Schartschrofen und Große Schlicke

Mitten hinein in die Tannheimer Bergwelt mit ihren gewaltigen Kalksteingipfeln! Große Schlicke und Schartschrofen gehören zu den spektakulärsten Aussichtsgipfeln des Tannheimer Tales, die in keinem Wanderführer fehlen sollten. Die Wege vom Füssener Jöchle sind relativ kurz, sodass wir beide Bergbesteigungen zu einem wunderschönen Tagesprogramm in den Tannheimer Bergen verknüpfen können. (Autor: Gerald Schwabe)
13 km
500 m
4.00 h
Die Seilbahn bringt uns zügig und in der Regel ohne Wartezeit hinauf zum Füssener Jöchle (1813m). Bereits gleich nach dem Verlassen der Kabine haben wir eines unserer beiden heutigen Ziele direkt vor Augen. Vor uns breitet sich ein weiter Kessel aus, der sich zum Ostallgäu hin öffnet und über dem sich die markante Spitze der Großen Schlicke erhebt.

Am rechten Hang dieses weiten Kessels wandern wir leicht ansteigend zu einer Scharte, die den Übergang zum schönen Raintal bildet. Dessen gesamte Südseite wird von der imposanten Felslandschaft der Tannheimer Berge eingenommen, die sich vor uns ausbreiten: Rote Flüh, Gimpel, Köllenspitze und Gehrenspitze – beeindruckende Felsgiganten aus hellem Wettersteinkalk, die das Herz jedes Kletterers höherschlagen lassen.

Wir wenden uns nach rechts und queren im weiten Bogen den Hang unterhalb der Läuferspitze bis zu einer weiteren kleinen Scharte. Dort wechseln wir auf die gegenüberliegende Seite des Hanges und genießen den herrlichen Blick über das Tannheimer Tal. Wir folgen dem etwas holprigen Pfad durch dichtes Latschengehölz, der wenige Höhenmeter hinab zu einer dritten Scharte führt, ehe der steile Gegenanstieg hinauf zum Schartschrofen (1968m) erfolgt. Welch ein gigantisches Panorama: Zum Greifen nah recken sich Rote Flüh und Gimpel vor uns in den Himmel, im Südwesten schweift der Blick über das weite Tannheimer Tal und die Allgäuer Alpen. Tief unter uns schimmert der grüne Haldensee.

Der Schartschrofen wird überwiegend von Kletterern besucht, die von Osten über den Friedberger Klettersteig hinaufsteigen, aber als Aussichtswarte ist er auch für »normale« Wanderer ein wunderbares Ziel.

Auf die Große Schlicke

Nachdem wir uns sattgesehen haben, nehmen wir unser zweites Etappenziel in Angriff und wandern denselben Weg wieder zurück bis zur ersten Scharte in Sichtweite der Seilbahnstation. Dort folgen wir der Beschilderung zur Großen Schlicke und queren den Latschen bestandenen Südhang des Hahnenkopfes, wobei wir leicht an Höhe verlieren. Am tiefsten Punkt des Weges zweigt ein steiler Pfad hinunter ins Raintal ab. Für uns beginnt an dieser Stelle der Aufstieg entlang dem Südhang hinauf zur Großen Schlicke, deren Gipfel vor uns aufragt.

Der Weg verläuft abwechselnd durch dichte Latschenbestände und offene Wiesenflächen und passiert die Vilser Scharte, an der links ein extrem steiler Abstieg hinunter ins Vilstal beginnt. Hinter der Scharte wird der Anstieg merklich steiler, um schließlich die letzten Höhenmeter in engen Serpentinen hinauf zum Gipfelgrat und zur Großen Schlicke (2060m) zu führen. Die Nordseite des Berges wird von steilen Felsabbrüchen gebildet, nach Süden hin bieten fast ebenso steile Grasflächen Platz zur gemütlichen Rast im Angesicht der Tannheimer Kalkgipfel. Und haben wir vom Schartschrofen den Blick ins Tannheimer Tal genossen, so zeigt sich die Schlicke als fantastischer Panoramaberg hinüber ins Ostallgäuer Seenland.

Im Vergleich zum Schartschrofen geht es hier oben schon etwas belebter zu, aber die Aussicht mag für die Fülle entschädigen – und auf dem langen Gipfelgrat findet sicher jeder ein ruhiges Plätzchen. Der Rückweg zur Seilbahn erfolgt bequem auf dem gleichen Weg.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied500 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortGrän, 1138m
AusgangspunktSeilbahn-Talstation Füssener Jöchle 1205m/-Bergstation, 1813m (www.lifte-graen.com)
EndpunktSchartschrofen, 1968m; Große Schlicke, 2060m
TourencharakterDank der Seilbahn eine relativ einfache Wanderung im alpinen Bereich. Schmale, alpine Pfade, die den trittsicheren Wanderer problemlos auf zwei herrliche Aussichtsberge führen.
Beste Jahreszeit
KartentippUK L 10 Füssen und Umgebung 1:50 000, Bayerisches Landesvermessungsamt; Zumstein Wanderkarte Nr. 1 Füssen
VerkehrsanbindungParkplatz direkt an der Seilbahn- Talstation, mit Bus und Pkw erreichbar
GastronomieSonnenalm, 1821m (Seilbahn- Bergstation)
Höchster Punkt
Große Schlicke, 2060m

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