Sigriswiler Rothorn, 2051 m

Aussichtsreiche Gipfeltour mit ein paar kurzen felsigen Passagen, deshalb ist ein sicherer Tritt unerlässlich. Vorsicht: Nach Regenfällen werden einige Wegabschnitte gefährlich rutschig, bei Schneelage sind manche Klüfte auf den Karrenböden leicht zu übersehen! Großes Panorama vom Rothorn. Im Herbst röhren die Hirsche im Justistal. Wer den Abstieg/Rückweg durch das Schaf - loch wählt, benötigt eine Lampe. (Autor: Eugen E. Hüsler)
1 km
1000 m
6.00 h
Zum Unterbergli Die Gipfeltour startet auf Asphalt, führt vom Parkplatz Sagi (1076 m) in ein paar Schleifen bergan. An der Gabelung (1219 m) folgt man dem geradeaus führenden Sträßchen, das zunächst noch etwas ansteigt, dann den Bauernhof jenseits des Gärsterengrabens ansteuert. Auf den Wiesen weidet im Sommer das Vieh, wenn im Winter ausreichend Schnee liegt, surren ein paar Lifte, wird vor dem schönen Thuner-See-Panorama eifrig gewedelt. Auf einer Sandpiste spaziert man flach hinüber nach Wilerallmi (1205 m; 1 Std.), wo der eigentliche Anstieg beginnt. Die Markierungen leiten über Wiesen hinauf gegen den Howald, dann im Zickzack weiter bergan gegen einen Felsriegel. Eine Steilrinne ermöglicht den Aufstieg zur Weggabelung am unteren Ende des Chälegrabens. Hier folgt man der rechten Spur, die zwischen Felsen zu einem winzigen Sattel im Rücken der Spitzi Flue ansteigt. Dahinter öffnet sich unvermittelt ein bezaubernder Blick über den weiten Almboden von Unterbergli (1676 m; 2.15 Std.) zum Niederhorn und weiter zu den Gipfeln der Berner Hochalpen. Mehr zu erahnen als wirklich zu sehen ist das tief zwischen Sigriswilund Güggisgrat liegende Justistal. Aufs Rothorn Der Weiterweg führt, zuerst an einem Wiesenhang ansteigend, nach Oberbergli (1818 m; 2.45 Std.). Hinter der Alphütte erstreckt sich ein weitläufiges Karrengelände mit Dolinen und tückischen Klüften. Die Pfadspur verläuft über die vom Wasser zernagten Felsen bergan zur Weggabelung unter dem Rothorngipfel (1891 m; Tafeln). Links leiten die Farbtupfer übers Geröll zum Ansatzpunkt des Nordwestgrates. Eine unschwierige Felsstufe ist hier zu meistern, dann geht’s über den blockigen Rücken zum höchsten Punkt (2051 m; 3.30 Std.). Zurück ins Tal Der Abstieg führt zurück nach Oberbergli. Dahinter biegt man auf einen rechts abgehenden Weg ein, der über eine kleine, zwischen Felsen eingelagerte Scharte in ein verstecktes Tälchen wechselt. Inmitten einer malerischen Kulisse geht’s abwärts zur Berglikehle (1727 m; 4.30 Std.), einer schmalen Gratlücke. Dahinter zieht der Steig an dem abschüssigen, teilweise bewaldeten Hang bergab (Achtung: an unmarkierter Verzweigung nach etwa 10 Min. geradeaus gehen!) und hinaus in das weitläufige Almgelände von Bodmi (1422 m). Nun größtenteils abseits der geteerten Straße mit Aussicht zum Thuner See weiter abwärts und zurück nach Schwanden-Sagi (6 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour1 km
Höhenunterschied1000 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortSigriswil (807 m), kleiner Ferienort über dem Nordufer des Thuner Sees
AusgangspunktParkplatz Sagi (1076 m) oberhalb von Schwanden
EndpunktParkplatz Sagi (1076 m) oberhalb von Schwanden
TourencharakterDer Sigriswilgrat mit dem Rothorn (2051 m) als höchster Erhebung dominiert neben dem von einem mächtigen Antennenturm gekrönten Niederhorn (1950 m) das nördliche, rechte Ufer des Thuner Sees. Schaut man von Süden übers Wasser, präsentiert sich der lang gestreckte Kamm als mehrgipfliges Massiv, dem einige bizarre Zacken entragen. Doch erst eine Gipfelwanderung zeigt, dass sich zwischen den Graten idyllische Almen, malerisch verwunschene Tälchen und ausgedehnte Karrenfelder verbergen. Viel Aussicht gibt es bereits unterwegs, beim Anstieg tauchen über dem felsig-breiten Güggisgrat Eiger, Mönch und Jungfrau als majestätisches Dreigestirn auf, links flankiert vom Schreckhorn. Im Frühsommer blüht es auf den Wiesen und zwischen den Steinen artenreich, auf Hangterrassen und Felsbändern sind Gämsen trittsicher unterwegs und drüben in den Abstürzen der Niederhornflue nistet der Adler. Mit etwas Glück (und einem Fernglas) lässt sich der König der Lüfte dabei beobachten, wie er – geschickt die Thermik nutzend – über dem Justistal seine Kreise zieht.
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 254 T »Interlaken«
MarkierungenWeiß-rot-weiße Markierungen, gelbe Wegzeiger
VerkehrsanbindungVon Thun bzw. Interlaken gelangt man via Oberhofen oder Sigriswil nach Schwanden- Sagi. Postbuslinie
GastronomieKeine Einkehr unterwegs; Gasthäuser in Schwanden
Informationen
ABSTIEGSVARIANTE DURCHS SCHAFLOCH Eine spannende Alternative für den Abstieg eröffnet (im Wortsinn!) das Schafloch. Es handelt sich dabei um eine geräumige Grotte am ostseitigen Felsfuß des Rothorns, von der Schweizer Armee einst zu einem 800 Meter langen Loch unter dem Gipfel ausgebaut, mit Gefechtsständen auf der Westseite – früher streng geheim, heute ein beliebtes Wanderziel. Zugig und stockfinster ist es in dem Stollen allerdings immer noch, Lampe und Wärmendes zum Anziehen auch bei sommerlichem Schönwetter unerlässlich. Vom Gipfel des Rothorns auf dem Anstiegsweg zurück bis zur Weggabelung kurz vor Oberbergli, hier links zu einer kleinen Scharte und dann durch eine Rinne steil hinab auf einen Bänderweg. Er führt am Felsfuß links zum Eingang des Schaflochs. Man passiert es nach Westen und quert anschließend – wieder unter den Felsen – rechts zum weiß-rot-weißen Wanderweg, der von Sagi heraufkommt. Auf ihm über den Zettenalpsattel (1582 m), und die Hütten von Oberi Matte und Stampf hinab zum Ausgangspunkt Sagi (etwa 6 Std.).
Tourismusbüro
Thunersee Tourismus, Info-Center Gunten, Seestrasse, CH-3654 Gunten; Tel. +41/(0)33/251 04 00, info@thunersee.ch, www.thunersee.ch

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Eugen E. Hüsler

Wandertouren in den Alpen

500 Wandertouren in einem Kompendium! Damit werden Ihnen die Ideen für Wanderungen in den Ost- und Westalpen ein Leben lang nicht ausgehen.

Jetzt bestellen