Schreckhornhütte, 2529 m

Landschaftlich einmalige Hüttenwanderung mit einigen gesicherten Passagen. Bergerfahrung, Ausdauer und ein sicherer Tritt sind unerlässlich. Bis zum Bänisegg leicht. (Autor: Eugen E. Hüsler)
Von der Seilbahnstation am Pfingstegg (1392 m) führt der Weg hoch über der Gletscherschlucht mit leichtem Höhenverlust taleinwärts, ehe er durch die Sockelfelsen des Mättenbergs gegen das Bäregg ansteigt. Auf der grünen Bergschulter trohnt das Berghaus Bäregg (1775 m; 1:30). Hier wird ein erster Blick auf den Zusammenfluss der Eisströme des Fieschergletschers und des Unteren Eismeers frei. Agassizhorn und Fiescherhörner (4049 m), Mönch (4107 m) und Eiger ragen in den blauen Himmel. Über breite Hängetrasseb gewinnt der Pfad allmählich an Höhe, dann steuert er in ein paar Kehren den grünen Rücken des Bäreggs (1775 m) mit dem neuen Berghaus an. Prächtiger Aussichtspunkt! Dahinter geht's leicht abwärts und etwas oberhalb des Stiereggs vorbei.
Die Wegspur leitet über steinige Wiesen zu einem wilden Bergbach, den man auf einer Brücke trockenen Fußes passiert. Anschließend geht's leicht bergab, bevor der Pfad an dem licht bewaldeten Hang das Bänisegg (1808 m; 2:30 Std.), einen schönen Rastplatz, ansteuert. Dahinter steigt er an der felsdurchsetzten Talflanke über dem Oberen Eismeer an zum Felsriegel des Roten Gufer. Sicherungen (u. a. eine Leiter) helfen über den Steilaufschwung hinweg; faszinierend dabei die Tiefblicke auf den Gletscherbruch, von dem ein eisiger Hauch heraufweht. Ein felsiges Eck ist mit Ketten gesichert; die Wegspur führt über einen Geröllgraben und steigt dann im Linksbogen hinauf zur Schreckhornhütte (2529 m; 5 Std.).
Abstieg auf dem Anstiegsweg (3:15 Std.). Statt mit der Seilbahn nach Grindelwald hinunterzufahren, kann man auch zu Fuß über einen markierten Weg ins Tal hinabwandern (zusätzlich 0:45 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied1350 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSeilbahnstation Pfingstegg (1392 m).
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterWenn's eine Wanderung in der üppigen Angebotspalette Grindelwalds gibt, die man sich bei schönem Wetter keinesfalls entgehen lassen sollte, dann ist es die Tour zur Schreckhornhütte (2529 m). Sie führt mitten hinein in die Region des »ewigen« Eises, in die grandiose Kulisse der zerklüfteten Gletscherströme um Eiger, Mönch, Walcher- und Fieschergrat. Den Auftakt machen packende Tiefblicke in den abgründigen Graben der Grindelwalder Gletscherschlucht. Auf der zweiten Weghälfte, die über bizarren Eiskatarakten des Oberen Eismeers zum Schutzhaus ansteigt, gibt es dann abschnittweise Felskontakt, ist also ein sicherer Tritt wichtig, etwas Kletterfertigkeit auch kein Nachteil. Dass man dann auf dem gleichen Weg absteigen muss, stört in diesem Fall, angesichts der unvergleichlichen Szenerie, überhaupt nicht.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:25 000, Blatt 2520 »Jungfrau-Region«; Kompass 1:50 000, Blatt 84 »Jungfrau-Region«.
MarkierungenWeiß-rot-weiß und weiß-blau-weiß, gelbe Wegzeiger.
VerkehrsanbindungGrindelwald hat Bahnverbindung mit Interlaken. Die Pfingstegg-Seilbahn verkehrt von Ende April bis Ende Oktober von 9–17.30 Uhr; Mitte Juni bis Mitte September von 8-19 Uhr.
Tipps
Starke Eindrücke vermittelt ein Besuch der Gletscherschlucht. Ein kühn angelegter Steg führt fast einen Kilometer tief in den wilden, vom Eiswasser durchtosten Schlund. Am Eingang zur Klamm kommt man am Kristallmuseum vorbei, welches prächtige Mineralien aus den Berner Alpen zeigt. Die Gletscherschlucht (Eintritt) ist Mitte Mai bis Anfang Juli und Ende August bis 20. Oktober 10–17 Uhr, Anfang Juli bis Ende August 9–18 Uhr geöffnet. Im 19. Jahrhundert blühte am Unteren Grindelwaldgletscher der Eisabbau. 1863 beispielsweise förderte man bereits 17 433 Zentner, die dann bis nach Basel und Paris exportiert wurden. Um den Abtransport zu erleichtern, errichtete man 1877 eine etwa zwei Kilometer lange Rollbahn vom Eisbruch hinab nach Grindelwald Grund. Die Förderkapazität stieg auf täglich bis zu 1000 Zentner (kühlendes) Eis!
Informationen
Kleine Variante: Wanderung zum Bäregg, hin und zurück 2 1/4 Std.
Unterkunft
Berghaus Bäregg (1775 m), bewirtschaftet Juni bis Oktober, Tel. 033/853 43 14; Schreckhornhütte (2529 m), bewartet Ende Juni bis Ende September; Tel. 033/855 10 25.
Tourismusbüro
Grindelwald Tourismus, Postfach 124, CH-3818 Grindelwald; Tel. +41(0)33/854 12 12, Fax 854 12 10, E-Mail touristcenter@grindelwald.ch, Internet www.grindelwald.ch

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