Sieben-Moore-Weg und Gugel

Moore und Alpenblick im Hotzenwald.
Bequeme Waldwanderung. (Autor: Chris Bergmann)
18 km
300 m
5.00 h
Ins Schwarzenbächletal.
Vom Steinernen Kreuz in unmittelbarer Nähe der Murgquellen folgt der Sieben-Moore-Weg (Markierung - gelbe Raute) kurz der Straße Richtung Engelschwand und führt dann links in den Wald hinein an den Rand des ersten Moors: Im kleinen Fohrenmoos, das durch Entwässerungsmaßnahmen stark gestört ist, sammeln sich die Quellbäche des Turbenmoosbächles. Wenig später tangiert der Weg das Gaishaltermoos und führt hinab zur Schwarzen Säge im Schwarzenbächletal. Wenige Minuten talabwärts (blaue Raute) befindet sich hier eines der eindrucksvollsten Naturdenkmale des Hotzenwalds: Am Krai-Woog-Gumpen bildet das Schwarzenbächle einen Wasserfall, außerdem zeugen Gletschermühlen von der Vereisung des Gebiets während der letzten Eiszeit. Vom Krai-Woog-Gumpen folgen wir der »blauen Raute« zurück zur Schwarzen Säge und noch ein Stück weiter längs der Straße, bis die »blaue Raute« (und der Sieben-Moore-Weg) nach Überqueren der Brücke über den aus dem Fohren- und dem Gaishaltermoos herabfließenden Bach rechts abzweigt und sich an der Verzweigung hinter der Brücke über das Schwarzenbächle links wendet auf dem Marksteinweg. Entlang der Moore, die sich im Tal des Silberbrunnenbächles gebildet haben, geht es hinauf zur Wegespinne Marksteinplatz, nördlich davon liegt das Fohrenmoos.
Hochmoor Fohrenmoos.
Das Naturschutzgebiet Fohrenmoos ist das schönste Spirkenhochmoor des Schwarzwalds. Die Moorspirken, aufrecht stehende, nicht kriechende oder sich wie Legföhren »legende« Sumpfkiefern, erreichen hier Höhen von 20 Meter und sind z.T. über 150 Jahre alt. Als lockerer, lichter Wald nimmt der Spirken-Moorwald den größten Teil des 3,4 Hektar großen Naturschutzgebiets ein, das in einer flachen Quellmulde des Franzenbächles liegt und auch für seine dichten Zwergstrauchbestände berühmt ist: Hier wachsen Heidelbeeren, Moor- und Rauschbeere, Preiselbeeren, Heidekraut und Scheidiges Wollgras. Auch seltene Vogelarten wie Sperlings- und Raufußkauz und Waldschnepfe haben hier ein Rückzugsgebiet gefunden. Tiefe Entwässerungsgräben haben ab Ende der 1930er- Jahre zu einer derartigen Entwässerung des Hochmoors geführt, dass auch die Stauriegel, die 1986 in diese Gräben eingebaut wurden, bislang keine vollständige Wiedervernässung bewirken konnten – Rosmarinheide, Moosbeere und andere Hochmoorarten empfinden das Moor als zu trocken und wachsen hier nur in wenigen Exemplaren.
Durch das Brunnmättlemoos.
Vom Fohrenmoos führt der Sieben-Moore-Weg zurück zum Marksteinplatz und rechts hinüber zur Brunnmättlehütte am größten und bekanntesten Moor des Gebiets: Das Brunnmättlemoos ist ein 3 Kilometer langes Hangmoor, das in drei Hangterrassen zum Schwarzenbächle hin abfällt, die oberste Terrasse ist ein typisches Hochmoor mit Bulten, Schlenken und Moorkiefern. Am Ende des Naturschutzgebiets quert der Sieben-Moore-Weg die Landstraße und mündet bei einem Kreuz auf einen mit der »blauen Raute« bezeichneten Wanderweg, der links nach Wehrhalden und Lochhäuser führt. Von Lochhäuser geht es in wenigen Minuten zurück zum Ausgangspunkt, dem Steinernen Kreuz.
Auf der Gugel.
Bei klarer Sicht lohnt abschließend die Wanderung zum Gugelturm: Die Gugel (997 m) mit ihrem architektonisch eigenwilligen Aussichtsturm, der kleinen Kapelle, dem »Gugelstüble« und dem steinernen Meer im Hang ist einer der Charakterköpfe des Hotzenwalds. Schon der 1930 eröffnete, damals glockenförmig gestaltete Aussichtsturm zog Wanderer von nah und fern an, um die Aussicht über den Hotzenwald, hinauf zu den höchsten Bergen des Schwarzwalds und über das Hochrheintal hinweg zum Schweizer Jura und zu den Alpen zu genießen. Der neue, dreibeinige Aussichtsturm wurde 1974 eröffnet, er ist 30 Meter hoch. Die Wald-Kapuze (»Gugel«) entragt den Almen von Kleinherrischwand, Engelschwand und Giersbach im Quellgebiet der Hauensteiner Murg, im Gipfelbereich findet sich ein für die Granitgebiete des Schwarzwalds charakteristisches Blockmeer.
Bei gutem Ausflugswetter lädt das »Gugelstüble« täglich und im Winter an Wochenenden zur Einkehr ein. Veranstaltungshöhepunkte sind der Gipfelgottesdienst an Pfingsten, der »Sonnwendhock« an Mittsommer und das Gugelfest im Juli.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour18 km
Höhenunterschied300 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortHerrischried (860 m), Luftkurort und Wintersportplatz im Hotzenwald zwischen Gugel, Hornbergbecken und Wehratal.
AusgangspunktParkplatz und Bushaltestelle Steinernes Kreuz in Herrischried-Lochhäuser.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDer Moorreichtum des Hotzenwalds hängt mit dem kühlfeuchten Klima zusammen, das den Wuchs der Torfmoose fördert, sowie mit der eiszeitlichen Überformung, Senken und Täler mit Stauwasserbildung begünstigen die Vermoorung. Auch die mehr als 1000 Jahre währende nachhaltige Bewirtschaftung im Klosterstaat Sankt Blasien trug zum Erhalt vieler Moore bei, die erst nach der Aufhebung der Abtei während der napoleonischen Kriege nach und nach entwässert und in Grünland umbrochen bzw. mit Fichten aufgeforstet wurden, ehe ihr ökologischer Wert im 20. Jh. wieder erkannt und Maßnahmen zur Rettung ergriffen wurden. Der Sieben-Moore-Weg verbindet sieben Moore unterschiedlicher Naturnähe auf dem Dach des Hotzenwalds, Lehrtafeln erläutern Wissenswertes über diese einzigartige Landschaft, in der an Mittsommer das Wollgras weiß in den Mooren flockt und der Hochmoorgelbling durch die Büsche flattert, während der Sonnentau mit klebrigen Tentakeln Insekten fängt. Im Herbst färbt sich alles leuchtend rot. Zum Abschluss der Moorewanderung lohnt der Aufstieg zum Gugelturm, der eine hervorragende Rundschau gewährt. Ohne den Abstecher zur Gugel, der fast schon eine eigenständige Wanderung ist, ist die Wanderung nur halb so lang.
Beste Jahreszeit
KartentippWanderkarte 1 - 30000 Hotzenwald oder Freizeitkarte 1:50000 Blatt 509 Waldshut-Tiengen/Naturpark Südschwarzwald, Blatt 4 (Landesvermessungsamt Baden-Württemberg).
VerkehrsanbindungB 34 Waldshut – Bad Säckingen – Rheinfelden und in Bad Säckingen oder Murg abzweigen nach Herrischried. Vom Bahnhof Murg besteht Busverbindung zur Haltestelle »Herrischried-Steinernes Kreuz« am Ausgangspunkt.
GastronomieKeine unterwegs, jedoch im nahen Lochhäuser.
Tipps
Moore im Hotzenwald. Der Hotzenwald weist in den nur dünn besiedelten Hochlagen zwischen Wehra und Alb eine Vielzahl an Mooren auf engem Raum auf - Ibacher Moor und Fohrenmoos bei Ibach, Brunnmättlemoos bei Görwihl, Ennersbacher Moor bei Dachsberg, Horbacher Moor beim Klosterweiher von Sankt Blasien usw. Das östlichste, schon jenseits der Alb gelegene Hotzenwaldmoor ist das Höchenschwander Moor. Einige Moore wie die Bruggmatt bei Dachsberg wurden durch Ankauf durch das Land vor der Aufforstung gerettet, andere wie die ebenfalls als Naturschutzgebiet ausgewiesene Rüttewies bei Urberg am Lehenkopf sind mit ihrem Wechsel aus Moor- und Weideflächen kleine Natur- und Kulturparadiese: Auf der Rüttewies blühen auf anderen Weidfeldern längst verschwundene Arten wie das Katzenpfötchen und die Heidenelke, die im arktisch-alpinen Raum verbreitete Astflechte hat hier ihren einzigen bekannten Wuchsort im deutschen Südwesten.
Tourismusbüro
Tourist-Information Herrischried, 79737 Herrischried, Tel. 07764/920040, www.herrischried.de. Tourist-Information Görwihl, Hauptstraße 54 (Rathaus), 79733 Görwihl, Tel. 07754/70810, www.goerwihl.de. Touristinformation Ibach, Oberibach 6, 79837 Ibach, Tel. 07672/842, www.ibach-schwarzwald.de

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