Seinskopf und Schöttelkarspitze

Lohnende Bergwanderung im Westteil der Soierngruppe; schöne Alternative zur bekannten Soiern-Umrundung; Trittsicherheit, beim Abstieg auf dem »Lakaiensteig« auch Schwindelfreiheit erforderlich; westseitiger, also frühmorgens eher kühler Aufstieg. (Autor: Horst Höfler, Gerlinde M. Witt)
18 km
1300 m
6.00 h
Vom Parkplatz im Ostteil von Krün geht es in östlicher Richtung an den Waldrand. Nicht nordöstlich in Richtung Fischbachalm/Soiernhäuser gehen, sondern den Wegtafeln »Seinskopf/ Schöttelkarspitze« folgen. Zunächst durch Wald mäßig steil empor. Dann, am Schwarzkopf vorbei, steiler hinauf. Es folgt bald eine lange, stetig ansteigende Querung zum Felsenköpfl (1562 m). Weiter nahe dem Kamm südlich aufwärts. Über freies, zuletzt recht steiles Gelände wird schließlich der Seinskopf (1961 m) erreicht. Der Seinskopf ist mit dem Feldernkreuz, das bereits im Soiern-Hauptkamm steht, durch einen Kamm verbunden. Unser Weiterweg verläuft südlich unterhalb der Kammhöhe. Zuletzt geht es über einen schrofigen Steig zum Feldernkreuzgipfel (2048 m). Jetzt nördlich steil abwärts in die Scharte vor der Schöttelkarspitze, um deren Gipfelaufbau östlich herum und von Norden her zum Kreuz (2050 m). Abstieg - Nach einer Rast möchten wir hinunter zum oberen Soiernhaus, wo es sich einzukehren lohnt. Wer es sich zutrauen darf, geht über den sich an den Ostflanken von Schöttelkopf und Ochsenstaffel entlangziehenden Lakaiensteig zur Fischbachalm (1403 m). Oder man wandert, vollkommen unschwierig, jedoch mit kurzem Gegenanstieg, über den Hundsstall dorthin. Auf einem etwas monotonen Fahrsträßchen gelangen wir dann nach Krün zurück.

Dauer - Krün – Seinskopf 3 Std.; Seinskopf – Schöttelkarspitze 45 Min.; Schöttelkarspitze – Soiernhaus 30 Min.; Soiernhaus – Fischbachalm – Krün etwa 2.15 Std. Höhenunterschied: Krün – Seinskopf 1086 m; Seinskopf – Feldernkreuz etwa 100 m; Feldernkreuz – Schöttelkarspitze etwa 70 m.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour18 km
Höhenunterschied1300 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKrün (875 m) im Isartal. Großer Parkplatz für Wanderer.
TourencharakterDie Soierngruppe wird durch Seins- und Fermersbach von der Nördlichen Karwendelkette getrennt. Ihre höchste Erhebung ist die Soiernspitze (2257 m). Die Soiernspitze soll aber einmal nicht Hauptziel sein, sondern die Schöttelkarspitze. Und die erreichen wir durchaus lohnend über den Seinskopf. Von der Schöttelkarspitze wird dann auf dem üblichen Wege zu den Soiernhäusern abgestiegen. Sie waren einst königliche Jagdhäuser, die die Hofjagden erleichterten. Auch Ludwig II. hielt sich gerne im Soierngebiet auf. Der Lakaiensteig erinnert jetzt noch an die Zeiten der Monarchie. Die Soiernberge habe ich oft und zu allen Jahreszeiten besucht. Besonders lebhaft ist meine Erinnerung an einen hochwinterlichen Überschreitungsversuch der Hauptgipfel, der der gefährlichen Schneeverhältnisse wegen scheiterte. Trotzdem - Es war sozusagen ein Abenteuer vor der Haustür. Die Schinderei beim Spuren hinauf zu den Soiernhäusern. Die gänzlich unromantische Erwartung einer eiskalten Nacht in einem unwirtlichen Schuppen – natürlich ohne Daunenzeug. Die freudige Überraschung, als – es war schon dunkel geworden – Bergwachtmänner kamen und uns plötzlich in der Hütte eine Bleibe zuteil wurde. Die Ernüchterung, als man uns wegen der Lawinengefahr von unserem Vorhaben abriet. Und dann der herrliche neue Morgen; der Himmel tiefblau, die Gipfel blendendweiß von Schnee. Wir kamen nur bis in den Sattel zwischen Schöttelkarspitze und Feldernkreuz. Die steilen, glitzernden Hänge und die großen, unberührten Wechten beeindruckten uns tief. So sehr, dass wir den Weiterweg nicht wagten und diese zauberhaften Gebilde sein ließen, wie sie waren.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt-Wanderkarte 322 (Wetterstein, Karwendel, Seefeld, Leutasch, Garmisch-Partenkirchen), 1 - 50 000; Kompaß-Wanderkarte 6 (Walchensee, Wallgau, Krün), 1:50 000.
VerkehrsanbindungVon Kochel über Walchensee und Wallgau bzw. von Mittenwald über die B11, von Garmisch-Partenkirchen über Kaltenbrunn und Klais über die B2. Bestgelegene Bahnstation ist Garmisch-Partenkirchen; von dort Busverbindung.
GastronomieSoiernhaus (1616 m), DAV-Sektion Hochland, bewirtschaftet von Pfings-ten bis Mitte Oktober, 54 Schlafplätze, Tel. - (01 71) 5 46 58 58.
Unterkunft
Soiernhaus (1616 m), DAV-Sektion Hochland, bewirtschaftet von Pfings-ten bis Mitte Oktober, 54 Schlafplätze, Tel. - (01 71) 5 46 58 58.

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Horst Höfler, Michale Kleemann, Gerlinde Witt

Berchtesgadener Land

40 familienfreundliche Wandertouren führen in alle Berggruppen des Berchtesgadener Land und durch den unberührten und einzigartigen Nationalpark.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema