Seelenkogel (3472 m) und Hochwilde (3482 m)

Beim Aufstieg zum Seelenkogel ordentliche Bergwege zur Hütte, dann ein Trümmer- und Blockgrat mit leichter Kletterei; Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und gute Verhältnisse unbedingt notwendig; von der Stettiner Hütte auf die Hochwilde hochalpiner Steig im teilweise felsigen Gelände, häufig Schneefelder; eine besonders eindrucksvolle Tour in ungewöhnlicher Höhe (Autor: Dieter Seibert)
Zur Zwickauer Hütte (4 Std.).
Vom Parkplatz in den unteren Ortsteil, hinter dem Gasthaus Edelweiß über die Brücke und dann auf erdigem Weg durch ein Wäldchen und über steile Wiesenflächen zur Schneidalm (2170 m, Jausenstation) in schönster Lage. Auf dem weiterhin guten Steig auf den Vorsprung der Schneid, in recht steilem, manchmal felsdurchsetztem Gelände weiter empor. Durch ein Trümmerkar, über ein Firnfeld und eine letzte Felsstufe zur Hütte, die auf einem Vorsprung in 2979 Meter Höhe mit weitreichender Aussicht liegt.
Auf den Hinteren Seelenkogel (1.30 Std.).
Von der Zwickauer Hütte an das Massiv heran und über eine steile, braunrote, teilweise ausgesetzte Felsstufe im Blockwerk empor. Dann auf den stets deutlichen Spuren auf oder links neben dem aus steilen Köpfen aufgebauten Ostgrat, der rechts jäh in die nordseitige Eiswand abfällt, auf den Gipfel: Die Überraschung dort oben: Nach Norden ziehen relativ sanfte Gletscherflächen hinab.
Übergang zur Stettiner Hütte (4.15 Std.).
Zur Zwickauer Hütte wieder hinab und weiter ins Trümmerkar. Dort jedoch rechts und durch die Flanke hinüber ins Bockkar. Nochmals ein gutes Stück tiefer, dann quer durch die weiträumige Flanke, Schafberg genannt, auf Gras und Geröll weit nach Süden, wo man schließlich in 2600 Meter Höhe auf den Anstiegsweg zur Stettiner Hütte trifft. Über die Moränenflächen schräg empor zum Ziel in 2875 m Höhe.
Auf die Hochwilde (2.30 Std.).
Gleich von der neuen Stettiner Hütte über etwas Fels, Blockwerk und Schutt durch einen Einschnitt empor auf eine Rippe. Von dort auf teilweise etwas ausgesetzten Bändern durch die Riesenflanke schräg aufwärts zur Ostschulter des Gipfels, Hochwildescharte genannt, zu der von Norden der Langtaler Ferner heraufzieht. Hier kurz über Schnee, dann sich etwas links haltend durch die steile Flanke zum scharfen Südgrat und auf Blockwerk auf den Südgipfel, den höchsten Punkt der langen Gipfelschneide .
Abstieg (4.15 Std.) zurück zur Stettiner Hütte, von dort auf guten Wegen durchs Pfelderertal, vorbei an der Jausenstation Lazinseralm, hinaus nach Pfelders.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour25 km
Höhenunterschied1870 m
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
StartortPfelders (1622 m), einst ein unberührtes Bergbauerndorf, doch heute ein fast reiner Ferienort; große Kulisse
AusgangspunktPfelders, Parkplatz (1614 m) vor dem Ort
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterFür diese Tour gibt es in unserem Buch kein Gegenstück! Wir besteigen zwei der höchsten mit einem Steig erschlossenen Gipfel, besuchen zwei wenig bekannte Stützpunkte, von denen die Zwickauer Hütte in 2979 m Höhe (somit höher als die Zugspitze) auf einem Geländevorsprung thront und einen einzigartigen Blick nach Osten bietet; idealer lässt sich ein Sonnenaufgang nicht beobachten als von dort oben. Unser erstes Ziel, der Hintere Seelenkogel, ist ein Berg mit zwei Gesichtern - Gletscherfelder im Nordwesten, eine 400-Meter-Felswand und anschließend eine 1200 Hm hohe Steilflanke gegen Südosten. Noch eindrucksvoller zeigt sich die Hochwilde – beide Teile des Namens passen bestens! Als Eckpfeiler im Ötztaler Hauptkamm und mit bis zu 800 Meter hohen Wänden dekoriert, fällt dieses riesige Massiv ganz besonders ins Auge.
Hinweise
Siehe Tour 27 in Karte.
KartentippAV-Karte, Ötztaler Alpen, Blatt 30/1 (Gurgl)
VerkehrsanbindungVon Meran oder über den Jaufenpass nach St. Leonhard im Passeiertal und weiter nach Moos (oder über das Timmelsjoch dorthin). Nach 8 km nach Westen zum Ausgangspunkt
Höchster Punkt
Hochwilde (3482 m)
Unterkunft
Zwickauer Hütte (2979 m), CAI, 72 Schlafplätze, Tel. - 0473/643826. Stettiner Hütte (2875 m), CAI, 100 Schlafplätze, Tel.: 0473/643545

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Dieter Seibert

Leichte 3000er in den Ostalpen

50 hochalpine Touren über Wege und Steige zwischen Verwall und Dolomiten. Mit Karten, Piktogrammen und detaillierten Routencharakteristiken.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema