Schafsiedel (2447 m), Aleitenspitze (2449 m) und Schwebenkopf (2354 m)

Sehr lange und anstrengende Rundtour. Bis zum Schafsiedel verläuft die Route auf markierten Bergpfaden und ist leicht. Der Übergang zu Aleitenspitze und Schwebenkopf verlangt ein gutes Orientierungsvermögen, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und freie Sicht. Die Felsen sind bei Nässe so rutschig, als wären sie mit Schmierseife eingerieben. Routenetappen in steilen Grashängen erfordern Sorgfalt. Stöcke sind dringend zu empfehlen! Solides, wasserfestes Schuhwerk ist für die langen, sumpfigen Etappen notwendig. Da die ideale Route schwer zu finden ist, sollte man nach Möglichkeit ein GPS-Gerät zur Navigation verwenden. Damit ließe sich auch im Nebel durchfinden. (Autor: Siegfried Garnweidner)
Ein paar Minuten auf dem Fahrweg nach Süden im Wald hinauf bis zur Linkskehre, dort geradeaus auf einem steinigen Bergweg weiter. Ab der Höhe von ca. 1440 m quert der Weg eine Fahrstraße und tangiert sie im weiteren Verlauf mehrmals. Ein längeres Stück muss man dann auf dieser Straße gehen. Dabei geht es am Goldbründl vorbei, das es zwar noch gibt, das aber im Straßengraben seinen Reiz eingebüßt hat. Bei der Kuhwildalm verlässt man die Almstraße und geht den letzten kurzen Stich zur Bamberger Hütte hinauf. Von der Hütte auf dem Wanderweg in der gleichen Richtung, also gegen Südwesten, weiter. Etwa 150 m vor der Roßwildalm-Jagd- und -Fischerhütte zweigt an beschilderter Stelle der Anstieg zum Schafsiedel ab. Dort rechts halten und über freie Hänge gegen Nordwesten nicht zu steil durch Alpenrosenbuschwerk hinauf. An einem munteren Bachlauf entlang erreicht man den Stauwall des Unteren Wildalmsees (1937 m). Der Weg führt über den Wall und auf der linken Seite am Südufer des Sees entlang. Nach einer kurzen Flachetappe am See dreht die markierte Route links ab und steigt durch steinige Berghänge deutlich steiler an. Am Rande einer Sumpfwiese wird schließlich das Südufer des Mittleren Wildalmsees (2028 m) erreicht. Auch diesen See nach links verlassen, um neben einem großen Blockfeld anzusteigen. Bald wird es flacher, und die deutlichen Markierungszeichen weisen über steinige Bergwiesen nach Westen hinauf. Ab der Höhe von rund 2040 m beschreibt der Bergweg ein paar weite Kurven. Dabei führt er in wechselnder Steigung über Blockwerk und stößt zum Oberen Wildalmsee auf 2324 m Höhe. Von ihm ist es gegen Westen nicht mehr weit zum Gipfelkreuz hinauf. Dort ist allerdings der höchste Punkt des Schafsiedels noch nicht erreicht, denn der liegt weiter südlich und ist mit ein paar Stangen markiert. Zu ihm kann man über Blockwerk relativ einfach hinüberqueren.
Abstieg.
Wer sich einen gemütlichen Bergtag gönnen möchte, beendet dort die Tour und steigt wieder über den Aufstiegsweg ab. Sucht jemand aber das Abenteuer und ist entsprechend gerüstet, kann er bei guter Sicht den Weiterweg über Aleitenspitze und Schwebenkopf riskieren. Diese einsame Route verläuft anfangs auf der Grathöhe, dann meist links unterhalb am felsigen Gratverlauf nach Süden, bis man schließlich am Grasgipfel der Aleitenspitze (2449 m) ankommt. Nun keinesfalls am Grat in der gleichen Richtung weitergehen, sondern sich rechts halten und links neben einem Rücken nach Süden absteigen, bis man zu einem Schafweg stößt. Auf ihm nach rechts und zum Schwebenkopf hinüber. Von diesem unauffälligen Gipfel in weglosen, steilen Grashängen den besten Durchschlupf zur Schwebenlacke hinunter suchen und dabei sorgfältig auf die steilen, gefährlichen Abbrüche achten. Bei diesem stillen Bergsee scharf rechts abdrehen. Man kommt wieder zu einem alten, undeutlichen Pfad, der gegen Westen sehr steile Grashänge quert. An geeigneter Stelle links halten und ein breites Hochtal nach Osten hinab. Dort entspringen mehrere Bäche, die sich zur Salzach vereinen. Im flachen, sumpfigen Schwebenboden schwenkt man, der mäandrierenden Salzach folgend, etwas rechts ab. An einer Schäferhütte beginnt auf der linken Salzachseite ein deutlicher Bergpfad. Auf ihm nach Süden hinab, bis sich dieser Weg wieder verliert. Nun immer in der gleichen Richtung links der Salzach über freie Hänge nach Süden weiter und schließlich zu einem markierten Wanderweg. Auf ihm links weiter, an der Verzweigung ebenfalls links und in mühsamem Gegenanstieg zum Markkirchl im Salzachjoch hinauf. Von dort dem sanft auf und ab führenden breiten Weg nach Nordosten folgen, bis hinter der Roßwildalm-Jagdhütte der Anstiegsweg erreicht ist. Auf ihm ins Tal zurück. Wer lieber auf der breiten Almerschließungsstraße geht, um Knie- und Hüftgelenke zu schonen, muss darauf achten, spätestens auf der Höhe von ca. 1440 m wieder auf den Wanderweg einzuschwenken, sonst erreicht er den Ausgangspunkt nicht.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied1400 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz beim Gasthof Wegscheid im Kurzen Grund (1148 m)
EndpunktParkplatz beim Gasthof Wegscheid im Kurzen Grund (1148 m)
TourencharakterRund um die Bamberger Hütte finden wir eine ganze Reihe von Wandergipfeln, die in ihrer Art für die Kitzbüheler Alpen typisch sind. Über der Waldgrenze wechseln sich im Panorama diese Bergsilhouetten mit ausgedehnten Weidehängen, Alpenrosenbuschwerk, ein paar dunklen Seeaugen und felsigen Gipfelhäuptern ab. So lassen sich die meisten dieser Berge im Wandergebiet um die Bamberger Hütte charakterisieren, und so sieht es auch auf der hier vorgestellten weiten Rundwanderung aus.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Wanderkarten 1:50000, Blatt 28 (Vorderes Zillertal–Rofan–Wildschönau) und Blatt 29 (Kitzbüheler Alpen)
MarkierungenBis zum Schafsiedel gibt es deutliche Markierungszeichen. Der Übergang vom Schafsiedel über Aleitenspitze und Schwebenkopf ist weglos und nicht markiert. Streckenweise lässt sich die Route nur schwer finden.
VerkehrsanbindungMit dem Auto über Hopfgarten bzw. Brixen im Thale nach Kelchsau und von dort auf mautpflichtiger Straße durch den Kurzen Grund zum Ausgangspunkt
GastronomieGasthaus Wegscheid am Ausgangspunkt und Bamberger Hütte
Tipps
Zusatzgipfel. Weitere lohnende und beliebte Gipfelziele im Wandergebiet um die Bamberger Hütte sind Dristkopf (2361 m), Kröndlhorn (2444 m) und der Östliche Salzachgeier (2466 m).
Höchster Punkt
Aleitenspitze (2449 m)
Unterkunft
Bamberger Hütte
Tourismusbüro
Kelchsau, Tel. 0043/5335/8105; www.hohe-salve.com
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