Schönfeldhütte

Augenmerk auf gutes Essen (Autor: Wolfgang Taschner, Michael Reimer)
11 km
300 m
1.00 h
Schwäche für gutes Essen.
Die Hüttensanierung war der erste große Akt von Ute Werner und Uwe Gruber nach der Pachtübernahme am 28. August 2003. Dass eine reichhaltige Küche bei den Wanderern gut ankommt, hatten die gebürtigen Sachsen schon auf der Albert-Link-Hütte zwischen Spitzingsee und Valepp erkannt. Denn dort haben sie sich bereits als Hüttenchefs einen Namen gemacht und die Schönfeldhütte aufgrund ihrer positiven Erfahrungen gleich dazu gepachtet. In Zukunft wollen die ambitionierten Pächter das Motto »Da schmeckt’s in den Bergen « auf beiden Hütten praktizieren. Während die Pächter in der Albert- Link-Hütte präsent sind, übernimmt auf der Schönfeldhütte Herr Schulz die Regie.
Die meisten Nahrungsmittel stammen aus der Region: das Wild direkt von einheimischen Jägern und der Biobergkäse vom Almsenner nebenan; ferner wird das Brot in einem kleinen Backhaus an der Albert-Link-Hütte täglich frisch gebacken und auf die Schönfeldhütte geliefert. Die Portionen sind sehr reichlich, sodass niemand die Hütte hungrig verlässt. Und für die Wanderbrotzeit kann man sich mit einer feinen Salami vom Wild eindecken.
Wechselhafte Geschichte.
Die Schönfeldhütte hat im wahrsten Sinne des Wortes eine bewegte Geschichte hinter sich: Kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges schob eine Lawine von den »Wilden Fräulein« die Hütte gleich um zwei Meter nach Süden. Man riss das beschädigte Bauwerk ab und errichtete an gleicher Stelle die heutige Hütte. Des größten Zuspruchs erfreute sich die Schönfeldhütte in den 1970er-Jahren mit bis zu 7000 Übernachtungen pro Jahr, bevor die Resonanz abrupt nachließ. Heute zeigt die Kurve steil nach oben, und wenn es nach den Hüttenpächtern geht, werden die Traumzahlen auch wieder erreicht.
Familienfreundliches Wandergebiet.
Vielleicht klappt es mit Hilfe der Familien, denn das sanfte Almgelände rund um die Hütte ist in Kombination mit dem bequemen Zugang für Kinder wie geschaffen. Einzig der direkte Anstieg vom Spitzingsattel erfordert ein wenig Trittsicherheit, doch über Wurzeln und vereinzelt Felsen zu steigen, macht den Kindern ohnehin mehr Spaß als ewig lange auf einem Forstweg entlangzustapfen. Insofern sollte man den Anstieg vom Spitzingsee über die Schwarzenkopfhütte mit Kindern vielleicht doch besser meiden. Auf weit mehr Resonanz stößt da schon die Seilbahnvariante zum Taubenstein, von dem man bequem zur Schönfeldhütte absteigen kann. Und zu dem einen oder anderen Gipfel wie Jägerkamp, Aiplspitz oder Taubenstein lässt sich der Nachwuchs bestimmt auch überreden.

Länge.
Vom Spitzingsattel führt ein Steig direkt zur Hütte (W 23, 1 Std.). Etwas länger ist der Weg von der Wurzhütte am Spitzingsee über Maxlraineralm und Berggasthaus Igler (1 1/2 Std.). Wer mit der Taubensteinbahn hochfährt, kann bequem zur Hütte absteigen (20 Min.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied300 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSpitzingsee
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterIm Herbst 2003 belagerten nicht Wanderer, sondern Raumausstatter die Schönfeldhütte. Die Innenräume komplett zu sanieren und Küche sowie Kachelofen zu erneuern, erforderte neben hohem Arbeitsaufwand auch einen finanziellen Klimmzug. Dafür präsentiert sich die Hütte seit 2004 in neuem Glanz.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte Nr. 8, Tegernsee – Schliersee – Wendelstein, 1:50.000
VerkehrsanbindungMit der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) von München zum Bahnhof Schliersee, weiter mit dem RVO-Bus zum Spitzingsattel (direkter Anschluss). Autofahrer nehmen die Strecke über Schliersee und zweigen nach Fischhausen-Neuhaus zum Spitzingsee ab (großer Wanderparkplatz).
Informationen
Hüttenporträt. Höhe: 1410 m. Erbaut: 1949 (DAV-Sektion München). Bewirtschaftet: Ganzjährig außer der dritten Aprilwoche und zweiten Novemberwoche. Kulinarischer Tipp: Frisches Wild, Salami, Wild- und Bauernspeck vom Walchsee, frisches Bauernbrot, Biobergkäse. Hüttenwirt: Herr Schulz. Telefon: Hütte: 08026/74 96; Buchungen: 08026/7 12 64. Betten: 16 (8 DZ). Lager: 30. Materialbeschaffung: Auf Fahrweg mit Jeep; im Winter ist ab der Schwarzenkopfhütte eine Pistenraupe mit Anhänger im Einsatz.
Tourismusbüro
Verkehrsamt Fischbachau, Kirchplatz 10, 83730 Fiachbachau, Tel.: 08028/8 76, Fax: 08028/20 40, Internet: www.fischbachau.de

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