Schachenschloss und Meilerhütte

Der Anstieg von Mittenwald zum Schachen erfolgt auf leichten Bergwander- bzw. Wirtschaftswegen, der weitere Anstieg zur Meilerhütte auf einem Bergsteig. Der Abstieg vom Schachen ins Reintal ist steil und setzt Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraus. Weiterer Abstieg durchs Reintal auf einem Bergwander-, dann auf einem Forstweg; durch die Partnachklamm auf gut angelegtem Steig mit Geländern und Tunneln. (Autor: Heinrich Bauregger)
34 km
1967 m
10.00 h
Doch auf unserer Strecke quer durchs Wettersteingebirge folgen zahlreiche weitere Höhepunkte. Erste größere Station am Weg ist der Lautersee (hier gibt es ein kleines Strandbad mit Ruder- und Tretbooten sowie Wirtschaften zum Einkehren). Nur wenig oberhalb liegt der stillere Ferchensee mit einem Gasthaus. Nächste Station ist die Wettersteinalm, die bereits mehrere Jahrhunderte alt ist. Im Sommer weiden dort oben bis zu 130 Stück Jungvieh.Das Königshaus auf dem Schachen ist dann der eigentliche Höhepunkt: Es wurde im Jahr 1877 von König Ludwig II. als Jagdschloss errichtet. Ungewöhnlich daran ist vor allem der »Türkische Saal« im ersten Stock. Das Schachenschloss ist gegen Gebühr zu besichtigen. Unterkunft finden wir in den Touristenhäusern knapp unterhalb: Die ehemaligen Wirtschaftsgebäude für das königliche Personal weisen gemütliche Gasträume auf. Am Rand eines Steilabbruchs ins Reintal steht der Schachenpavillon, von dem sich fantastische Tiefblicke ergeben. Der Alpengarten neben dem Schachenschloss dürfte nicht nur für Botaniker ein Muss sein.Falls wir einen Extra-Tag übrig haben, lassen wir uns den Abstecher zur Meilerhütte nicht entgehen – liegt sie doch an prominenter Stelle am Dreitorspitzgatterl und zählt somit zu den höchstgelegenen Hütten in den Bayerischen Alpen. Für Geübte ist dann noch die Partenkirchener Dreitorspitze »drin«.Der folgende Abstieg ins Oberreintal und weiter durchs Reintal beeindruckt ebenfalls durch seine wunderbare Landschaft. Und als Finale: die Partnachklamm, ein tiefer Einschnitt in die Felsen des Wettersteingebirges mit tosenden Wasserfällen und einer spektakulären Steiganlage.Von Mittenwald zum Schachenhaus Vom Bahnhof in Mittenwald schlendern wir zunächst in die Ortsmitte hinein und folgen dann hinter der Pfarrkirche den zahlreichen Wegweisern und diversen Routen hinauf zum Lautersee. Dort an der Bade-anstalt und den Gasthäusern vorbei und rechts haltend auf dem Sandweg steil ansteigend zu dem Sträßchen, das zum Ferchensee und weiter nach Elmau führt. Wir folgen diesem, bis nach etwa 15Minuten vom oberen See-Ende links der Bannholzweg abzweigt, der uns durch den Wettersteinwald hinüber zum Schachenweg leitet (der von Elmau heraufkommt). Auf diesem dann links weiter; unser Weg heißt nun Königsweg und ist breit und bequem zu gehen. Bevor wir den steilen Steilenberg angehen, haben wir noch die Möglichkeit zur Einkehr bei der Wettersteinalm. Nach dem Steilenberg verlassen wir den Wald und wandern in mäßiger Steigung bergan weiter in südwestlicher Richtung, bis wir nach einem erneuten Steilaufschwung das Schachenschloss erreichen.Abstecher vom Schachenhaus zur Meilerhütte Vom »Schachen« leitet uns ein Bergsteig hinauf in felsiges Gelände; er überwindet dabei die Geländestufe zum Frauenalpl, durchzieht dann welliges Karstgelände und erreicht durch eine steile Rinne die in einem luf-tigen Sattel gelegene Meilerhütte. Die Rückkehr erfolgt auf dem Anstiegsweg.Vom Schachen nach Garmisch Vom Schachenschloss gehen wir vor bis zur Geländekante und folgen dort den Ausschilderungen hinab ins Reintal. Der steile Steig führt uns zunächst über zahlreiche Serpentinen ins Oberreintal. Dort halten wir uns rechts (links geht es hinauf zur Oberreintalhütte, die mehr eine Domäne für Kletterer ist) und wandern hinab zur nächsten Geländestufe, die wir mittels zahlreicher kleiner Kehren entlang dem Reintalbach überwinden. Im Talgrund angekommen, gehen wir links, queren die Partnach und erreichen in wenigen Minuten die bewirtschaftete Bockhütte im Reintal. Nach der Einkehr das kurze Wegstück wieder zurück und auf dem nun breiten Wanderweg links haltend talwärts weiter (etwas oberhalb der Partnach, die wir weiter unten nach links queren). Wir passieren die Hinterklamm, steigen ein kurzes Stück hoch über der Schlucht an und erreichen so den Materiallagerplatz der Reintalangerhütte. Der weitere Abstieg durchs Reintal erfolgt auf breiten Forstwegen durch Wald (gut ausgeschildert). Bei den folgenden Wegverzweigungen halten wir uns jeweils rechts und gelangen nach ca. 1.30Stunden Gehzeit ab Erreichen des Reintals die Brücke über den Ferchenbach (rechts haltend könnten wir weiter nach Elmau wandern). Hier queren wir links hinüber und folgen der Ausschilderung zur Partnachklamm, immer entlang der Partnach, bis unser Weg in den Klammweg mündet (den Eintritt für die Klamm zahlen wir am unteren Ausgang). Ein gut angelegter Steig leitet mittels Stegen, Brücken, Tunneln und gesicherten Wegabschnitten durch diese spektakuläre Schlucht. Am Ausgang erwarten uns einige Gaststätten, in denen wir unsere Wanderung ausklingen lassen, bevor wir den (für Autos gesperrten) Fahrweg zum Olympia-Skistadion unter die Füße nehmen. Mit dem Bus weiter zum Bahnhof in Garmisch-Partenkirchen.GipfelabstecherPartenkirchener Dreitorspitze, 2633m: Markanter, dreigipfliger Berg über der Meilerhütte im Östlichen Wettersteinkamm. Der leichteste Anstieg verläuft über den gesicherten Hermann-von-Barth-Weg. – Von der Meilerhütte steigen wir zunächst auf der Tiroler Seite ein wenig hinab und queren das Kar hinüber zum Bayerländerturm, dessen unteren Teil wir anhand eines gesicherten Steigs ebenfalls queren. Dann geht es hinab zum Leutascher Platt, wo wir jedoch sofort wieder ansteigen. In Kehren hinauf zum Beginn der Gipfelfelsen und auf dem gesicherten und gut markierten Steig zum Gipfel.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour34 km
Höhenunterschied1967 m
Dauer10.00 h
AusgangspunktMittenwald (911m)
EndpunktGarmisch-Partenkirchen (707m). Rückkehr: Von Garmisch- Partenkirchen mit der Deutschen Bahn entweder nach Mittenwald oder in Richtung Norden.
TourencharakterAllein schon der Ausgangsort unserer langen Streckenwanderung ist einen Ausflug wert: Der historische Ortskern von Mittenwald ist reich an alten, freskengeschmückten Bürgerhäusern; zudem

gibt es dort die berühmte Geigenbauerschule mit angeschlossenem Museum.
Hinweise
Varianten: Durch den Wettersteinwald: Vom Ferchensee führt der nahezu parallel zum Bannholzweg verlaufende Schützensteig hinüber zum Schachenweg, wo er kurz vor der Wettersteinalm auf diesen trifft. Trittsicherheit erforderlich. Rückkehr über Elmau: Falls wir nicht nach Garmisch-Partenkirchen absteigen wollen, können wir auch immer am Ferchenbach entlang zurück zum Ferchensee wandern. Wir lassen damit allerdings das Highlight Partnachklamm aus; zudem besteht die gesamte Strecke aus einem Forstweg.
KartentippTopografische Karte (LVG) 1:50000, Werdenfelser Land
VerkehrsanbindungAuto: Auf der Garmischer Autobahn (A95) bis zu deren Ende, dann auf der B2 weiter über Garmisch-Partenkirchen und Krün nach Mittenwald. Parkmöglichkeiten am Bahnhof oder im Ort n Bahn/Bus: Im Werdenfels-Takt der Deutschen Bahn von München über Garmisch-Partenkirchen nach Mittenwald. Vom Bahnhof weiter zu Fuß (oder siehe Tipp)
GastronomieGasthaus Lautersee (1013m), nahezu ganzjährig bewirtschaftet n Gasthaus Ferchensee (1060m), nahezu ganzjährig bewirtschaftet n Wettersteinalm (1464m), von Ende Juni bis Anfang Sept. einfach bewirtschaftet n Schachenhaus (1866m), privat, von Anfang Juni bis Mitte Okt. bewirtschaftet, 18 Betten, 70 Lager, Tel. 08821/2996 n Meilerhütte (2372m), AV-Hütte, Kat. I, bewirtschaftet von Mitte Juni bis Anfang Okt., 13 Betten, 70 Lager, Tel. 0171/5227897 n Oberreintalhütte (1532m), Selbstversorgerhütte des DAV, bewartet, geöffnet von Pfingsten bis Anfang Okt., Getränke erhältlich, 40 Lager. In der Regel nur von Kletterern frequentiert n Bockhütte (1052m), privat, im Sommer einfach bewirtschaftet n Gaststätten am Ausgang der Partnachklamm
Tipps
Der alpinbotanische Garten beim Schachenhaus ist eine Fundgrube für Freunde der alpinen Flora. Neben den gängigen Alpenblumen wie der Alpen-Kratzdistel und dem Enzian findet man dort auch sehr seltene Pflanzen aus den Gebirgen der Welt, wie z.B. die Kesselringslilie aus dem Transkaukasus oder den Kaschmir-Lerchensporn. Da sich viele Gebirgspflanzen nur unter großem Aufwand in tiefen Lagen kultivieren lassen, hat man bereits im Jahr 1900 auf Veranlassung des Münchner Botanikprofessors von Göbel am Schachen einen Alpengarten angelegt und ein Jahr später eröffnet. Der etwa einen Hektar große »Garten« liegt auf einer Höhe von 1850m; die Arten sind nun nach geografischen Aspekten geordnet und nicht wie früher nach Familienzugehörigkeit. Der Schachengarten ist von Anfang Juli bis Mitte Sept. täglich von 8–17Uhr geöffnet. Falls wir ein bisschen später dran sind: Vom Dekan- Karl-Platz in Mittenwald verkehrt regelmäßig ein Kleinbus über den Lauter- zum Ferchensee; Zeit- ersparnis ca. 1.30Std.
Informationen
Gehzeiten: Von Mittenwald zum Ferchensee 1.30Std., weiter zur Wettersteinalm 2Std., von der Alm zum Schachenhaus 1.30Std., von dort zur Meilerhütte 1.30Std., Abstieg zur Bockhütte 2.30Std., von der Bockhütte durchs Reintal nach Garmisch-Partenkirchen 2.30Std.; insgesamt 11.30Std.
Unterkunft
Gasthaus Lautersee (1013m), nahezu ganzjährig bewirtschaftet n Gasthaus Ferchensee (1060m), nahezu ganzjährig bewirtschaftet n Wettersteinalm (1464m), von Ende Juni bis Anfang Sept. einfach bewirtschaftet n Schachenhaus (1866m), privat, von Anfang Juni bis Mitte Okt. bewirtschaftet, 18 Betten, 70 Lager, Tel. 08821/2996 n Meilerhütte (2372m), AV-Hütte, Kat. I, bewirtschaftet von Mitte Juni bis Anfang Okt., 13 Betten, 70 Lager, Tel. 0171/5227897 n Oberreintalhütte (1532m), Selbstversorgerhütte des DAV, bewartet, geöffnet von Pfingsten bis Anfang Okt., Getränke erhältlich, 40 Lager. In der Regel nur von Kletterern frequentiert n Bockhütte (1052m), privat, im Sommer einfach bewirtschaftet n Gaststätten am Ausgang der Partnachklamm

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