Schwarzwasserhütte

Blick auf den Hohen Ifen (Autor: Wolfgang Taschner, Michael Reimer)
15 km
400 m
3.00 h
Höhlen im Schrattenkalk.
Der Hohe Ifen ist der ganze Stolz des Schwarzwassertals. Etwas unheimlich ist nur, dass sein Inneres von zahlreichen unerforschten Höhlen durchsetzt ist. Diese Höhlen konnten sich bilden, weil das in diesem Gebiet vorherrschende kalkartige Gestein, der so genannte Schrattenkalk, relativ weich und spröde ist. Das Wasser drang im Lauf von Millionen von Jahren immer tiefer in das Gestein ein und hinterließ ein Labyrinth an Gängen und Kammern. Der breite Gipfelstock zeigt sich von der Terrasse der Schwarzwasserhütte in seiner ganzen Pracht. Ihn zu erklimmen, bleibt das beliebteste Wanderziel.
Die Überschreitung des Hohen Ifen.
Der Aufstieg zum Hohen Ifen ist größtenteils von der Hütte einsehbar. Nach Durchschreiten einiger Bachtobel lohnt ein kurzer Zwischenstopp an der Ifersguntenalpe, und sei es nur, um sich mit einem Stück Ziegenkäse für die bevorstehende Wanderung einzudecken. Die Sennerfamilie Troy hat bei über 200 Kühen, 2 Schweinen, 4 Ziegen und 9 Hühnern zwar jede Menge zu tun, für Wanderer jedoch immer ein offenes Ohr. Gerne helfen auch die Kinder Birgit und Florian aus.
Meeresbewohner im Gebirge.
Von der Alpe erscheint der Hohe Ifen bereits zum Greifen nahe. Zunächst verläuft der Weg recht gemütlich über üppig blühende Wiesen. Am Fuß des Berges stoßen wir auf markante Felsformationen, die vor Millionen von Jahren von Meerwasser überspült waren. Teilweise kann man auf der Gesteinsoberfläche noch die Umrisse von Muscheln, Schnecken und Korallen erahnen, die sich seinerzeit an den Fels geklammert haben. Bei der Querung des schuttreichen Südhanges wird der Steig immer steiler, manche Passagen sind mit Drahtseilen gesichert. Schließlich erreichen wir oberhalb einer Weggabelung den kreuzgeschmückten Gipfel.
Über Endmoränen zur Ifenhütte.
Nach Norden bricht der Berg abrupt ab, atemberaubende Tiefblicke tun sich auf. Gut zu erkennen ist das weitläufige Gottesackerplateau, eines der größten Karrenfelder der Alpen. Großartig ist auch die Aussicht auf die Allgäuer und Lechtaler Alpen, die mit zahlreichen dunklen Spitzen kühn in den Himmel ragen. Und auch die in der Sonne leuchtenden Gletscherfelder der Silvretta sind nicht zu übersehen.
Beim Abstieg führt der Weg ein Stück weit an der Abbruchkante des Ifens entlang, bevor die steilste Passage durch einen markanten Einschnitt in die sichtbare Ifenmulde erfolgt. Unten angelangt, folgen wir dem langgezogenen Kar im Schatten der Wandabstürze abwärts. Über den Endmoränenrücken führt die Route auf einen asphaltierten Weg, der uns zur Ifenhütte leitet. Von hier gelangt man auf dem Fahrweg oder alternativ mit dem Sessellift zum Ausgangsort.

Länge.
Bis zur Melköde auf nur leicht ansteigendem Fahrweg durch den Rüchewald talein, dann auf gut markiertem Steig in Abschnitten steil zur Schwarzwasserhütte (2 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied400 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAuenhütte im Schwarzwassertal
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDas Gebiet rund um die Schwarzwasserhütte ist ein klassisches Forschungsgebiet von Geologen, Biologen und Geografen. Bereits der Hüttenanstieg durch das Schwarzwassertal verspricht mit zahlreichen seltenen Pflanzen und Tieren sowie interessanten Gesteinsformationen viel Abwechslung auf engstem Raum. Der Verein »Landschaftsschutz Kleinwalsertal« hat einen Naturlehrpfad angelegt, die Broschüre liegt in allen Tourismusbüros auf.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte Nr. 03, Oberstdorf – Kleinwalsertal, 1:30.000
VerkehrsanbindungMit dem Auto über Oberstdorf in das Kleinwalsertal. Hinter dem Ort Riezlern folgt die Abzweigung in das Schwarzwassertal; Parkplatz an der Auenhütte (Talstation des Ifen-Sesselliftes). Mit der Bahn nach Oberstdorf; dann mit dem Bus nach Riezlern und dort in weiteren Bus bis zum Ifenlift umsteigen.
Informationen
Hüttenporträt. Höhe: 1620 m. Erbaut: 1914–22 (DAV-Sektion Schwaben). Bewirtschaftet: Weihnachten bis Anfang März; vom 1. Juni bis Mitte Oktober. Kulinarischer Tipp: Tiroler Brettljause, Germknödel, Apfelstrudel. Hüttenwirte: Petra und Peter Zwischenbrugger. Telefon: 0043/5517/302 10 (ab 2004 Festnetz durch Stromkabel), Tal: 0043/5333/55 82. Betten: 48. Lager: 43. Materialbeschaffung: Materialseilbahn ab Melköde. Besonderheit: Naturlehrpfad Schwarzwassertal auf dem Weg zur Hütte.
Tourismusbüro
Kleinwalsertal Tourismus, Im Walserhaus, A-6992 Hirschegg, Tel.: 0043/5517 / 5 11 40, Fax: 0043/5517 / 51 14 21, E-Mail: info@kleinwalsertal.com, Internet: www.kleinwalsertal.com

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