Seiser Alm und Puflatsch

Herrliche Almwanderung mit kleinem Gipfel, dazu ein steiler Abstieg über den Schnürlsteig (bei Nässe nicht empfehlenswert). Verschiedene Varianten möglich – man kann den Tag auch einfach auf der Seiser Alm verbummeln. Für den Abstieg Teleskopstöcke ratsam (Autor: Eugen E. Hüsler)
19 km
1270 m
5.00 h
Almwandern.
Von der Seilbahnstation (2005 m) zwischen zwei Gratkuppen, die originellerweise beide Mittagszeiger von St.Ulrich sind (Col da Mesdì, Col da la Dodesc), führt der mit S/6 bezeichnete, viel begangene Weg zunächst leicht bergan. Dann geht es mit freier Sicht auf den Schlern (2563 m), der aus diesem Blickwinkel sein schönstes Profil zeigt, durch die südseitigen Hänge des Col da la Dodesc (2109 m) sanft abwärts. Das Hotel Icaro (1914 m) bleibt rechts abseits; man folgt dem Asphaltsträßchen südwärts zur Ritsch-Schwaige (1875 m), wo es einen guten Kaiserschmarrn gibt. Hinter dem Haus leitet die Markierung S über Wiesen bergan zu einer Sandpiste und führt über den sanft ansteigenden Rücken westwärts zum Hotel Panorama (2009 m; 1.30 Std.), das seinem Namen alle Ehre macht. Einmalig ist der Blick über die Hochalm auf das Langkofelmassiv; rechts dahinter zeigt sich die Marmolada (3343 m), im Nordosten stehen die Geislerspitzen, und in Richtung Nachmittagssonne setzt der Schlern mit seinen Front-türmen einen markanten Akzent.
Zum Puflatsch.
Nicht zu übersehen sind die Hotelbauten von Compatsch (1844 m; 2 Std.), zu denen man auf einem wenig steilen Sträßchen hinabwandert. Hinter den Häusern, von denen das eine oder andere etwas zu groß geraten erscheint, geht’s erneut bergan zur Puflatschhütte (1950 m) des Südtiroler Alpenvereins auf asphaltierter Unterlage. Die Markierung AVS leitet anschließend in leichtem Auf und Ab über die weitläufige Puflatschalm zur Arnikahütte (2061 m). Dahinter kurz aufwärts zum Gollerkreuz (2104 m), von dem man einen Prachtblick auf die Mittelgebirgsterrasse von Kastelruth genießt. Hier biegt der Weg nach Osten um, und man wandert am Rand des nach Norden steil abbrechenden Kamms entlang – vorbei an den »Hexenstühlen«, bei denen es sich möglicherweise um prähistorische Kultstätten handelt – hinüber zum höchsten Punkt des Puflatsch (2174 m; 3.45 Std.).
Schnürlsteig.
Am Ostrand des aus rötlichem Augitporphyr bestehenden Tafelbergs, beim Fillner Kreuz, beginnt der Abstieg über den Schnürlsteig: zunächst sehr steil und bei Nässe rutschig. Der Name erinnert an Josef Tragseil, vulgo »Schnürl«, der aus Innsbruck stammte und als Erster Touristenwege im Bereich der Seiser Alm erbaute und markierte. Oberhalb von Pufels (1484 m) kommt man aus dem Wald heraus. Die Markierung Nr. 3 leitet durch den Weiler und zum Pufler Bach hinunter. Mit ihm wandert man hinunter zu den Häusern von Passberg und rechts haltend auf einem Spazierweg zurück nach St.Ulrich (5 Std.).

Seilbahnstation – Hotel Panorama 1.30 Std., Hotel Panorama – Compatsch 30 Min., Compatsch – Puflatsch 1.45 Std., Puflatsch – St.Ulrich 1.15 Std. Insgesamt 5 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied1270 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortSt.Ulrich (1236m), Hauptort des Grödner Tals
AusgangspunktBergstation der Gondelbahn auf die Seiser Alm (2005m). Sie verkehrt Ende Mai bis Mitte Oktober von 8.30–18Uhr.
EndpunktSt. Ulrich
TourencharakterSie gilt als eines der größten Naturwunder Südtirols, das Panorama ist von erlesener Schönheit, ihr Blumenreichtum legendär, und seit 1984 stehen weite Teile der Seiser Alm unter Naturschutz. Den brauchte (und braucht) sie auch dringend, denn zwischen Puflatsch (2174m) und den Roßzähnen ist fast die gesamte Dolomitenflora versammelt – hier stehen viele male-rische Schwaigen (Heustadel), gibt es aber auch ein Dutzend Aufstiegshilfen, über fünfzig Straßenkilometer und zahlreiche Hotels. So etwas ver-ändert eine Landschaft, stört die viel besungene Idylle, und das erlebt man halt auch, neben all den Schönheiten, auf dieser Wanderrunde über die große Südtiroler Hochalm.
Seit einigen Jahren versuchen die Anrainergemeinden verstärkt, den Besucherstrom zu kanalisieren, vor allem Autos von dem sensiblen Ökosystem fernzuhalten. Mit dem Bau einer neuen, von Seis ausgehenden Gondelbahn hat sich die Situation im Bereich von Compatsch spürbar verbessert; allerdings sind immer noch (zu) viele »Berechtigte« unterwegs.Schön wie eh und je ist die Bergkulisse, dominiert vom Langkofelmassiv und gegen Westen hin wirkungsvoll abgeschlossen vom mächtigen Rücken des Schlern mit seinen beiden Türmen. Die Seiser Alm: einfach einmalig!
Hinweise
Seilbahnstation – Hotel Panorama 1.30 Std., Hotel Panorama – Compatsch 30 Min., Compatsch – Puflatsch 1.45 Std., Puflatsch – St.Ulrich 1.15 Std. Insgesamt 5 Std.
KartentippTabacco 1:25000, Blatt 05 »Gröden–Seiseralm«
VerkehrsanbindungSt.Ulrich erreicht man vom Eisacktal auf gut ausgebauten Straßen. Busverbindungen mit Bozen, Waidbruck, Klausen und Brixen
GastronomieHotel Icaro, Anfang Juni bis Mitte Oktober, Tel. 0471/729900. Ritsch-Schwaige, Mitte Mai bis Ende Oktober, Tel. 0471/727910. Hotel Panorama, ganzjährig, Tel. 0471/727968. Puflatschhütte, Anfang Mai bis Mitte Oktober, Tel. 0471/727834. Arnikahütte, im Sommer bewirtschaftet, Tel. 0471/727812.Weitere Einkehrmöglichkeiten in Compatsch und Pufels
Tourismusbüro
Tourismusverband Gröden, I-39047 St. Christina, Dursanstr. 80/c, Tel. +39/0471/77 77 77, Fax 49 22 35, info@valgardena.it, www.valgardena.it

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