Schlaraffenland Kenzengebiet

Land der unzähligen Möglichkeiten für jedermann Normalweg von Osten auf die Hochplatte auf guten Steigen, keine gefährlichen Stellen, trotzdem Trittsicherheit hilfreich; Weiterweg zur Krähe mit einer felsigen, drahtseilgesicherten Passage wesentlich anspruchsvoller. (Autor: Dieter Seibert)
11 km
1070 m
5.00 h
Normalweg auf die Hochplatte (2082 m) Von der Hütte führt der anfangs breite, holperige Weg zunächst in südöstlicher Richtung durch Wald bergan, dann nach Süden auf das schöne Weidegelände der Scheinbergalpe, über der die malerischen Felsen des Vorderen Scheinbergs (1827 m) in den Himmel ragen. Auf den Matten wandern wir talein bis unter den Lösertalkopf und dort dann nach rechts durch die Hochmulde mit der Bezeichnung Beinlandl in einen Sattel. Es folgt bald danach ein kleines Karstgebiet, das vom Schlössl, einem bescheidenem Felsen, flankiert wird. Durch das verkarstete Gelände gelangen wir in einen 1815 m hohen Sattel nördlich eines 1843 m hohen Kopfs. Durch den ebenfalls verkarsteten Wilden Freithof geht es nun bis unter das Osteck der Hochplatte. Steil steigen wir zu diesem empor, dann auf der kurzzeitig schmalen Schneide (Drahtseilgeländer) an das Gipfelmassiv heran und etwas rechts der Kante zum Kreuz auf dem Ostgipfel (2079 m). Das ist das übliche Ziel der meisten Bergwanderer. Den um 3 m höheren Hauptgipfel erreicht man in ein paar Minuten über den nun schärferen Grat auf einem nur noch bescheidenen Steig. Übergang zur Krähe (2012 m) Der Weiterweg über den Westgrat ist deutlich anspruchsvoller als die schon beschriebene Route; Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind notwendig. Auf dem ausgeprägten Grat geht es nach Westen – einer felsigen Stelle weicht man in der steilen Südflanke aus (Drahtseile). Die folgende Passage überwindet man auf einem Band in der Nordflanke und kommt so zur Westschulter. Dann steigt man auf dem steinigen, teilweise mit Schrofen durchsetzten Grat hinab zur Scharte am Fensterl (1916 m), einem großen, doppelten Felsenfenster, durch das ein direkter Abstieg ins Gumpenkar möglich ist. Links wandern wir um den folgenden Felskopf herum, dann über Gras auf die Krähe (2012 m), die nach Norden mit wilden Wänden abbricht. Rückweg über den Kenzensattel Von der Krähe führt der Weg kurz über den Grasrücken nach Westen in eine Lücke, dann rechts durch eine Einbuchtung hinab in den schmalen Gabelschrofensattel (1915 m). Unter der sehr eindrucksvollen Nordwand der Krähe in Serpentinen steigt man hinab ins verkarstete Gumpenkar, das man mit einigem Auf und Ab auf dem rechten der beiden Wege in einem Bogen durchquert. Nach einem Gegenanstieg erreicht man den Kenzensattel (1650 m), der von den bizarren Zacken der Kenzennadeln überragt wird (Abstecher auf den Kenzenkopf siehe unten). Drüben geht es durch ein schmales Kar, die Gasse, hinab zu einem Riesenblockfeld und nach einer Bachüberquerung über eine letzte Stufe zurück zur Kenzenhütte. Mit Familie und Kindern Ein Ausflug Richtung Kenzenkopf (1730 m) serviert in kurzen Abständen einen Wasserfall, einen klaren Bach, Quellen, ein gigantisches Blockfeld zum Klettern und Forschen, eine Felswand, wo man eventuell die extremen Kletterer – selbst mit bloßem Auge – bestaunen kann, und einen Gipfel mit Steig, der trotzdem kleine Kraxeleinlagen bringt. Die entsprechende Route - Von der Kenzenhütte (1294 m, knapp dahinter der Kenzen-Wasserfall) auf dem unteren, bei Nässe schmierigen Steig über eine leicht felsige Stufe zum klaren, hier noch ganz »jungen« Kenzenbach; links am Fuß der Hänge mehrere Quellen. Im schmalen Kar, Gasse genannt, weiter empor zu einem Blockfeld mit einem Labyrinth gewaltiger Gesteinstrümmer, einem herrlichen Tummelplatz für Kinder. Direkt oberhalb ragen die glatten Kletterwände des Kenzenkopfs empor mit einigen interessanten, sehr schwierigen Routen. Durch die Gasse geht es etwas mühsam in den Kenzensattel (1650 m) mit den bereits erwähnten Kenzennadeln. Rechts ab und auf kleinem Pfad auf den Westgipfel des Kenzenkopfs (1730 m) mit einmaligem Tiefblick auf die Ostallgäuer Seen. Von dort oben zeigen sich auch fast alle Gipfel des Kenzengebietes; man gewinnt so einen idealen Überblick. Gleich gegenüber ragt zudem der Geiselstein mit seiner wilden Ostwand auf, ein eleganter Dreikant aus bestem Fels mit Dutzenden von Kletterrouten; er wird überschwänglich auch als das »Ammergauer Matterhorn« bezeichnet.

Dauer - Gesamtgehzeit für die Überschreitung der Hochplatte 5 1/2 Std. Auf die Hochplatte 2 1/2 Std. Übergang zur Krähe knapp 1 Std. Rückweg zur Kenzenhütte knapp 2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied1070 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBuching (805 m) und Trauchgau (792 m), größere Dörfer am Fuß der Trauchberge. Dazwischen das Dörfchen Halblech mit großem Parkplatz (826 m) an der Halblechbrücke; Startplatz des Kenzenbusses.
TourencharakterZuhinterst in einem 12 km langen Waldtal, dem Halblechtal, versteckt sich eine der reizvollsten Tourenregionen Bayerns mit 14 Gipfeln von ganz markanten Formen und bis zu 2082 m Höhe. Das ist das Kenzengebiet, ein richtiges Mustergebirge im Kleinen, mit der gleichnamigen, privaten, ganz zentral gelegenen Hütte, die man mit einem Kleinbus oder dem Mountainbike erreicht. Dort oben gibt es wirklich alles. Man findet Möglichkeiten vom Modeberg wie der überragenden Hochplatte, die mit Steigen erschlossen ist, über ganz einsame Ziele bis hin zum berühmten Kletterberg Geiselstein (1884 m), einer hellen, eleganten Pyramide mit bis zu 400 m hohen Wänden.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte des Bayerischen Landesvermessungsamt 1 - 50000, Blatt Füssen und Umgebung.
VerkehrsanbindungVon Norden über Steingaden oder von Füssen jeweils auf der B 17 nach Halblech. Busverkehr auf den gleichen Strecken.
GastronomieKenzenhütte (1294 m), privat, 60 Schlafplätze, Tel. 08368/550.
Höchster Punkt
Hochplatte (2082 m) Krähe (2012 m) Kenzenkopf (Westgipfel, 1730 m)
Unterkunft
Wie Einkehr.
Tourismusbüro
Gästeinformation Trauchgau, Bergstr. 2a, 87642 Halblech, Tel. 08368/285, E-Mail: info@halblech.de.
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