Schwarzwassertal

Wildromantischstes Schluchttal des Erzgebirges Durch das Schwarzwassertal führt ein bequemer Forstweg; der Pfad im Steilhang neben dem Grünen Graben ist punktuell geländergesichert und verlangt Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. (Autor: Bernhard Pollmann)
13 km
200 m
4.00 h
Zur Teufelsmauer Die Naturschutzstation Pobershau am Eingang des Naturschutzgebiets Schwarzwassertal ist das Zentrum für Naturschutz und Landschaftspflege des Mittleren Erzgebirgskreises. Zu ihren Angeboten zählen Diavorträge, Exkursionen und Wanderungen zu jeder Jahreszeit für Kinder und Erwachsene sowie Ausstellungen unterschiedlicher Naturthematik. An der Naturschutzstation überqueren wir die Schwarze Pockau auf einer Stegbrücke und wandern talaufwärts, geleitet von der Rotstrich-Markierung. Der Forstweg führt im Hang durch alte Nadel- und Laubwälder unterhalb mächtiger Felsen, begleitet vom Rauschen der über Blockwerk gischtenden Schwarzen Pockau. Kurz nach der Abzweigung des Arnoldswegs (steile Abkürzungsmöglichkeit zum Katzenstein) münden der mit dem Zeichen Rotstrich markierte Fernwanderweg Eisenach–Budapest (EB) und der mit dem Zeichen Blaustrich markierte Erzgebirgs-Kammweg auf den Weg im Schwarzwassertal. Wenig später türmen sich rechts die zerklüfteten Felswände der Ringmauer auf, einer 200m langen Prallhangwand. An der Wegeverzweigung mit Bänken und Tisch wechseln wir auf die gegenüberliegende Seite des Flusses, passieren die Einmündung des Karrenwegs (hier führen EB und Kammweg hinauf zum Katzenstein) und erreichen das Klettergebiet von Nonnenfelsen und Teufelsmauer. Zwischen dem Nonnenfelsen und der Teufelsmauer erreicht die Schwarze Pockau ihr größtes Gefälle und braust tosend über das Blockwerk. Der hoch aufragende Nonnenfelsen verjüngt sich nach oben und zählt zu den bekanntesten Kletterfelsen des Erzgebirges. Fantasiebegabte erkennen in ihm einen Kopf mit deutlichen Gesichtszügen und einem Kopftuch und verweisen auf die Ähnlichkeit mit einer Nonne; daher der Name Nonnenfelsen. Gegenüber vom Nonnenfelsen ragt die lang gestreckte Teufelsmauer auf; sie ist in einzelne Wände zerlegt, zwischen denen in Felsspalten gelegentlich das Gesicht des Gottseibeiuns auftauchen soll. Technikdenkmal Grüner Graben Oberhalb von Teufelsmauer und Nonnenfelsen weitet sich die Schwarzwasserschlucht zu einem Wiesengrund, in dem an der Einmündung des Vierenwegs eine Schutzhütte Unterschlupf bei Regen gewährt. Wer einkehren will, geht hier geradeaus bis Kühnhaide (noch 25 Minuten bis zum dortigen Gasthaus »Schwarzwassertal«), ansonsten überqueren wir bei der Schutzhütte die Schwarze Pockau auf der steinernen Rundbogenbrücke und wandern durch die Wiesen hinauf zum Grünen Graben. Der Pfad neben dem Grünen Graben gibt nun bis kurz vor dem Katzenstein die Route vor. Stellen, die als schwindelerregend empfunden werden können, sind geländergesichert. Der Grüne Graben wurde 1678/80 zur Gewinnung von Aufschlagwasser für die Erzgruben und Pochwerke von Pobershau angelegt. Er wird in Kühnhaide von der Schwarzen Pockau abgeleitet und führt auf einer Länge von 8,2km bis in das Gebiet des Katzensteins, wo er eine Wasserscheide überquert. Brücken und durch Felsen gesprengte kleine Tunnels charakterisieren dieses technische Denkmal, dem der pfadartig schmale, passagenweise geländergesicherte Wanderweg im Steilhang folgt. Immer wieder fällt der Blick zwischen den Bäumen hinab ins Schwarzwassertal. Auf dem Katzenstein Der geländergesicherte Katzenstein (706m) erhebt sich ca. 90m über dem Schwarzwassertal und zählt zu den beeindruckendsten Aussichtskanzeln des Erzgebirges. Der Blick fällt hinab ins Tal, aus dem das Rauschen der Schwarzen Pockau heraufdringt, auf dem gegenüberliegenden Rabenberg überwuchert Gestrüpp die Ruinen des alten Raubschlosses Liebenstein, das um 1300 zerstört wurde, weiter flussabwärts zeigt sich die zerklüftete Prallhangwand der Ringmauer. Seinen Namen erhielt der markante Felsvorsprung, weil er aus der Talperspektive einem Katzenkopf geähnelt haben soll. Als der Überhang abzustürzen drohte, wurde er beseitigt. Als Ausflugsziel für »Lustpartien« diente der Katzenstein schon der kurfürstlichen Hofgesellschaft; Johann Georg von Sachsen soll hier 1612 erstmals geweilt und einen »Imbiss« zu sich genommen haben. Die Wetterfahne an der Spitze des Katzensteins zeigt das sagenumwobene »Fegeweib« - Es konnte mit seinem Besen Kanonenkugeln abwehren und fegte sie ins Schwarzwassertal, wo sie bis heute im Fluss liegen. Erst als ein Pastor die Kanonenkugeln gesegnet hatte, verlor das Fegeweib seine Zauberkraft und wurde zerschmettert. – Vom Katzenstein folgen wir dem EB kurz Richtung Pobershau und zweigen oben rechts auf den mit dem Zeichen Gelbstrich markierten Asphaltweg Richtung »Zöblitz« ab. An der Gaststätte »Berghaus« endet der Asphaltbelag, und auf einem Waldweg geht es talwärts. Der ersten Straße folgen wir rechts hinab zum Ausgangspunkt, dem Wanderparkplatz am Naturschutzzentrum.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied200 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortDer Erholungsort Pobershau im mittleren Erzgebirge verfügt mit dem Schwarzwassertal über eines der schönsten Naturschutzgebiete des Erzgebirges und mit dem Grünen Graben über ein eindrucksvolles Bergbaudenkmal. Das Schaubergwerk »Zum Tiefen Molchner Stolln« dokumentiert den historischen Pobershauer Silber- und Zinnbergbau.
AusgangspunktWanderparkplatz an der Naturschutzstation Pobershau im Hinteren Grund (530m) im gleichnamigen Ortsteil von Pobershau im Schwarzwassertal.
TourencharakterDer als Naturschutzgebiet ausgewiesene Teil des von der Schwarzen Pockau durchflossenen Schwarzwassertals bei Pobershau ist das wildeste Schluchttal des Erzgebirges. Der Bergbach entspringt bei Satzung am moorreichen Gebirgskamm und erhielt wegen seines torfdunklen Wassers den Namen »Schwarze« Pockau. Von Satzung bis Kühnhaide folgt er der deutsch-tschechischen Grenze und durchfließt dann vorübergehend ein liebliches Wiesental, ehe sich die Felsen und Felswände auftürmen, die das Tal berühmt gemacht haben - Nonnenfelsen, Teufelsmauer, Katzenstein und Ringmauer. Der Rückweg folgt dem Erzgebirgs-Kammweg im Hang hoch über dem Tal längs des technischen Denkmals Grüner Graben zum sagenumwobenen Katzenstein, der einen spektakulären Tiefblick gewährt.
Beste Jahreszeit
KartentippNaturparkkarte Erzgebirge-Vogtland 1 - 25000, Blatt 5/6 (Landesvermessungsamt Sachsen).
VerkehrsanbindungB 171 »Silberstraße« Marienberg – Zöblitz und an der Kniebreche (Gasthaus) abzweigen Richtung Hinterer Grund. Die nächste Bushaltestelle befindet sich an der Kniebreche.
GastronomieHinterer Grund, Schwarzwassertal (Kühnhaide, Abstecher), Berghaus beim Katzenstein.
Tourismusbüro
Pobershau Gästebüro, Ratsseite Dorfstraße 68, 09496 Pobershau, www.pobershau.de

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