Sigriswiler Rothorn, 2051 m

Aussichtsreiche Gipfeltour, auf kürzeren Abschnitten felsig, weshalb ein sicherer Tritt unerlässlich ist. Vorsicht: Nach Regenfällen werden die Wege gefährlich rutschig; bei Schnee sind manche Klüfte auf den Karren nur schwer zu erkennen! (Autor: Eugen E. Hüsler)
Die Gipfeltour startet auf Asphalt, führt von Schwanden-Sagi (1077 m) in ein paar Schleifen bergan. An der Straßengabelung (1219 m) geradeaus, noch etwas ansteigend, dann abwärts zu einem Bauernhof. Auf den Wiesen weidet im Sommer das Vieh, wenn im Winter genug Schnee liegt, surren ein paar Lifte, wird vor dem schönen Thuner-See-Panorama eifrig gewedelt. Auf einer Sandpiste wandert man flach hinüber nach Wilerallmi (1205 m; 1 Std.), wo der eigentliche Anstieg beginnt. Die Markierungen leiten über Wiesen hinauf gegen den Howald, dann im Zickzack bergan gegen einen Felsriegel. Eine Steilrinne ermöglicht den Aufstieg zur Verzweigung am unteren Ende des Chäle-Grabens. Hier folgt man dem rechten Weg, der zwischen Felsen zu einem winzigen Sattel im Rücken der Spitzi Flue ansteigt. Dahinter öffnet sich unvermittelt ein bezaubernder Blick über den weiten Almboden von Unterbergli (1676 m; 2:15 Std.) zum Niederhorn und weiter zu den Hochgipfeln der Berner Alpen. Mehr zu ahnen als zu sehen ist das tief zwischen Sigriswiler- und Güggisgrat eingelagerte Justistal.
Der Weiterweg führt, zuerst an einem Wiesenhang ansteigend, nach Oberbergli (1818 m; 2:45 Std.). Hinter der Alphütte erstreckt sich ein weitläufiges Karrengelände. Die Pfadspur verläuft über die vom Wasser zernagten Felsen hinauf zu der Verzweigung unter dem Rothorn (1891 m; Tafel). Links leiten Farbtupfer durch Geröll zum Ansatzpunkt des Nordwestgrats. Nun in unschwieriger Kletterei über eine kleine Felsstufe und an dem blockartigen Rücken zum Gipfel (3:30 Std.). Man steigt auf dem Hinweg nach Oberbergli ab, biegt dann auf den rechts abgehenden Weg ein, der über eine Scharte in ein kleines Paralleltälchen wechselt.
In einer malerisch-verwunschenen, von bizarren Felsen geprägten Kulisse geht's abwärts zur Berglikehle (1727 m; 4:30 Std.), einer schmalen Gratlücke. Jenseits zieht der Weg an dem steilen, teilweise bewaldeten Hang bergab (Achtung: an unmarkierter Verzweigung nach etwa 10 Min. geradeaus!) und hinaus in das weitläufige Almgelände von Bodmi (1422 m). Nun größtenteils abseits der geteerten Erschließungsstraße mit Aussicht zum Thuner See weiter abwärts und zurück nach Schwanden-Sagi (6 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied1000 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPostbushalt bzw. Wanderparkplatz Sagi (1077 m) bei Schwanden.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDer Sigriswilergrat mit dem Rothorn (2051 m) als höchster Erhebung dominiert neben dem von einem mächtigen Antennenturm gekrönten Niederhorn (1950 m) das nördliche, rechte Ufer des Thuner Sees. Schaut man von Süden übers Wasser, zeigt sich der langgestreckte Kamm als mehrgipfliges Massiv, dem bizarre Zacken entragen. Doch erst der Augenschein vor Ort lässt erkennen, dass sich zwischen den Graten idyllische Almen, malerisch-verwunschene Tälchen und ausgedehnte Karrenfelder verbergen. Viel Aussicht gibt es dabei auch, beim Weg zum Gipfel tauchen über dem felsig-breiten Güggisgrat sogar Eiger, Mönch und Jungfrau (4158 m) als ma-jestätisches Dreigestirn auf, links flankiert vom Schreckhorn. Im Frühsommer blüht es auf den Wiesen und zwischen den Steinen artenreich, auf Hangterrassen und Felsbändern sind Gämsen zuhause. Drüben in den Abstürzen der Niederhornflue nistet der Adler. Mit etwas Glück (und einem Fernglas) lässt sich der König der Lüfte dabei beobachten, wie er – geschickt die Thermik nutzend – über dem Justistal seine Kreise zieht.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50 000, Blatt 254T »Interlaken« mit Wanderwegeaufdruck; Landeskarte der Schweiz 1:25 000, Blatt 2519 »Thuner See«; Kompass 1:50 000, Blatt 84 »Jungfrau-Region« .
MarkierungenGelb und weiß-rot-weiß, gelbe Wegzeiger.
VerkehrsanbindungSchwanden-Sagi (1077 m) erreicht man vom Nordufer des Thuner Sees über ordentlich ausgebaute Straßen ab Längenschachen und Gunten via Sigriswil, je 7 km. Postbusverbindungen ab Thun; Wanderparkplatz Sagi.
GastronomieGasthäuser in Schwanden.
Tipps
Trittsichere, ausdauernde Berggänger können den gesamten Sigriswiler Grat bis zum Burst (1968 m) auf markierten Wegen überschreiten; Aufstieg zum Rothorn wie beschrieben. Zurück bis zur Verzweigung unter dem Gipfel, dann auf Felsbändern zum Vorderen Schafläger, um das Mittaghorn (2014 m) herum zum Hinderen Schafläger und auf den Burst. Abstieg zum Obers Hörnli (1489 m), dann teilweise auf Alpstraßen zurück nach Schwanden-Sagi. Gesamtgehzeit etwa 8 1/2 Std.
Informationen
Kleine Variante: Wenn man den Gipfel auslässt und von Oberbergli absteigt, reduziert sich die Gesamtgehzeit auf 4 3/4 Std.
Tourismusbüro
Thunersee Tourismus, Postfach 2611, CH-3601 Thun; Tel. +41(0)842/842 111, Fax 251 00 88, E-Mail: info@thunersee.ch, Internet: www.thunersee.ch

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