auf dem 1092 m hohen Wiesenbuckel der Sonntraten. Eine Rastbank lädt zum Verweilen ein, 20 Schritte weiter bietet die Almwiese mit einer kleinen Hütte Platz für mehr Gäste. Hier schauen wir über das Steinbachtal auf die Berge des Tegernsees mit dem Fockenstein. Gegen Süden reihen sich die Bergketten schier unendlich hintereinander. Am Horizont erhebt sich der Juifen, die Mondscheinspitze und der Schafreuter im Karwendel.

Auf dem gleichen Weg geht's zurück zum Parkplatz.

Wissenwertes: Die Tour lässt sich natürlich beliebig verlängern. Von der Sonntraten führt ein Wanderweg weiter zur Schwaigeralm. Von dort können Gipfelsammler noch den Rechelkopf besteigen. Wer über den Ortsteil Gaißach/Lehen absteigt macht aus der Wanderung eine perfekte Rundtour.
Beerensammler kommen im Herbst auf ihre Kosten. Der Almweg ist gesäumt von dunklen Brombeerbüschen, die hier in der Sonnen rasch reifen und besonders intensiv schmecken. Ein verschließbarer Plastikbehälter bringt die Beute sicher im Rucksack ins Tal. Abgekocht oder zur Marmelade verarbeitet muss man auch keinen Fuchsbandwurm fürchten.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied400 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWanderparkplatz Grundern/ Sonntraten
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterSehr leichte Bergtour auf nicht ausgeschilderten Pfaden mit vielen Treppenstufen, im Sommer sehr heiß, es gibt kaum Schatten.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 182, Isarwinkel 1 - 50000
VerkehrsanbindungAuto: Von Bad Tölz Richtung Lenggries, kurz nach dem Tölzer Ortsende links von der Schnellstraße Richtung Gaißach abbiegen. Weiter geradeaus nach Gaißach/Mühle (oder Schildern Richtung Reiserliften folgen), nach der Bahnunterführung rechts in die Untermbergstraße. Dann über mehrere kleine Weiler bis kurz hinter Grundern fahren, ein Stück vor den Reiserskiliften befindet sich ein großer Wanderparkplatz.
Bahn: Von München über Bad Tölz nach Gaißach, Haltestelle Gaißach/Mühle, eine knappe halbe Stunde Fußmarsch bis nach Grundern.
GastronomieUnterwegs keine. Die vielen Aussichtsbankerl oder die große Almwiese sind ideal für eine Brotzeit. In Gaißach gibt es unter anderen den schönen Landgasthof Zachschuster, gute Küche in einem denkmalgeschützten Bauernhof. Viele Gaststätten in Tölz.
Tipps
Wegen der kurzen Gehzeit kann man die Wanderung zu einer Bike & Hike -Tour ab Tölz entlang der Isar ausdehnen. Fahrradschloss nicht vergessen. Diese Tour ist bestens für Kinder geeignet. Die vielen Treppenstufen erklimmen sie mühelos und oben auf der sonnigen Wiese ist genug Platz zum Herumtoben.
Tourismusbüro
Tölzer Land Tourismus, Tel. 08041/505206

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