Schildenstein, 1613 m

Spannende Gipfelrunde mit felsigem, teilweise etwas ausgesetztem Anstieg durch die Wolfsschlucht (Sicherungen). Hier ist ein sicherer Tritt unerlässlich; Ende Mai/Anfang Juni blüht massenhaft der Frauenschuh. Schönes Gipfelpanorama (Autor: Eugen E. Hüsler)
In die Wolfsschlucht Wir lassen den geschichtsträchtigen Platz links liegen und nehmen den Weg ins »ungeheure Gebirge« unter die Füße. Vom Parkplatz führt eine Sandstraße flach taleinwärts nach Siebenhütten (836 m; 0.20 Std.). Der Fahrweg endet bei der Königshütte (931 m), von der sich ein bemerkenswerter Blick auf die felsigen Nordabstürze der Blauberge bietet. Dahinter wird aus der Piste ein schmaler Weg, dann eine mehr oder weniger deutliche Spur im breiten Geröllbett der Felsweißach, die immer tiefer in die Wolfsschlucht hineinführt. Die Bergflanken links und rechts werden steiler, felsiger, der Horizont zunehmend enger. Eine gemeißelte Inschrift weist zum Eingang in die Kleine Schlucht, die von links mündet (kein Weg!), wenig weiter warnt rechts eine Tafel (Lebensgefahr!) vor Abwegen (1.15 Std.). Hinauf in die Blauberge Nun geht’s jäh hinauf, da und dort über blanken Fels und an einigen Stellen mit Drahtseilen gesichert. Die Route folgt zunächst einer steilen, teilweise bewaldeten Rippe, wendet sich dann nach links, quert ansteigend einen schrofigen Hang zu einer Felskuppe (Drahtseil). In einem Graben steigt man weiter bergan, dann leitet der Wegetwas heikel über eine abschüssige Sand - reiße (Drahtseile). Der Hauptkamm der Blauberge istnunrecht nahe; derHanglegt sich zurück und der »Grat« erweist sich dann als eine licht bewaldete, wellige Almregion (2.45 Std.). Zum Gipfel An der folgenden Verzweigung hält man sich rechts; der markierte Weg läuft erst flach, dann sanft ansteigend in den Sattel (1536 m) unter dem Schildenstein (1613 m). Rechts durch Latschengassen hinauf gegen den felsigen Gipfelkopf und über Schrofen zum Kreuz (3 Std.). Die Aussicht kann sich sehen lassen: eine gelungene Mischung zwischen nah und fern, mit Durchblicken nach Süden bis zum Hochfeiler und zum Olperer in den Zillertaler Alpen. Blickfang im Südosten ist der Guffert, unverkennbar mit seiner markanten Scharte am Gipfelgrat; links dahinter guckt Österreichs Höchster, der Großglockner (3798 m), ins Bild. Hinab zur Königsalm Der Abstiegsweg führt aus der Senke unter dem Gipfel hinunter in den Wald, dann übers »Schanzl« weiter bergab zum Graseck (1205 m), wo der Weg nach links zur Königsalm (1114 m; 4 Std.) abknickt. Sie hat ihren Namen nicht ganz zufällig; König Max I. Joseph erwarb die Alm 1821 für den stolzen Preis von 44 000 Gulden und baute sie zu einem Musterbetrieb aus. Bemerkenswert ist die Almhütte, 1723 erbaut und später vergrößert. Der über 40 Meter lange Bau steht auf einem Bruchsteinsockel und ist mit Schindeln gedeckt. Max I. Joseph ließ daneben das »Chalet« als Kavaliershaus errichten; über der Molkekammer befand sich ein Salon. Abstieg Von der Königsalm wandert man am Klammbach entlang talauswärts, dann in sanftem Anstieg zur Geißalm (1112 m). Dahinter führt der Weg hoch über dem wilden Klammgraben, steile Hänge querend, hinaus zum Westrücken des Hohen Gernberges, mit Ausblicken auf Roß- und Buchstein. Im Wald geht’s dann durch seine Nordflanke bergab. Unweit von Wildbad Kreuth stößt man auf den Hinweg. Auf ihm links zurück zum Parkplatz (4.45 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied850 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortKreuth (783 m) im Tegernseer Tal
AusgangspunktParkplatz (800 m) an der B 307, 1 km westlich der Zufahrt zum Wildbad Kreuth
EndpunktParkplatz (800 m) an der B 307, 1 km westlich der Zufahrt zum Wildbad Kreuth
TourencharakterAn ihm kommt man nicht vorbei, auch wenn man auf dem Weg in die Wolfsschlucht gar nicht an ihm vorbeikommt: Wildbad Kreuth. Der Ort hat Geschichte gemacht, vor Jahrhunderten, aber auch erst in jüngster Zeit. Urkundlich erstmals genannt wird das Bad 1490; wenig später ließ der Tegernseer Abt Heinrich V. ein erstes Badehaus errichten. 1818 erwarb König Max I. Joseph das Anwesen und baute es in den folgenden Jahren zu einer »Molken- und Badeanstalt« um, einem lang gestreckten Biedermeierbau, in dem heute die Hans-Seidl-Stiftung residiert, die sich der politischen Bildung im Sinne der CSU verschrieben hat. Promis Allerlei Prominenz besuchte das Wildbad im hintersten Tegernseer Tal schon zur Zeit der Monarchie. Kaiser Franz Joseph I. war zu Gast, die russischen Zaren Nikolaus I. und Alexander I., Amelie von Leuchtenburg, Kaiserin von Brasilien. Sie dürften sich hier wohlgefühlt haben, war doch »überall comfortabler Eleganz Rechnung getragen, Ordnung und Reinlichkeit sichtbar«. Auch die Natur hatte es den Gästen angetan, »wo sich allerwärts ungeheure Gebirgs- und Felswände thürmen«.
KartentippAV-Karte 1:25000, Blatt 7/1 »Tegernsee- Schliersee«
MarkierungenDurchwegs markierte Wege
VerkehrsanbindungVon Lenggries über den Achenpass (940 m) oder vom Tegernsee via Kreuth zum Parkplatz an der B 307
GastronomieSiebenhütten, Pfingsten bis Allerheiligen (Dienstag geschlossen); Königsalm, Mitte Juni bis Ende September (Dienstag Ruhetag)
Tourismusbüro
Tourist-Information, 83708 Kreuth, Tel. 08029/1819, info@kreuth.de, www.kreuth.de

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