Schluchsee, Windgfällweiher, Titisee

Dreiseenwanderung im Hochschwarzwald.
Bequeme Wanderung auf gut ausgebauten Wegen und auf Pfaden. Der Weg am Südufer des Schluchsees ist auch für Fahrräder geeignet. (Autor: Chris Bergmann)
25 km
200 m
7.00 h
Schluchsee.
Vom Bahnhof Seebrugg, dem Endbahnhof der Dreiseenbahn, leiten die Markierungen »gelbe Raute« und »blaue Raute« sowie die Schilder »Seerundweg« zur Jugendherberge und auf dem Fußweg neben der B 500 zur Staumauer. Nach Überqueren der 270 Meter langen Sperrmauer, von der sich ein herrlicher Blick über den See bietet, führt der für Radfahrer und Wanderer geeignete Seerundweg teils im Wald, meist aber mit sehr schöner Aussicht zum Unterkrummenhof, wo man zünftig einkehren kann. Weiter geht es auf dem aussichtsreichen Seerundweg zum Naturbadestrand in der Westbucht, von dort erreicht man nach Unterqueren der B 500 die Verzweigung beim Bahnhof Aha - Rechts hinauf geht es zum Bahnhof, während wir der Markierung »blaue Raute« nach Unterqueren der Bahntrasse links durch den Wald zum Windgfällweiher folgen.
Am Windgfällweiher.
Der von Wald und Mooren umgebene Windgfällweiher ist ein erfrischendes Bade- und Angelgewässer mit Barschen, Hechten, Karpfen und Forellen und sommerlichem Seerosenschmuck. Die Lage im Wald und die Wasserzufuhr aus dem Feldberggebiet – durch einen 10 Kilometer langen Hangkanal, der teilweise als Stollen ausgebaut ist – haben recht kühle Wassertemperaturen zur Folge, sodass hier weniger Badebetrieb und meist eine ruhigere Stimmung herrscht mit im Vergleich zu Schluchsee und Titisee geringen Besucherzahlen. Das Waldstrandbad ist von Pfingsten bis Ende des Sommers geöffnet, es verfügt neben einem kleinen Kiosk über eine Surfstation mit Surfschule, Tischtennis, Toiletten, Umkleidekabinen und einen Kinderspielplatz. An der Straße am Nordende des Sees lädt das Hotel »Seehof« zur Einkehr ein. Der vom Kähner- und vom Kohlbächle gespeiste Gletschersee, an dessen Ufern im Lauf der Jahrtausende Moore entstanden, liegt auf der Wasserscheide zwischen Haslach und Schwarza und entwässerte ursprünglich nordwärts zur Haslach. Durch Errichtung eines Damms, auf dem heute die Straße Richtung Raitenbuch verläuft, wurde er um 1880 aufgestaut und diente der Schraubenfabrik Falkau als Reservebecken für ihre Wasserkraftanlage. Nach der Stilllegung der Fabrik (1929) erwarb die Schluchseewerke AG die Wasserrechte und vergrößerte das Fassungsvermögen. Über einen offenen Holz- und Steinkanal wird das Wasser aus dem Windgfällweiher dem Schluchsee zugeleitet.
Altglashütten im Haslachtal.
Vom Hotel »Seehof« am Windgfällweiher führt die »blaue Raute« ins nahe Altglashütten. Der Wintersportplatz Altglashütten im oberen Haslachtal ist das Verwaltungszentrum der Gemeinde Feldberg und sommers wie winters ein viel besuchter Ausgangspunkt für Wanderungen, Mountainbike- und Skitouren. Rund um die katholische Kirche Sankt Wendelin, bei der sich in der Kirchgasse auch die TouristInformation befindet, gruppieren sich im Hang die Häuser des Fremdenverkehrsorts, dessen Geschichte 1634 mit der Gründung einer Glashütte begann. 1669 verkauften die Fürstenberger die Häuser an die dort wohnenden 40 Glasmacherfamilien. Das alte Glasmachergewerbe wurde durch die Glasbläserei »Glaskunst Altglashütten« neu belebt.
Zur Siedlung Bärental.
Bei der Tourist-Information in Altglashütten verlassen wir die »blaue Raute« und folgen der »gelben Raute« hinab zum nahen Bahnhof AltglashüttenFalkau, dort links Richtung Bärental und bei der Feldberghalle rechts, weiter Richtung »Bärental«. Der Wanderweg taucht bald in den Wald ein, führt durch das Moor-Naturschutzgebiet Rotmeer und mit mehreren Verzweigungen in die Hotel- und Gasthofsiedlung Bärental. Bärental an der Verzweigung der B 500 Titisee – Schluchsee und der B 317 Titisee – Feldberg – Basel ist bekannt durch den höchstgelegenen Bahnhof Baden-Württembergs (967 m) und ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen in alle Himmelsrichtungen. Nach Unterqueren der B 317 führt der Wanderweg durch den kleinen Kurpark zum Bahnhof. Bis hier sind die Wege recht bequem, die folgende Passage im Seebachsteilhang ist zuweilen pfadartig schmal: Ab jetzt ist die »rote Raute« des Westwegs unsere Markierung.
See und Ort Titisee.
Je näher der Titisee rückt, desto breiter wird wieder der Weg, die erste Einkehr- und Bademöglichkeit am See bietet sich am Seehäusle am Campingplatz, durch den der Westweg hindurchführt, ehe er der schönen Promenade am Ostufer in den Ort Titisee folgt. Der Titisee ist der größte natürliche See des Schwarzwalds. Die Senke, die der 1,1 km2 große und bis zu 46 Meter tiefe See füllt, wurde von einem vom Feldberg ausstrahlenden Gletscher der Würmeiszeit ausgehobelt, nach dem Ende der Eiszeit riegelte eine Endmoräne die Senke ab, die sich daraufhin mit Wasser füllte. Der Ausfluss des sagenumwobenen Titisees ist die Gutach, die sich unterhalb von Neustadt mit der Haslach zur Wutach vereinigt. Der heilklimatische Vier-Täler-Kurort Titisee am See ist einer der meistbesuchten Ferienorte des Schwarzwalds. Das kristallklare Wasser des landschaftlich wunderschön gelegenen Sees lockt Tausende von Badelustigen an, die Seestraße ist nach ihrer Umwandlung zur Fußgängerzone und Seepromenade eine der schönsten Flaniermeilen im südlichen Schwarzwald. Am Ende dieser von vielen Geschäften gesäumten Promenade geht es vor der Eisenbahnunterführung rechts hinauf zum Bahnhof.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour25 km
Höhenunterschied200 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
StartortSchluchsee (950 m), heilklimatischer Kurort am größten See des Schwarzwalds.
AusgangspunktBahnhof Seebrugg am Schluchsee an der B 500, Endstation der Dreiseenbahn.
EndpunktBahnhof Titisee.
TourencharakterVom Schluchsee, dem Wassersportparadies des Hochschwarzwalds, führt die abwechslungsreiche Dreiseenwanderung zum Windgfällweiher, in dem ebenfalls gebadet werden kann, und hinab zum dritten Badesee, dem Titisee. Am Wanderweg liegen die durch die Dreiseenbahn verbundenen Bahnhöfe Seebrugg, Aha, Altglashütten, Bärental und Titisee, sodass sich die Wanderung je nach Kondition und Wetter in der Länge beliebig variieren lässt. Als alternativer Ausgangspunkt empfiehlt sich der Bahnhof Aha, dann reduziert sich die Streckenlänge auf 15 km.
Beste Jahreszeit
KartentippWanderkarte 1 - 30000 Hochschwarzwald Feldberg-Schluchsee oder Freizeitkarte 1:50000 Blatt 509 Waldshut-Tiengen/ Naturpark Südschwarzwald, Blatt 4 (Landesvermessungsamt Baden-Württemberg).
VerkehrsanbindungDreiseenbahn Titisee – Aha – Schluchsee. Mit dem Auto B 500 Triberg – Titisee – Schluchsee – Waldshut.
GastronomieSeebrugg, Unterkrummenhof, Aha, Windgfällweiher, Altglashütten, Bärental, Titisee.
Tipps
Dreiseenbahn. Von der Höllentalbahn zweigt in Titisee die Dreiseenbahn durch den Hochschwarzwald zum Windgfällweiher und zum Schluchsee ab. Entsprechend der touristischen Bedeutung der 1926 eröffneten Bahn wurden die Stationsgebäude im Stil traditioneller Schwarzwaldhäuser mit oft tief heruntergezogenen Dächern errichtet. Vom Titisee windet sich die heute im Stundentakt von doppelstöckigen DB-Bahnen befahrene Strecke hinauf zum höchstgelegenen Bahnhof Baden-Württembergs in Feldberg-Bärental (967 m) und führt dann nach Altglashütten-Falkau, am Windgfällweiher vorbei nach Aha am Schluchsee und am Schluchsee entlang nach Seebrugg. Von dort bestehen Busanschlüsse nach Sankt Blasien. Ursprünglich sollte die Dreiseenbahn über Oberschwarz und Häusern nach Sankt Blasien weitergeführt werden, dieser Plan kam wegen zweier nicht realisierter Tunnelprojekte nicht zur Ausführung, weshalb Sankt Blasien über einen Bahnhof verfügt, der nie einen Zug gesehen hat.
Tourismusbüro
Tourist-Information Schluchsee, Fischbacher Straße 7, 79857 Schluchsee, Tel. 07656/7732, www.schluchsee.de. Tourist-Information Feldberg, Kirchgasse 1, 79868 Feldberg-Altglashütten, Tel. 07655/8019, www.feldberg-schwarzwald.de. Tourist-Information Titisee, Strandbadstraße 4, 79822 Titisee-Neustadt, Tel. 07651/98040, www.titisee.de

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