Solsteinhaus

Leichter, aber langer Aufstieg zur Hütte über insgesamt gut 16 km; alternativ mit Mountainbike (Autor: Siegfried Garnweidner)
33 km
900 m
8.00 h
Hüttenzustieg.
Von Scharnitz auf der Straße der Isar entlang, über dem Wiesenhof links in den Wald hinauf und zur Gleirschhöhe. Bei der Verzweigung rechts halten und zur Isarbrücke rund 45 Höhenmeter hinunter. Über die Isar hinweg und anfangs nach Südwesten, dann nach Süden ins Gleirschtal hinein. Immer flacher taleinwärts, nach den Jagdhäusern rechts abbiegen, über den Gleirschbach und ins Kristental. An der Jausenstation Kristenalm vorbei, durch einen Bachgraben und gleich dahinter zur Abzweigung des Wanderwegs Richtung Solsteinhaus. Wer mit dem Bike heraufgekommen ist, stellt sein Gefährt spätestens dort ab. Nun auf einem markierten Steig rechts abbiegen und nach Südwesten lange ansteigen. Man kommt am Rastplatz neben der Gedenktafel an der Schützenschanz vorbei. Sie erinnert daran, dass im Jahre 1703 an dieser Stelle die bayerischen und französischen Truppen von den Zirler Schützen abgewehrt worden sind. Der weitere Weg führt zur Erlalm hinauf und gleich darauf zum Solsteinhaus.
In der Umgebung der Hütte gibt es einen kleinen Klettergarten und einen Übungsklettersteig, wodurch die Hütte für Familien und Jugendliche noch attraktiver geworden ist. Die Schwierigkeiten im Klettergarten beginnen beim 3. Grad. Wer sich im Klettergarten austoben will, muss einen Helm aufsetzen. Als besonderen Schlager wurde auch ein so genannter Flying Fox eingerichtet. Das ist eine Art Seilbahn, mit der man zur Gaudi in einem Korb gondeln kann, der von einem Seil getragen wird.
Klettersteig an der Erlspitze.
Für spannende Bergausflüge kommen drei Gipfel in Betracht. Am einfachsten ist der Große Solstein (2541 m) zu erreichen. Von dort kann man zum Kleinen Solstein weitergehen, der, obwohl er »klein« genannt wird, mit 2637 Metern deutlich höher und auch wesentlich schwieriger zu erreichen ist. Am schönsten aber dürfte die Rundtour auf die Erlspitze sein, die zwar »nur« 2405 Meter hoch ausfällt, aber auf relativ anspruchsvoller Route erreicht werden kann. Richtig zackig wird beim Rückweg der Klettersteig über die Eppzirler Scharte. Man kann das Ganze natürlich auch andersherum durchführen.
Der Gipfelsturm zur Erlspitze führt vom Solsteinhaus zunächst über einen Wiesenhang, später im Krummholz nach Norden hinauf und allmählich in Felsenbereiche hinein. Dort wird der Hang steiler und an ein paar kurzen Stellen kann man sich gut am Drahtseil einhalten. Dann flacht der Steig wieder etwas ab, durch eine enge Nische erblickt man die gewaltige Gipfelstürmernadel. Bald darauf steht man am Gipfel.
Ist jemand nicht absolut trittsicher und schwindelfrei, sollte er auf jeden Fall entlang der Aufstiegsroute absteigen. Liebhaber von absolut luftigen Klettersteigen finden an der Erlspitze jedoch ein echtes Schmankerl, das von der Erlspitze aus nach Westen über steiles, feinschotteriges Gelände erreicht wird. Sehr steil, mit relativ wenig Sicherungsanlagen geht es weiter nach Südwesten, über einige mit II zu bewertende Stellen hinweg, bis man zur engen Eppzirler Scharte gelangt. Dort links weiter und zu den steil abfallenden Schuttreißen. Die erste dieser nach links abfallenden Runsen kann man auf den Stiefelsohlen abfahren. So etwas verlangt Mut und ist auch nicht ganz ungefährlich, weil größere Steine nachrutschen können. Der markierte Steig verläuft am Drahtseil unter der Eppzirler Scharte über einige Felszacken hinweg und abermals zu einer Schuttrinne hinunter, wo sich die beiden Abstiegsvarianten vereinigen. Im leichten, nicht zu steilen Gegenanstieg folgt man zuletzt der Gehspur zum Solsteinhaus am Erlsattel.

Dauer: Auf: 4 1/2 Std. Ab: 3 1/2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour33 km
Höhenunterschied900 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktScharnitz (964 m) (kostenpflichtiger Parkplatz an der Isar)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterVon Gießenbach, Hochzirl, Scharnitz, der Seegrube (Seilbahn), der Magdeburger Hütte und dem Härmeler (Seilbahn) bei Seefeld kann man zum Solsteinhaus gehen. Die Anstiegszeiten liegen je nach Routenwahl zwischen 2 1/2 und 5 Stunden. Alle Zuwege fallen also recht lang und mühsam aus. Sie sind sinnvoll, wenn man sich Überschreitungen oder Touren von Hütte zu Hütte vornimmt. Für Tagesausflüge gibt es jedoch auch eine sinnvolle Alternative, vor allem wenn man anschließend noch einen Gipfel erklimmen will. Die Tour beginnt in Scharnitz und ist deshalb besonders lohnend, weil man bis weit ins Kristental hinein mit dem Radl hinauf und wieder herunterfahren kann. Dadurch wird der lange Anmarsch erträglich und einigermaßen schnell geschafft sein.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 26 (Karwendelgebirge)
VerkehrsanbindungVon Mittenwald auf der B 2 oder mit der Bahn von München–Garmisch-Partenkirchen oder von Innsbruck bis Scharnitz
Tipps
Mountainbiker special. Weil der Zuweg durch das Gleirsch- und Kristental ziemlich lang ausfällt, ist es längst kein Geheimtipp mehr, diese Etappe mit dem Radl zu überwinden. Man kann dadurch 1 1/2 Stunden beim Aufstieg einsparen, beim Abstieg sind es noch deutlich mehr.
Informationen
Hüttensteckbrief. Höhe: 1806 m. Erbaut: 1914, ÖAV-Sektion Innsbruck. Bewirtschaftet: von Anfang Juni bis Mitte Oktober. 22 Betten. 50 Lager (+ 30 im Notlager). Winterraum mit AV-Schlüssel. Telefon: +43(0)5232/81557. www.solsteinhaus.at
Tourismusbüro
Scharnitz, Tel.: +43(0)5213/5270; www.tirol.at/scharnitz
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